Gesundheit

"Sie vergisst, sich im Job auch um sich selbst zu kümmern": Bewegender Post zeigt Alltag von Krankenschwestern

Es gibt Berufe, die immer wieder knallhart unterschätzt werden. Hierzu zählen insbesondere viele soziale Berufe. Schon lange wird über die schlechte Bezahlung beispielsweise in der Altenpflege oder der Kinderbetreuung gesprochen. Und auch viele medizinische Berufe werden häufig weder genügend gewertschätzt, noch angemessen vergütet – so beispielsweise der Beruf der Krankenschwester.

Auf Facebook tummeln sich derzeit mehrere Beiträge, die tausendfach geteilt werden. Sie wenden sich an Krankenpfleger und -pflegerinnen und sprechen ihnen ausdrücklichen Dank aus. Einer, der inzwischen über 150.000 mal geteilt wurde, stammt von der US-Amerikanerin Laura McIntyre. Die junge Frau teilte ein Bild ihrer Schwester, die weinend mit einem großen Glas Wasser und einem Teller auf den Knien auf einem Sessel sitzt. Dazu schreibt sie: „Sie wird mich dafür töten, dass ich dieses Bild teile, aber können wir mal ganz kurz Krankenschwestern applaudieren?“

Ihre Schwester Caty habe soeben ihre vierte Schicht in Folge absolviert: „Das sind etwa 53 oder mehr Stunden in vier Tagen. Und das beinhaltet noch nicht die eineinhalb Stunden, die sie jeden Tag im Auto sitzt. Normalerweise hat sie bei der Arbeit keine Zeit, Mittag zu essen oder überhaupt genug zu trinken.“ Caty sei so gut in ihrem Job, dass sie häufig vergesse, sich um sich selbst zu kümmern, während sie sich um ihre Patienten kümmere.

she's gonna kill me for this pic, but can we just give it up for nurses for a minute?

caty just wrapped up her fourth…

„Dieses Bild ist an einem Abend im Juli entstanden, als sie nach einem besonders harten Tag zu mir nach Hause kam. Sie hatte ein totgeborenes Kind entbunden. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, was Krankenschwestern auf Entbindungsstationen täglich sehen? Sie sehen riesige Freude bei entspannten Geburten und gesunde Mütter und Babys. Sie sehen Panik und Nervosität, wenn eine Mutter Angst hat. Sie sehen Angst, wenn ein Not-Kaiserschnitt angeordnet wird. Sie sehen Frieden, wenn Mütter Unterstützung von ihren Familien haben – aber das haben nicht alle. Sie sehen Teenager, die Kinder bekommen. Sie sehen süchtige Mütter, die Kinder bekommen, die Entzugserscheinungen haben. Sie sehen das Jugendamt, sie sehen Bestatter. Wusstet ihr, dass sie dafür sorgen müssen, dass der Bestatter kommt, um das Baby abzuholen? Ich nicht.“

Unter dem Post sammeln sich zahlreiche Kommentare, die Caty und allen anderen Krankenpflegern und -pflegerinnen ihren Dank und ihre Bewunderung aussprechen. Eine Userin schreibt: „Die Liebe, die ihr euren Patienten und Patientinnen so großzügig entgegenbringt, wird zehnfach zu euch zurückkommen.“ Und auch Laura schreibt ihrer Schwester mit abschließenden Worten: „Caty (& und alle anderen Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen) – ihr seid etwas Besonderes! Ihr seid ein Segen für eure Patienten und deren Familien – mehr, als ihr jemals wissen werdet. Danke für alles, was ihr tut.“

„Nur eine Krankenschwester“ auf Facebook

"Just a Nurse"

Those 3 nurses have spent the last 7 hours, of their 10 hour shift on their feet. And yes, she knows you…

Ein weiterer bewegender Post stammt aus dem August. Er zeigt das Symbolfoto dreier Krankenschwestern, die offensichtlich aufgebracht an einer Krankenhauswand lehnen. Darunter heißt es: „‚Nur eine Krankenschwester‘ – Diese drei Krankenschwestern haben die letzten sieben Stunden ihrer zehn Stunden währenden Schicht auf den Beinen verbracht. Und ja, sie wissen, dass du noch einen Tee willst, aber der Mann, der letzte Nacht eingeliefert wurde, hat gerade in sein Bett gekackt, zum dritten Mal. […] Währenddessen muss ein Patient aufs Klo. Zwei Familien fragen nach Neuigkeiten. Ein Patient schreit laut nach Medikamenten. Ein Arzt ist auf Visite. Drei Herzmonitore haben gerade die Verbindung verloren. Sie haben noch eine Pause verpasst, weil ein Patient zum Röntgen musste. Die Station ist mal wieder überfüllt. Sie bekommen nicht genug Geld. Sie arbeiten zu viel. […] Sie haben gerade zum 197.-mal am heutigen Tag ihre Hände gewaschen. Ein Mensch, der nicht mal die zehnte Klasse abgeschlossen hat, hat sie gerade dumm genannt. […] Sie haben gerade ihren zigsten Patienten davor gerettet, die falsche Medizin zu bekommen. Und alle drei haben gerade ihren liebsten Patienten verloren. Und du klingelst permanent, weil du noch einen Tee willst.“

stern kämpft mit Ärzten und Patienten gegen Missstände im Gesundheitswesen

Mit der Forderung „Rettet die Medizin!“ sorgten 215 Ärzte Anfang September im stern für bundesweites Aufsehen. Ihr Ziel: eine radikale Reform des Krankenhauswesens. Der Appell der Mediziner im gedruckten stern  und auf stern.de schlug schließlich so große Wellen, dass er mittlerweile auch viele Patienten aufrüttelt. Einer von ihnen handelt nun: Ludwig Hammel hat Rheuma. Als chronisch kranker Patient leidet er seit langem unter einem ökonomisierten Gesundheitswesen.

Deshalb hat er nun eine Petition gestartet: Auf der Online-Plattform change.org/MenschVorProfit kann sich jeder unter dem Motto „Gegen das Diktat der Ökonomie an deutschen Krankenhäusern“ anschließen.

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