Entschlacken – Wirkung, Durchführung und Gegenanzeigen

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Auch wenn Sie gesund sind, aber trotzdem plötzlich der Hosenbund kneift, ohne dass sich die Waage nach oben bewegt, Sie müde und erschöpft sind, keinen Fuß mehr vor den anderen bekommen oder sich einfach nicht so richtig wohl in Ihrer Haut fühlen, ist die Zeit für ein Entschlacken gekommen. Dies kann auf die vielfältigsten Arten durchgeführt werden. In den folgenden Zeilen erfahren Sie etwas über die Wirkung, die Durchführung, die Kontraindikationen und die begleitenden Maßnahmen.

Definition

Was bedeutet Entschlacken eigentlich? Die Definition dafür ist nicht in einem Satz möglich. Entschlacken fasst alle Maßnahmen zusammen, die nötig sind, den Körper von schädlichen Stoffwechselprodukten zu befreien. Dazu gehören bestimmte Teerezepturen, gesunde Ernährung, genügend Flüssigkeitszufuhr, Bewegung an der frischen Luft und vieles mehr. Die Naturheilkunde unterstützt einen Entschlackungsprozess in der Praxis noch mit Ausleitverfahren, wie zum Beispiel Baunscheidtieren (Baunscheidttherapie), Schröpfen, Einläufen und Massagen.

Entschlacken hat nichts mit Abnehmen zu tun. Dies ist zwar manchmal ein Nebeneffekt, doch steht es auf keinen Fall an erster Stelle. Wichtig ist, dass der Körper von seinen ungesunden Schlacken gereinigt wird.

Wirkung

Die Wirkung einer Entschlackung kann nicht bewiesen werden. Demnach ist dieser Punkt immer noch umstritten. Jedoch, wie eingangs erwähnt, fühlen sich die meisten Personen, die sich für eine Entschlackungskur entschieden haben, danach richtig leicht, gesund und rundherum wohl. Häufig wird das Entschlacken auch als Einstieg in eine neue, gesündere Ernährungs- und Lebensform gesehen. Oder die Haut ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten – auch hier kann unter Umständen eine richtig durchgeführte Kur helfen. Ständige Verdauungsstörungen, die medizinisch abgeklärt sind und für die keine Ursache gefunden wurde – hier ist eine Entschlackungszeit durchaus einen Versuch wert. Auch bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Arthrose, die eventuell mit einer längerfristigen Einnahme von Schmerzmitteln einhergeht, ist eine Entschlackung mitunter ein guter Weg, dem Körper etwas Erholung zu verschaffen.

Auf jeden Fall ist dies kein Allheilmittel, aber bei Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gesichtsblässe und allgemeines Unwohlsein mit Sicherheit ein Anfang, um dem Organismus etwas Gutes zu tun. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Entschlackung für Sie das Richtige ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker darüber.

Was sind Schlacken und wie entstehen diese?

Bei jedem Stoffwechselprozess im Körper entstehen Abfallprodukte. Diese werden von dem körpereigenen „Aufräumkommando“ eliminiert. Für das Aufräumen, beziehungsweise Ausleiten, sind die Organe Leber, Darm, Niere und Lymphe verantwortlich. Fallen jedoch zu viele Abfallprodukte an oder ist der Körper damit schlichtweg überfordert, so lagert sich der Abfall als sogenannte Schlacken ein. Beispielsweise kennt jede Frau den Begriff Orangenhaut. Diese Dellen, die sich vor allem an Oberschenkel oder Po bilden, werden auch in Beziehung mit einer Schlackenanhäufung im Körper gebracht.

Eine weitere Ursache für Schlacken ist eine ungesunde Ernährung, die reich an tierischen Substanzen ist. Dadurch wird der Körper übersäuert. Und diese Säuren bleiben im Organismus und treiben dort ihr Unwesen. Wer kennt nicht die schmerzenden Muskelverhärtungen, die durch keine Massage zu entfernen sind. Diese können auch mit einer Übersäuerung zusammenhängen.

Auch wenn bestimmte Vitamine und Mineralstoffe fehlen, die zum Abbau der Abfallprodukte gebraucht werden, können Schlacken entstehen. Ein weiterer Grund ist die Umwelt. Toxische Stoffe, wie zum Beispiel Chemikalien aus Pflanzenschutzmitteln, Schwermetalle, Hormone im Trinkwasser oder auch in Plastikflaschen, Schadstoffe aus Textilien, Möbeln oder Teppichen – all dies belastet den Körper.

