Persönliche Gesundheit

Grippewelle flaut ab – aber nicht in ganz Deutschland

In Deutschland sind in der vergangenen Woche weniger Menschen an der Grippe erkrankt als in den Wochen davor. Das zeigt der aktuelle Bericht der Arbeitsgruppe Influenza des Robert Koch-Instituts. Trotzdem meldeten Arztpraxen noch knapp 19.000 Fälle, bei denen der Influenza-Erreger im Labor nachgewiesen wurde.

Die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher liegen. Längst nicht jeder Arzt nimmt von allen Grippe-Erkrankten Proben, die er im Labor bestimmen lässt.

Bei rund einem Fünftel der gemeldeten Fälle mussten die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden.

Die echte Grippe unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird. Während ein grippaler Infekt in der Regel harmlos verläuft, sind die Beschwerden einer Grippe deutlich stärker und können vor allem für geschwächte Personen lebensgefährlich werden. Seit dem Herbst 2018 sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 402 Menschen gestorben, bei denen eine Grippeerkrankung nachgewiesen wurde.

Mecklenburg-Vorpommern am stärksten betroffen

Am stärksten von der Grippewelle betroffen war in der vergangenen Woche Mecklenburg-Vorpommern, dort stieg die Zahl der Menschen, die mit Atemwegsbeschwerden in die Arztpraxen kamen, sogar noch an. Dasselbe gilt für Baden-Württemberg.

In anderen Bundesländern hingegen blieb der Praxisindex weitgehend gleich oder sank sogar leicht. Der Wert beschreibt, wie viele Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Normalzustand zum Arzt gehen. Er wird anhand der Meldungen von mehr als 500 Arztpraxen ermittelt.

Ab einem Wert von 180 gilt der Praxisindex als stark erhöht, der Deutschlanddurchschnitt lag in der vergangenen Woche bei 164. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern übertraf diesen Wert mit 225 deutlich, genauso wie Baden-Württemberg (198). Am anderen Ende der Skala befanden sich Sachsen-Anhalt mit 135 und Berlin mit 136.

Grippewellen senken Lebenserwartung

Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Grippewelle in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen könne als im vergangenen. Damals hatte das Robert Koch-Institut Anfang März noch mehr als 46.000 Grippefälle registriert – innerhalb von einer Woche.

Im gesamten Winter 2017/2018 waren mehr als 1600 Menschen gestorben, bei denen die Infektion nachgewiesen wurde. Auch bei diesem Wert dürfte eine hohe Dunkelziffer existieren.

Aktuelle Auswertungen des Robert Koch-Instituts legen nahe, dass schwere Grippewellen sogar die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland negativ beeinflussen. Zwar stieg die mittlere Lebenserwartung zwischen 1991 und 2016 bei Frauen von 79 auf 83,2 Jahre. Bei den Männern wuchs sie von 72,5 auf 78,4 Jahre.

Allerdings beobachteten die Forscher immer wieder kleine Unterbrechungen des kontinuierlichen Anstiegs – zum Beispiel 2013, 2015 und 2017. Dabei handelte es sich um Jahre mit auffallend starken Grippewellen, berichten RKI-Forscher im „Journal of Health Monitoring“.

Der einfachste Schutz: Händewaschen

Am besten schützt häufiges Händewaschen vor einer Ansteckung mit der Grippe. Wasser und normale Seife reichen aus, um den Erreger zu beseitigen, es braucht weder spezielle antibakterielle Seife noch Desinfektionsmittel. Damit alle Krankheitserreger abgespült werden, sollten Handflächen und Fingerzwischenräume mindestens 20 Sekunden lang geschrubbt werden.

Ebenfalls ratsam ist, die Hände vom Gesicht fernzuhalten. Hat man etwa in der U-Bahn eine Haltestange angefasst, an der Viren klebten, ebnet der anschließende Griff an Nase oder Mund den Krankheitserregern den Weg in den Körper. Falls möglich hilft es zudem, während der Grippewelle zu anderen Personen Abstand zu halten und wenig Hände zu schütteln.

Abgesehen von den Vorsichtsmaßnahmen existiert eine Impfung gegen Influenza, die jedes Jahr an die aktuell kursierenden Erreger angepasst wird. Nach der Impfung dauert es jedoch rund zwei Wochen, bis sie ihre volle Schutzwirkung entfaltet hat.

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