Gesundheit

Stressinkontinenz: Das hilft, wenn das Lachen in die Hose geht

Behandlungsmöglichkeiten bei Belastungsinkontinenz

Stressinkontinenz oder auch Belastungsinkontinenz ist ein sehr häufiges Problem und betrifft insbesondere Frauen mit Kindern. Dabei führen einfache körperliche Aktivitäten wie Lachen, Aufstehen, Heben oder Niesen zur unfreiwilligen Freisetzung von Urin. Die Stressinkontinenz ist ein schambehaftetes Thema. Viele Frauen probieren diese Beschwerde zu verheimlichen und schränken ihre Bewegungen oder Freizeitaktivitäten ein. Das muss nicht sein! Ein Experte klärt über die Behandlungsoptionen bei Belastungsinkontinenz auf.

Dr. Emanuel Trabuco ist ein Urogynäkologe der renommierten Mayo-Klinik. Er hat sich auf Erkrankungen des Beckenbodens spezialisiert. Der Experte weiß, wie sehr eine Stressinkontinenz die Lebensqualität einschränken kann. Vielen Betroffenen ist die Erkrankung peinlich, sie isolieren sich oder schränken ihre Aktivitäten stark ein. Dabei ist mit der richtigen Behandlung die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Betroffenen in der Lage sind, mit der Inkontinenz umzugehen und ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern.

Stressinkontinenz wird nicht durch Stress ausgelöst

Obwohl es der Name vermuten lässt, ist die Stressinkontinenz nicht mit psychischem Stress verbunden. Sie tritt auf, wenn die Muskeln schwächer werden, die die Blase stützen und die Freisetzung von Urin regulieren. Wenn sich die Blase füllt, dehnt sie sich aus. Muskeln in der Harnröhren-Region verhindern im Normalfall das Austreten des Urins. Werden diese Muskeln schwächer, kann ein Druck auf den Bauch zu einer unbeabsichtigten Freisetzung führen. Dies kann beispielsweise durch Niesen, Bücken, Heben, Husten, Aufstehen oder Lachen geschehen. Auch beim Geschlechtsverkehr kann es dazu kommen.

Häufige Ursachen für Belastungsinkontinenz

Wie die Fachleute der Mayo Klinik berichten, sind häufige Ursachen für eine Stressinkontinenz:

  • Geburten: Die Entbindung kann eine schlechtere Funktion der Beckenbodenmuskulatur oder des Schließmuskels nach sich ziehen.
  • Prostatachirurgie: Die chirurgische Entfernung der Prostata kann eine Belastungsinkontinenz auslösen, da der Schließmuskel der Blase direkt unter der Prostata liegt.
  • Chronischer Husten: Krankheiten, die mit einem chronischen Husten verbunden sind, erhöhen das Risiko für Stressinkontinenz. Auch Raucherhusten zählt hierzu.
  • Übergewicht: Bei starkem Übergewicht drücken die Fettpolster zusätzlich auf die Blase.

Die besten Therapieoptionen

„Die Zusammenarbeit mit dem Physiotherapeuten ist von großem Vorteil, wenn der Beckenboden schwach ist“, berichtet Dr. Trabuco in einer Pressemitteilung der Mayo Klinik. Sollte dies nicht die gewünschten Erfolge erzielen, kann auch eine Operation weiterhelfen. Beispielsweise kann durch ein minimalinvasives Verfahren eine kleine Schlinge eingesetzt werden, die die Harnröhre stabilisiert. „80 bis 85 Prozent der Frauen sind durch die kleine OP entweder deutlich trockener oder vollständig trocken“, betont der Beckenbodenspezialist. Bei schweren Fälle könne auch in einer größeren Operation ein Kunststoffnetz in den Unterleib eingesetzt werden. Diese Methode ist zwar sehr effektiv gegen die Inkontinenz, kann aber unter Umständen zu Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr führen und ist daher eher für ältere Betroffene geeignet. (vb)

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