Gesundheit

Diät-Folge: Jo-Jo-Effekt verstärkt bei Frauen das Risiko für Herzerkrankungen

Welche Auswirkungen haben ständige Gewichtswechsel auf unser Herz?

Viele Menschen erleiden nach verschiedene Diäten den sogenannten Jo-Jo-Effekt, bei dem sie bereits abgenommenes Gewicht in kurzer Zeit wieder zunehmen. Mediziner fanden jetzt heraus, dass wenn Frauen in der Vergangenheit unter dem Jo-Jo-Effekt gelitten haben oder einen sich stark verändernden Gewichtszyklus durchlaufen mussten, dies zu erhöhten kardiovaskulären Risikofaktoren führte.

Die Wissenschaftler des Columbia University Irving Medical Center stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Muster, bei denen Frauen auf eine Gewichtsabnahme eine nachfolgende Gewichtszunahme (Jo-Jo-Effekt) zeigen, zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Risikofaktoren beitragen, verglichen mit Frauen, welche ein konstantes Gewicht aufwiesen. Die Experten präsentierten vorläufige Daten ihrer Studie auf der Jahrestagung der American Heart Association in Houston.

Übergewicht schadet bekanntlich der Gesundheit. Wenn Menschen dann versuchen abzunehmen und ihr Gewicht nach bereits kurzer Zeit wieder zunehmen, spricht man von einem sogenannten Jo-Jo-Effekt. Genau solche Gewichtsschwankungen erhöhen bei Frauen die Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen. (Bild: esolla/fotolia.com)

Viele Frauen erleben nach einem Gewichtsverlust den Jo-Jo-Effekt

Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts eine gute Möglichkeit darstellt, um das Risiko für Herzkrankheiten und andere chronische Erkrankungen zu verringern. Mehr als ein Drittel der Frauen nach der Menopause, die an einer großen nationalen Beobachtungsstudie teilnahmen, berichtete, dass die Bemühungen zum Abnehmen durch eine rasche Rückkehr zu ihrem Gewicht vor der Diät zum Stillstand gebracht wurden. So einen Effekt bezeichnen Experten als Gewichtszyklus.

Es gab bisher wenig Studien mit Frauen zu diesem Thema

Sogenannte Gewichtszyklen sind durchaus üblich, vor allem für Personen, die ihre kardiovaskuläre Gesundheit verbessern wollen, erläutern die Mediziner. „Es ist jedoch schwierig, Schlussfolgerungen aus früheren Studien zu ziehen, die sich hauptsächlich auf weiße Männer mittleren Alters mit Herzkrankheiten in der Vorgeschichte konzentrierten, da einige einen Zusammenhang zwischen Gewichtsabnahme und kardiovaskulärem Risiko fanden, andere dagegen nicht“, erklärt die Studienautorin Brooke Aggarwal vom Columbia University Irving Medical Center in einer Pressemitteilung. Solche Untersuchungen haben auch nicht spezielle Punkte im Leben einer Frau berücksichtigt, welche normalerweise mit einer Gewichtszunahme verbunden sind, wie beispielsweise Schwangerschaft und Wechseljahre.

Experten untersuchten 485 Frauen für ihre Studie

Für die aktuelle Studie untersuchten die Mediziner eine differenziertere Gruppe von 485 Frauen im Alter zwischen 20 und 76 Jahren mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 26, der bereits als übergewichtig gilt. Die Frauen gaben an, dass sie, außer während der Schwangerschaft, mindestens zehn Pfund innerhalb eines Jahres abgenommen und dann wieder zugenommen hatten. Die Mediziner schätzten dann die Herz-Kreislauf-Gesundheit jeder Frau anhand von Verhalten und Risikofaktoren ein, welche aus einer Kombination von Herzgesundheit, BMI, Blutdruck, Gesamtcholesterin, Glukose, körperliche Aktivität, Ernährung und Rauchen hervorgingen.

Frauen ohne Kinder waren stärker betroffen

Mehr als 70 Prozent der Frauen hatte mindestens schon einmal einen Jo-Jo-Effekt erfahren. Von den Betroffenen wiesen 29 Prozent eine schlechte Herz-Kreislauf-Gesundheit auf. Zusätzlich hatten diese Frauen auch eine Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent, dass sie keinen optimalen BMI aufwiesen. Umso häufiger die Frauen sogenannte Gewichtszyklen durchlebten, desto schlechter waren auch ihre Ergebnisse bei der Studie, sagen die Experten. Die Auswirkungen waren für Frauen vor und nach den Wechseljahren ähnlich, jedoch stärker für Frauen, welche noch nie schwanger waren.

Weitere Forschung ist nötig

„Es ist möglich, dass eine Schwangerschaft das Herz auf eine Weise schützt, die wir derzeit nicht verstehen“, sagt Studienautorin Aggarwal. „Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bei jüngeren Frauen vor der Schwangerschaft auftretende Gewichtszyklen ein zukünftiges kardiovaskuläres Risiko vorbereiten können“, fügt die Expertin hinzu. Zusätzliche Studien seien jetzt notwendig, um genau zu bestimmen, warum Gewichtszyklen die Herzgesundheit von Frauen negativ beeinflussen können. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Verringerung der Muskelmasse während des Gewichtsverlusts durch Fett ersetzt wird, wenn das Gewicht wiedererlangt wird. Eine andere Vermutung ist, dass Blutdruck, Blutzucker, Triglyceride und andere Werte durch jede Gewichtszunahme um ein Vielfaches erhöht werden, fügt Aggarwal hinzu. (as)

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