Wer dies liest, der merkt sehr schnell, dass sich die sogenanten Schlacken leicht bilden können und ein Entschlacken ab und zu wirklich nötig ist.

Die vier Entgiftungsorgane: Leber, Darm, Nieren, Lymphe

Leber, Darm, Nieren und Lymphe sind täglich bei der Entgiftung beteiligt. Diese vier Organe müssen dann auch bewusst bei der Entschlackung angesprochen werden. Unterschiedliche Pflanzen wirken auf die verschiedensten Organe.

1. Leber

Die Leber ist unser größtes Entgiftungsorgan. Alle möglichen Gifte, aber auch Medikamente, werden von der Leber in die Gallenflüssigkeit abgegeben und so mit dem Stuhl ausgeschieden oder aber für die Ausscheidung über die Nieren vorbereitet.
Alkohol, Medikamente, zu viel Fett und Zucker, zu hastiges Essen und Zusatzstoffe – all dies belastet die Leber.

2. Darm

Heutzutage ist der Darm bei vielen Menschen – besonders in der westlichen Welt – überlastet, die dort ansässige Darmflora im Ungleichgewicht. Der Darm hat einen großen Anteil an unserem Immunsystem, was bedeutet, wenn der Darm nicht richtig intakt ist, so ist es unser Immunsystem ebenso nicht. Wenn der Darm mit Gärprozessen zu tun hat, wirkt sich dies wieder schlecht auf die Leber aus, da sie die Fuselalkohole, die sich dabei bilden, abzubauen hat.

Sie sehen – alle Organe arbeiten zusammen und all die genannten Organe müssen beim Entschlacken in ihrer Arbeit unterstützt und angekurbelt werden.

Ballaststoffarme Ernährung, zu viel Süßes und Rohkost am Abend belasten den Darm. Pilze und schädliche Darmbakterien haben Oberhand, wenn die Darmflora gestört ist. Entzündungen nehmen zu, die Darmschleimhaut wird geschädigt und dies belastet wiederum die Leber. Kopfschmerzen, Hautirritationen, Allergien, Konzentrationsstörungen, Verdauungsbeschwerden sind nur ein paar Beispiele für Beschwerden, die durch einen geschädigten Darm auftreten können. Demnach ist auch hier ein Entschlacken geboten. Wie oben bereits erwähnt, hat der menschliche Darm einen großen Anteil an einem funktionierenden Immunsystem. Die darin ansässigen Bakterien sind, wenn sie im Gleichgewicht sind, für die Abwehr nötig. Also noch ein Grund, um sich intensiver mit dem Gedanken einer Entschlackungskur zu beschäftigen.

Wer noch mehr für seinen Darm tun will, macht eine Darmsanierung.

3. Nieren

Die Leber bereitet vor, was die Nieren dann im Anschluss über die Blase nach außen bringen. Die Nieren filtern täglich circa 1500 Liter Blut und geben dabei Abfallprodukte, wie zum Beispiel Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure an den Urin ab.

Im Rahmen einer Entschlackung werden die gesamten Harnorgane ausreichend und mit den richtigen Substanzen gespült. Regelmäßig durchgeführt könnte damit der Gefahr von Ablagerungen und Entzündungen entgegengewirkt werden.

4. Lymphsystem

Auch das Lymphsystem gehört zu den Ausleitungsorganen. Es funktioniert ähnlich wie eine Kläranlage und ist vor allem für den groben Abfall, den die Blutkapillaren nicht entsorgen können, zuständig. Das Lymphsystem ist wie ein Netz, das sich durch den Körper zieht. Kann die Lymphe nicht richtig fließen, treten Lymphstauungen auf und die körpereigene Entgiftung ist blockiert. Deshalb ist auch hier von Zeit zu Zeit eine Entschlackung zu empfehlen.

Für den gesamten Organismus

Wie in den vorangehenden Kapiteln beschrieben, arbeiten die Organe alle zusammen. Sie benötigen sich gegenseitig und somit wirkt sich eine Entschlackung auf den gesamten Organismus aus.

Innere Einstellung

Wer sich dazu entschieden hat, für ein paar Wochen etwas Gutes für seinen Körper zu tun, sollte dies nicht nur auf diese kurze Zeit beschränken. Hier ist die innere Einstellung gefragt. Eine Entschlackung kann durchaus ein Neuanfang sein. Ein Beginn mit einer gesünderen Ernährung, ein Beginn mit mehr Bewegung, aber auch ein Umdenken, mehr auf den eigenen Körper zu hören, sich selbst wichtiger zu nehmen und auf sich zu achten.

