Diät & Essen

Rund ist Gesund? Zwei Studien demontieren einen bekannten Ernährungs-Mythos

Deutschland hat so viele Übergewichtige wie nie. 62 Prozent der erwachsenen Männer und 43 Prozent der erwachsenen Frauen sind, salopp formuliert, zu dick. Die Gründe dafür können an einem bewegungsarmen Lebensstil liegen – oder daran, dass nach wie vor viele Ärzte und Wissenschaftler den Hüftspeck als wenig bedenklich oder sogar lebensverlängernd betrachten.

Der „Spiegel“ zitiert nun in seiner aktuellen Ausgabe zwei Studien, die mit dem Übergewichtige-leben-länger-Mythos aufräumen wollen. Dabei handelt es sich einerseits um eine Studie von Sadiya Kahn der Northwestern University of Chicago.

Kahn wertete mehr als 190.000 Datensätze aus, mit dem Ergebnis, dass übergewichtige Männer und Frauen durchaus ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, als Normalgewichtige.

Als übergewichtig gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 29,9.  Auch die Lebenserwartung von normalgewichtigen Menschen war laut der Studie höher – um 3,4 Jahre bei Frauen und 1,9 Jahre bei Männern.

Kahn liefert laut „Spiegel“ auch eine Begründung für den Mythos, „Dick leben länger“. Sie schließt aus ihren Ergebnissen, dass Übergewichtige früher im Leben etwa einen Schlaganfall erleiden – und dann länger an den Folgen leiden, aber nicht länger leben.

Auch Zusammenhänge mit Rauchen untersucht

Die zweite Studie kommt hingegen von der Universität Glasgow. Die Wissenschaftlerin Stamatina Iliodromiti hat an die 300.000 Datensätze analysiert. Über mehrere Jahre hinweg untersuchte die Studie diese Menschen immer wieder. Auch diese Studie kommt zu dem Ergebnis: Übergewicht ist mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden.

Dabei spielt vor allem das Bauchfett eine entscheidende Rolle – je größer der Taillenumfang, desto schädlicher wirkte sich der auf das Herz-Kreislauf-System aus. Ein Umfang von 74 Zentimetern bei Frauen und 83 bei Männern gilt der Studie als am gesündetesten.

Iliodromiti kam dabei laut „Spiegel“ auch einem statistischen Trugschluss auf die Schliche, nach dem normalgewichtige Menschen eine höhere Sterblichkeit hätten. Die Wissenschaftlerin berücksichtigte in ihren Untersuchungen Zigarettenkonsum, der den Appetit bremst – und so zu einem geringeren Körpergewicht führt.  Dabei sei aber nicht das Gewicht der Menschen für einen früheren Tod verantwortlich gewesen, sondern eben ihre Raucherei.

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