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Gefährliches Gift auf Orangen & Mandarinen: Insektengift Chlorpyrifos wird In der EU verboten

Für viele Menschen gehören sie zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Saftig und lecker steckte so manche Zitrusfrucht im Nikolausschuh und versorgt beim abendlichen Naschen das Immunsystem mit viel Vitamin C.

Doch so unbedenklich ist der Genuss von Mandarinen, Orangen und Grapefruit leider nicht. Denn viele der importierten Früchte weisen Rückstände des in Deutschland nicht zugelassenen Pestizids Chlorpryrifos auf.

Bei diesem Insektizid handelt es sich um eines der am meisten verwendeten Mittel zur Abwehr von Insekten, welches in vielen konventionellen Anbauten Verwendung findet.

EU-weites Chlorpryrifos-Verbot ab 2020

Das wird sich allerdings im nächsten Jahr ändern, denn nun hat die EU-Kommission über ein EU-weites Verbot des Mittels abgestimmt.

In der EU wurde Chlorpyrifos erstmals 2005 zugelassen, die Erlaubnis zur Verwendung seitdem mehrmals verlängert.

Doch nach einer Neubewertung der möglichen Schäden durch die oberste europäische Lebensmittelbehörde EFSA sprach diese zunächst eine vorläufige Empfehlung zum Verbot des Pestizids aus – die Kriterien für eine Zulassung seien nicht mehr erfüllt.

Am 06. Dezember fiel nun das endgültige Urteil der EU: Die Zulassung wurde nicht verlängert – ab Januar ist Chlorpyrifos damit EU-weit verboten.

Schädliche Folgen seit acht Jahren bekannt

Der Grund: In einer Langzeitstudie vor acht Jahren waren Wissenschaftler zu dem Ergebniss gekommen, dass sich schon geringe Mengen des Stoffes negativ auf die Entwicklung des Gehirns von Babys im Mutterleid auswirken können.

Wie die Forscher berichteten, lässt das Pestizid wichtige Bereiche der Großhirnrinde schrumpfen, wodurch später merkliche Einbußen in der geistigen Leistung der Kinder spürbar sind. Daraufhin wurden innerhalb der EU die Höchstwerte heruntergesetzt.

Im Jahr 2016 wäre die EU-weite Zulassung eigentlich ausgelaufen. Doch da die zuständigen Behörden nicht rechtzeitig über die Verlängerung entschieden hatten, verlängerten sie die Zulassung provisorisch. Dies geschah insgesamt dreimal.

Obst aus Nicht-EU-Ländern weiterhin betroffen

In Deutschland wurde das Insektizid bereits 2015 verboten – in 20 anderen EU-Ländern ist es derzeit jedoch noch zugelassen.

Trotz des Verbots hierzulande konnte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit das Gift im Jahr 2017 nachweisen – über ein Drittel der getesteten Grapefruits und Orangen waren damals belastet.

„Der Fall Chlorpyrifos zeigt ähnlich wie bei Glyphosat und den Bienenkillern Neonikoti­no­i­den, dass die Zulassungsverfahren nicht einwandfrei funktionieren“, erklärt der Grünen-Bundestagsabgeordneten Harald Ebner gegenüber der ‚TAZ‘. „Chlorpyrifos hätte niemals zugelassen werden dürfen.“

Diese Zahl der belasteten Früchte dürfte durch das EU-weite Verbot deutlich zurückgehen. Doch Obst aus Nicht-EU-Ländern kann voraussichtlich weiterhin Spuren von Chlorpyrifos enthalten.

Chlorpryrifos vermeiden

In Deutschland gibt es derzeit nach wie vor viele mit Chlorpyrifos behandelte Zitrusfrüchte zu kaufen. Der Kauf dieser lässt sich jedoch leicht vermeiden, indem man Bio-Produkte kauft.

Denn Bio-Lebensmittel dürfen nicht mit synthetischen Pestiziden behandelt werden und sind daher frei von jeglichen gesundheitsschädigenden Chemikalien.

Quelle

  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2017): nalysenergebnisse der Lebensmittelüberwachung zu Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln Darstellung der untersuchten Lebensmittel/Wirkstoff-Kombinationen Getreide, Lebensmittel tierischen Ursprungs, Obst, Gemüse und andere pflanzliche Produkte, Kleinkindernahrung Probenahmejahr, abgerufen am 09.12.2019 https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/nbpsm/07_nbpsm_2017/psmr-2017-tab-24-surveillance_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Cornelia Bertram

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