Persönliche Gesundheit

Kassen zahlen schwer erkrankten Frauen künftig Fettabsaugen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei sehr schweren Fällen einer bestimmten Stoffwechselerkrankung, dem sogenannten Lipödem, künftig die Kosten einer medizinischen Fettabsaugung.

Dies genehmigte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen (G-BA) am Donnerstag in Berlin für zunächst etwa fünf Jahre bis Ende 2024. Eine dauerhafte Entscheidung soll fallen, sobald Ergebnisse einer vom G-BA in Auftrag gegebenen Studie vorliegen.

Ursache: unbekannt

Das Lipödem betrifft fast ausschließlich Frauen und führt zu krankhaftem Fettgewebewachstum an den Armen und Beinen, was auch mit starken Schmerzen einhergeht.

Die Ursache der Krankheit ist bisher unbekannt. Die deutlichsten Symptome: Die Gliedmaßen werden dicker, die Haut druckempfindlicher und anfälliger für blaue Flecken. Wie viele Frauen in Deutschland betroffen sind, ist nicht bekannt.

Die Kassen tragen die Kosten einer Fettabsaugung nur, wenn Betroffene am Lipödem im Stadium 3 erkrankt sind. Zudem müssen die Frauen sich zuvor ein halbes Jahr lang konservativen Therapien, etwa Lymphdrainage, unterzogen haben, ohne dass eine spürbare Verbesserung eingetreten ist. Auch müssen genaue Qualitätsstandards bei den Operationen eingehalten werden.

Das Gesundheitsministerium in Berlin muss den Beschluss noch genehmigen, bevor er in Kraft tritt. Der G-BA geht davon aus, dass die Maßnahme etwa ab Anfang 2020 Kassenleistung wird.

Im Januar hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündet, dass die Krankenkassen die Kosten fürs Fettabsaugen bei schwerem Lipödem übernehmen sollten. Das stieß im G-BA zunächst auf Widerstand. Der Ausschuss entscheidet auf wissenschaftlicher Basis, ob die Kosten einer Therapie erstattet werden oder nicht. Bei der Fettabsaugung steht der Nachweis noch aus, ob die Behandlung den betroffenen Frauen tatsächlich hilft. Der Eingriff birgt, wie jede Operation, auch Risiken. Bei einigen Betroffenen sind zudem mehrere Operationen notwendig, weil bei einem Eingriff maximal fünf bis sieben Liter Fett abgesaugt werden können.

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