Gesundheit

Junge droht damit, das Haus anzuzünden, weil seine Eltern ihm "Fortnite" verbieten

Zwanghaftes Sexualverhalten und Video- oder Online-Spielsucht sind nun international anerkannte Gesundheitsstörungen. Beide sind in die „Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)“ aufgenommen, die auf der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formell angenommen wurde. Dieser Katalog umfasst 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen. Er ist erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst worden und tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. 

Video- und Onlinespielsucht beginnt für die WHO, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet, wenn er seine Freunde verliert oder seine Körperhygiene vernachlässigt. Die Gaming-Industrie hatte dagegen protestiert, weil sie fürchtet, dass Menschen, die viel spielen, plötzlich als therapiebedürftig eingestuft werden. Vor allem das Spiel „Fortnite“ hat in den letzter Zeit bei vielen Gamern zu Spielsucht geführt. Betroffen sind vor allem Jungen.

Online-Spielsucht: Besonders „Fortnite“-Spieler sind betroffen

Die Neurowissenschaftlerin Jill Sweatman aus Australien berichtete der „Herald Sun“ von einem aktuellen Fall, in dem ein 14-Jähriger damit gedroht hatte, das Haus seiner Eltern anzuzünden, weil diese ihm das „Fortnite“-Spielen verboten hatten. Der Junge sei ständig zu spät zur Schule bekommen und habe an den Wochenenden pausenlos gespielt, daraufhin hatten ihm die Eltern den Computer weggenommen.

Weltweit spielen etwa 250 Millionen Gamer „Fortnite“, das erst vor nicht einmal zwei Jahren veröffentlicht wurde. Experten warnen schon seit längerer Zeit vor den Auswirkungen. „Sie schlafen nicht mehr. Sie gehen nicht mehr zur Schule. Sie sagen soziale Aktivitäten ab. Viele Kids haben aufgehört, Sport zu machen, damit sie weiterspielen können“, beschreibt der Verhaltensforscher Michael Rich, Stationsleiter an einer Kinderklinik in Boston, das Verhalten spielsüchtiger Kinder.

Auch Sexsucht als Krankheit anerkannt

Neben Video-und Online-Spielsucht wurde auch Sexsucht von der WHO als offizielle Krankheit anerkannt. Zu zwanghaftem Sexualverhalten könne unter anderem übermäßiger Pornokonsum oder Telefonsex zählen, wie Robert Jakob, Gruppenleiter Klassifikationen (ICD) bei der WHO, sagte. Die Diagnose ist nach Definition von Fachleuten dann angebracht, wenn Betroffene intensive, wiederkehrende Sexualimpulse über längere Zeiträume nicht kontrollieren können und dies ihr Familien- oder Arbeitsleben oder das Sozialverhalten beeinflusst. 

Quellen: „Herald Sun“ / „Daily Mail“ / DPA


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