Ablauf

Wie ist der Ablauf? Wie wird entschlackt?

Eine Entschlackung sollte mindestens vier Wochen durchgeführt werden. Die Kur selbst besteht aus drei Säulen:

Teerezepturen

Zu den speziellen Maßnahmen für eine Entschlackung gehören Teerezepturen, die die Ausleitungsorgane Leber, Darm, Nieren und Lymphe anregen. Dazu gehören Pflanzen wie zum Beispiel Goldrute, Brennnessel, Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke und Schachtelhalm. Ein Entschlackungstee, zu gleichen Teilen gemischt aus den genannten Pflanzen, ist ein Beispiel von vielen. Von der Mischung wird pro Tasse ein Teelöffel voll mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrüht und nach circa sieben bis acht Minuten abgeseiht. Von dem Tee trinken Sie am besten drei Tassen am Tag – ungesüßt und in kleinen Schlucken. Zusätzlich sind noch zwei Liter stilles Wasser nötig, um den Körper zu entschlacken.

Ernährung

Die Ernährung sollte basenreich sein. Dies bedeutet: Viel frisches Obst und saisonales Gemüse und vor allem wenig Tierisches. Wer gerne Kartoffeln isst, der hat Glück. Kartoffeln, natürlich ohne Butter oder Quark, sind eine der basenreichsten Gemüsesorten. Am Abend wird am besten auf Rohkost verzichtet. Rohkost wird über Nacht nicht mehr richtig verdaut, im Darm fängt diese an zu gären, was wiederum zur Bildung von Fuselalkoholen führt. Diese muss dann die Leber abbauen – also keine Rohkost am Abend.

Kohlenhydrate belasten den Zuckerstoffwechsel und werden am besten morgens oder mittags, aber nicht am Abend verzehrt. Sie werden fragen: „Was esse ich dann abends?“ Die Frage ist berechtigt, jedoch nicht schwer zu beantworten. Gedünstetes Gemüse, Quark, ein kleines Stück Fisch oder hin und wieder ein kleines Stück mageres Biofleisch, Gemüsesuppen, Tomatensuppe oder eine leckere herbstliche Kürbissuppe.

Gesunde Lebensmittel sind Beeren (beispielsweise Blaubeeren), Knoblauch, Granatapfel, Tomaten, Sprossen, Wildpflanzen, Ölsaaten, Petersilie, Sellerie, Paprika, Grüntee, Zitrusfrüchte und Vieles mehr.

Begleitende Maßnahmen

Eine Entschlackung muss unbedingt mit begleitenden Maßnahmen unterstützt werden. Dazu gehören zum Beispiel Basenbäder, Bewegung, Entspannung, Nahrungsergänzung, Bürstenmassagen und Sauna.

Basenbäder

Diese werden nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt. Fühlen Sie sich in der Wanne nicht wohl, brechen Sie das Baden unbedingt sofort ab. Leiden Sie unter Bluthochdruck, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber und baden Sie bitte niemals, wenn Sie alleine sind.

Im Handel sind die unterschiedlichsten Basenbad-Mischungen erhältlich. Wer jedoch keine Mischung möchte und noch dazu eine kostengünstigere, jedoch auch wirkungsvolle Alternative bevorzugt, greift zu Natron. 100 Gramm Natronpulver werden im Badewasser, das zwischen 37°C und 38°C haben sollte, aufgelöst. Legen Sie sich hinein und genießen Sie. Sie sollten circa 45 Minuten in der Wanne bleiben. Danach nicht abspülen, sondern die Haut nur trocken tupfen. Wichtig ist auch ein Nachruhen.

Eine Alternative ist ein Salzbad. Für ein einprozentiges Salzbad benötigen Sie circa zwei Kilogramm Salz. Zu empfehlen ist hierfür Himalaja Salz. Dies wird bei circa 37 °C in die bereits vollgelaufene Wanne gefüllt und mit den Händen umgerührt, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat. Die Badedauer beträgt maximal 20 Minuten, da ein Salzbad für den Körper ziemlich anstrengend ist. Danach wird, wie beim Natronbad, die Haut nur abgetupft. Auch ist hier ein Nachruhen unbedingt nötig.

Bewegung

Moderate Bewegung ist in der Regel für jeden wichtig. Aber gerade während einer Entschlackung gehört körperliche Ertüchtigung unbedingt dazu. Dies muss kein schweißtreibender, anstrengender Sport sein. An erster Stelle steht, dass die Bewegung Freude bereiten soll. Wer vorher noch nie Sport gemacht hat, der fängt ganz einfach mit täglichen Spaziergängen an. Dies ist durchaus ausreichend. Gerade die Bewegung draußen an der frischen Luft ist das A und O. Wer eine Entschlackung durchführen möchte, sollte das auch als Einstieg in regelmäßige sportliche Aktivitäten sehen.

