Gesundheit

Studie: Fischöl-Inhaltsstoffe schützen vor Herzinfarkt und Schlaganfall

Konsumieren von Fischölderivat zum Schutz der Gesundheit?

Neue Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung deuten darauf hin, dass ein gereinigtes Fischölderivat, welches bereits in einem speziellen verschreibungspflichtigen Medikament genutzt wird, kardiovaskuläre Ereignisse effektiv verhindern kann.

Das Medikament aus einem Fischölderivat scheint kardiovaskuläre Erkrankungen effektiv verhindern zu können. Das Medikament senkte die Rate von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Todesfällen durch kardiovaskuläre Ursachen bei Risikopatienten um bis zu 30 Prozent. Dies geht aus einer Studie hervor, welche im „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert wurde.

Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Fischöl sind gesund für den Körper und schützen uns beispielweise vor Erkrankungen des Herzens. (Bild: tunedin/fotolia.com)

Behandlungsvorteil wurde bisher unterschätzt

Das Arzneimittel mit der Bezeichnung Vascepa kann nicht nur einen ersten möglichen Herzinfarkt verhindern, sondern auch einen danach auftretenden Schlaganfall und mögliche dritte potenziell tödliche Ereignisse. Wenn nur die ersten Ergebnisse nach der Einnahme des Medikaments betrachtet werden, wird dadurch der tatsächlich zugrunde liegende Behandlungsvorteil unterschätzt, resümiert das Forschungsteam.

Wie gut schützt das Medikament?

Die neusten Daten zeigen, dass durch das Medikament das Risiko eines ersten negativen Ereignisses um ein Viertel reduziert werden kann. Ein zweites und drittes mögliches Ereignis trat um 30 Prozent seltener auf. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Ereignisse war fast um die Hälfte reduziert. Schätzungsweise lassen sich durch die Behandlung bei tausend Patienten über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg 76 koronare Revaskularisationen, 42 Herzinfarkte, 14 Schlaganfälle, 16 Krankenhausaufenthalte aufgrund instabiler Angina pectoris und 12 Todesfälle im Zusammenhang mit kardiovaskulären Ursachen verhindern, erläutern die Forschenden in einer Pressemitteilung des American College of Cardiology.

Wie viel Omega-3-Fettsäure nahmen die Teilnehmenden täglich ein?

Das Medikament wurde bereits im Jahr 2012 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration genehmigt, um sogenannte Triglyceride, eine Art Lipid, von über 500 mg/dl zu senken. Vascepa ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches aus einer einzigen Omega-3-Fettsäure gewonnen wird, die zuvor aus Fischen isoliert wurde. Patienten erhielten vier Gramm pro Tag. Dies entspricht der Menge von Omega-3-Fettsäure, welche normalerweise durch den Verzehr von mehr als 20 Portionen Fisch pro Woche zu sich genommen wird. Durch einen so hohen Konsum von Fisch würden Menschen bei ihrer Ernährung allerdings auch eine große Menge von gesättigten Fetten und anderen Inhaltsstoffen zu sich nehmen. Bisherige Fischölstudien hatten zu mehrdeutigen Ergebnissen geführt, aber die bei der aktuellen Forschungsarbeit untersuchte Komponente zeigte eindeutig erhebliche positive Auswirkungen.

Einschränkungen bei der Studie

Kritiker der aktuellen Studie äußerten bereits Bedenken darüber, dass die Studie vom Hersteller Amarin finanziert wurde und das Unternehmen in alle Aspekte der Studie involviert war. Dies könne zu einer Art Befangenheit führen. Es bleibe nach wie vor am sichersten, eine mediterrane Ernährung zu sich zu nehmen, einschließlich mehrerer Portionen Fisch pro Woche, um so das Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren. Außerdem könne das verschreibungspflichtige Medikament bis zu 300 Dollar im Monat kosten, was nicht gerade kostengünstig ist.

Über 8.000 Menschen nahmen an der Studie teil

Für die Studie wurden 8.179 Patienten mit einem normalen LDL-Spiegel untersucht, welcher durch die Einnahme von Statinen behandelt wurden. Darüber hinaus hatten die Patienten entweder eine kardiovaskuläre Erkrankung oder sie hatten Typ-2-Diabetes und wiesen mindestens einen weiteren kardiovaskulären Risikofaktor auf. Die Teilnehmenden wurden dann über einen Zeitraum von 4,9 Jahren medizinisch überwacht.

Ein gesunder Lebensstil schützt vor Krankheiten

Das neue Medikament wird in der Studie als gut verträglich eingestuft. Es gab durch die Einnahme keine signifikanten Unterschiede in der Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse im Vergleich zur Einnahme eines Placebos. Die genaue Wirkungsweise des Medikaments ist unklar, möglicherweise verhindert es kardiovaskuläre Ereignisse, indem es direkt auf die Triglyceride wirkt, vermuten die Forschenden. Laut den US Centers for Disease Control and Prevention sind hohe Werte von Triglyceriden mit einem verstärkten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Kombination mit niedrigem HDL und hohem LDL verbunden. Bestimmte Entscheidungen unseres Lebensstils, wie beispielsweise Bewegung, Abnehmen von Gewicht, gesunde Ernährung und nicht zu Rauchen, können dazu beitragen, unsere Triglyceride zu senken. So könnten Herzkrankheiten vermieden werden, welche jährlich zum Tod von tausenden von Menschen führen. (as)

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