Gesundheit

Der steinige Weg des E-Rezepts

Die Digitalisierung ist zu einem der wichtigsten politischen Schlagworte geworden. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont immer wieder die Chancen, die die Digitalisierung dem Gesundheitswesen biete. Das E-Rezept gehört für ihn selbstverständlich dazu. Aber ein neues Projekt ist die elektronische Verordnung beileibe nicht. Einen Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des E-Rezeptes lesen Sie in der aktuellen DAZ.

Bereits seit rund zwei Jahrzehnten ist das E-Rezept in Deutschland ein Begriff. Es waren die Apotheker selbst, die es ins Spiel brachten. Bereits 1998 erklärte der damalige Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV) Hermann S. Keller, man arbeite an einem „Abrechnungssystem für die Zukunft“. Die Ablösung des Papierrezeptes durch ein elektronisches Rezept und die Einführung einer neuen Generation von Krankenversicherungskarten sei absehbar, erklärte er damals. Anfang der 2000er-Jahre prophezeite der damalige ABDA-Geschäftsführer Wirtschaft und Soziales Frank Diener: Der Arzneimittelpass und das E-Rezept werden in der massenhaften Anwendung eine „Schuhlöffelfunktion“ für die Etablierung einer Telematikplattform im Gesundheitswesen haben – und könnten jährlich 500 Millionen Euro sparen. 2002 meldete die DAZ den ersten erfolgreichen Feldversuch für das E-Rezept in einer Apotheke.

Um diese Zeit wurde Ulla Schmidt Bundesgesundheitsministerin. Auch sie glaubte an den Segen des E-Rezepts, das gleichzeitig die Medikation dokumentieren sollte. Mit der Gesundheitsreform von 2004, dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG), legte sie gemeinsam mit der Union und den Grünen den Grundstein für die elektronische Gesundheitskarte, die nicht zuletzt schnellstmöglich für das E-Rezept genutzt werden sollte. Wir alle wissen: Dieser Plan ging nicht auf. Weite Teile der Selbstverwaltung standen nicht hinter dem Projekt. Auch das Engagement der Apotheker für das Vorhaben ließ rapide nach, nachdem der Gesetzgeber – ebenfalls mit dem GMG – den Versandhandel mit Arzneimitteln zuließ.

Tatsächlich hat das E-Rezept erst unter der Ägide von Jens Spahn wieder Fahrt aufgenommen – das aber rasant. Lesen Sie mehr über die Historie des E-Rezepts und die wechselvolle Beziehung der Apotheker zu dem Projekt in der aktuellen DAZ Nr. 34, 2019, S. 58. 

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