Entspannung

Bewegung kann auch Entspannung sein. Den Kopf in der freien Natur bei einem Spaziergang frei zu bekommen, kann durchaus sehr entspannend sein.

Andere jedoch bevorzugen Meditation, Yoga, progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training. Wählen Sie Ihre persönliche Entspannungsmethode aus.

Nahrungsergänzungen

Heutzutage ist der Körper einer Unmenge an freien Radikalen ausgesetzt. Diese entstehen zum Beispiel durch Stress, falsche Ernährung wie Fastfood und Umweltgifte. Der Körper kann dieser Menge oft nicht mehr beikommen. Hier werden Antioxidantien benötigt wie Vitamin C, E, Selen, OPC, Glutathion, Flavonoide, Lycopin, Phenolsäure und Vieles mehr. Lassen Sie sich dazu am besten beraten. Ein Kauf auf eigene Faust ist nicht zu empfehlen. Die richtigen Substanzen in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität sind wichtig.

Was zusammen mit dem Entschlacken zu empfehlen ist, ist die Einnahme von Heilerde. Dies ist ein Pulver, das Gifte, Schadstoffe und Säuren im Darm bindet und auf natürlichem Wege ausscheidet. Auch wirken sich die Inhaltsstoffe positiv auf die Haut und das Bindegewebe aus. Heilerde muss nicht in Form von Pulver, sondern kann ganz angenehmen in Form von Kapseln eingenommen werden. Bei der Einnahme ist eine ausreichende, zusätzliche Flüssigkeitszufuhr unerlässlich.

Bürstenmassagen

Die Bürstenmassagen werden, da sie anregend wirken, immer am Morgen durchgeführt, und das am besten täglich. Wählen Sie eine Bürste aus, die Ihnen angenehm ist. Sie sollte auf keinen Fall wehtun. Beginnen Sie mit der Massage stets fern vom Herzen, also mit der rechten Körperseite, dem rechten Fuß – auf der Außenseite nach oben und innen wieder in Richtung Fuß. Dann auf der Vorderseite nach oben und hinten wieder nach unten. Dies führen Sie dann mit dem linken Bein durch. Im Anschluss kommen die rechte und dann die linke Gesäßhälfte an die Reihe. Dem folgen rechter und dann linker Arm – beginnend von der Hand in Richtung Schulter und wieder zur Hand hin. Die Brust wird in Form einer Acht umkreist, der Bauch im Uhrzeigersinn. Zum Schluss kommt der Rücken dran. Dabei hilft eine Bürste, die einen Stiel hat oder Sie lassen sich dabei helfen. Sie werden sehen, die Massagen machen richtig fit. Danach können Sie sich noch mit einer Körperlotion verwöhnen.

Sauna

Ein Saunabesuch trägt auch zur Entschlackung bei. Jedoch sollten Sie dies nur tun, wenn Sie gesund sind, nicht unter Bluthochdruck leiden und keine Venenprobleme haben. Sind Sie sich unsicher, befragen Sie vorher Ihren Arzt. Ein– bis zweimal pro Woche würde Sauna das allgemeine Entschlacken positiv unterstützen.

Allgemeine Tipps

Im Rahmen einer Entschlackung muss unbedingt an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gedacht werden. Die Schlacken werden durch die verwendeten Heilpflanzen gelöst und müssen ausgeschwemmt werden. Wer Heilerde zu sich nimmt, muss noch ein bis zwei Gläser mehr trinken.

Für die Zubereitung der Speisen sind kaltgepresste, hochwertige Öle das absolute Muss. Achten Sie auf frische Lebensmittel und halten Sie sich von Fertiggerichten fern. Kaffee und Zucker sollten reduziert, auf Alkohol und Nikotin sollte am besten vollständig verzichtet werden.

Versuchen Sie, ausreichend zu schlafen und denken Sie daran, immer wieder einmal eine Pause einzulegen.

Unterstützung in der Naturheilpraxis

Therapien aus der Naturheilpraxis unterstützen den Entschlackungsvorgang. Hierzu zählen Schröpfen, Baunscheidtherapie, Massagen, Fußreflexzonenmassage, Gua Sha (Schabemethode aus der TCM) und Schüßler Salze. In manchen Praxen werden darüber hinaus Einläufe oder die Blutegeltherapie angewandt. (sw)

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