Persönliche Gesundheit

Hersteller ruft weltweit Brustimplantate zurück

Bereits Ende 2018 war bekannt geworden, dass bestimmte Brustimplantate des Pharmaunternehmen Allergan in Europa vorerst nicht mehr verwendet werden dürfen. Nun hat die Firma eine Reihe von Implantaten wegen möglichen Krebsrisikos weltweit zurückgerufen.

Diese Vorsichtsmaßnahme wurde empfohlen, nachdem rund 500 Fälle einer seltenen Krebserkrankung mit den Implantaten des Herstellers in Verbindung gebracht wurden. Dies erklärte die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) am Mittwoch (Ortszeit).

„Ein Rückruf ist angebracht, um die Gesundheit von Frauen zu schützen“, erklärte die FDA. Frauen, die keine Beschwerden haben, wird jedoch nicht empfohlen, ihre Implantate entfernen zu lassen. Erste Anzeichen einer Erkrankung könnten der FDA zufolge Schwellungen oder Schmerzen im Bereich des Implantats sein.

Der Rückruf bezieht sich auf mehrere Brustimplantate aus der Biocell-Reihe des Herstellers. „Die Gesundheit der Patienten hat für Allergan Priorität“, erklärte das in Irland ansässige Unternehmen. Die übrigen Allergan-Brustimplantate aus den Reihen Natrelle und Microcell sind demnach nicht von dem Rückruf betroffen. Allergan ist an der Börse in New York notiert.

In Deutschland wurden erst wenige Verdachtsfälle gemeldet

Einer Analyse der FDA zufolge hatten von den rund 600 Patienten, die an dem seltenen Lymphom BIA-ALCL leiden, knapp 500 Frauen Brustimplantate der Firma Allergan. Bislang habe es 33 Todesfälle in Folge der Krebserkrankung gegeben, so die FDA.

Der erste bekannte Fall eines ALCL in Zusammenhang mit einem Brustimplantat aus Silikon wurde 1997 dokumentiert. Einer Studie aus dem Jahr 2015 zufolge ist eine Patientin von bis zu drei Millionen Frauen mit Brustimplantaten betroffen. Es handelt sich jedoch nur um Schätzungen.

Verlässliche Hochrechnungen sind kaum möglich, da die Zahl der dokumentierten Fälle nicht zentral erfasst wird. In Deutschland sind laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bis Ende 2018 zehn Verdachtsfälle von ALCL in Zusammenhang mit einem Brustimplantat gemeldet worden.

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