Persönliche Gesundheit

Frau infiziert sich in der Ostsee mit gefährlichem Bakterium

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein weiterer Mensch bei einem Bad in der Ostsee mit Vibrionen infiziert. Damit steigt die Zahl der Infektionen in diesem Jahr auf sechs, sagte Heiko Will, Direktor des Landesamts für Gesundheit und Soziales in Rostock. Vergangene Woche war eine ältere Frau an einer solchen Infektion gestorben.

Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten verursachen können. Am bekanntesten ist der Erreger der Cholera. In Deutschland präsent ist dagegen das Bakterium V. vulnificus, das Wundinfektionen verursacht.

Vibrionen an allen Küstenbereichen nachgewiesen

Auch in dem aktuellen Fall ist eine hochbetagte Frau betroffen, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Menschen gehört. Wo sich die Frau genau infiziert hat, ist nicht bekannt. Grundsätzlich ist seit 1994 klar, dass Vibrionen in der Ostsee vorkommen. Sie wurden seitdem an allen Küstenbereichen nachgewiesen und sind ein natürlicher Bestandteil salzhaltiger Gewässer.

In Schleswig-Holstein sind bisher keine Erkrankungsfälle bekannt, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. In Teilen leben diese Bakterien auch in der Nordsee, dort aber überwiegend in Regionen, wo der Salzgehalt durch die Süßwasserzufuhr gering ist.

Risiko extrem gering

Bei niedrigen Temperaturen leben die Vibrionen im Meeresboden. Ein Temperaturanstieg des Gewässers auf mehr als 20 Grad begünstigt Wachstum und Ausbreitung der Bakterien. Ihre Ausbreitung zu verhindern, ist allerdings kaum möglich.

Symptome einer Infektion sind Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.

In Mecklenburg-Vorpommern waren im vergangenen Jahr drei Menschen durch Vibrionen-Infektionen gestorben. Angesichts von Dutzenden Millionen Badegästen ist das Erkrankungsrisiko aber extrem gering. Nur in Ausnahmefällen besteht Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. Für gesunde Menschen sind die Bakterien ungefährlich. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

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