So behandeln Sie entzündete Nasennebenhöhlen richtig

Den drückenden Schmerz im Bereich von Stirn und Wangen kennt vermutlich jeder, der schon mal eine Erkältung hatte. Ursache: eine Nasennebenhöhlenentzündung. Meist lassen sich die Beschwerden durch einfache Maßnahmen lindern.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung sollte niemand unterschätzen. Wer sie nicht vollständig auskuriert, riskiert eine chronische Entzündung.

Zu den Nasennebenhöhlen zählen die sogenannten Stirn-, Kiefer-, Siebbein- und Keilbeinhöhlen. Entzünden sich dort durch einen viralen Infekt dort die Schleimhäute, schwellen sie an und verengen oder verschließen die Öffnungen zwischen Nase und Nebenhöhlen.

Durch die Entzündung vermehrt produzierter Schleim fließt dann nicht mehr richtig ab. „Im weiteren Verlauf kann es zudem zu einer bakteriellen Besiedelung der betroffenen Region kommen.“ Zunächst äußern sich in der Regel Kopfschmerzen vor der Stirn und in der Kieferhöhlenregion, die sich beim Bücken verstärken.

Bewährte Helfer

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die abschwellend wirken und den Schleim lösen. Vor allem das oft verteufelte Nasenspray ist ein hilfreiches Mittel. Anwender sollten aber beachten, es nicht länger als eine Woche zu nehmen. Kindernasenspray mit halber Wirkstoffdosierung reicht bei starken Schwellungen oft nicht aus, Salzspray wirkt lediglich befeuchtend.

Als bewährtes Hausmittel gilt zudem Inhalieren mit Salzwasser oder ätherischen Ölen wie Kamille oder Myrtol.

Auch Nasenduschen spülen die Atemwege frei. Bestrahlung mit Rotlicht empfinden viele Betroffene als angenehm, jedoch sollte diese erst nach Anwendung von Spray und Inhalation erfolgen, da die Schleimhäute sonst noch stärker anschwellen können als zuvor.

Darüber hinaus lindern oft Medikamente mit kombinierten pflanzlichen Wirkstoffen die Beschwerden von innen. Und wie bei allen Erkältungskrankheiten gilt auch hier: ausreichend trinken!

Auf zum Arzt

Bessert sich die Erkrankung nach einer Woche nicht, empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Auch wenn sich eitriges, gelb-grünes Sekret – ein Anzeichen für bakterielle Besiedelung – oder sogar blutige Beimengungen zeigen, gehört die Behandlung unbedingt in ärztliche Hände.

Reichen herkömmliche Maßnahmen nicht aus, um die Beschwerden zu lindern, kommen sogenannte hohe Einlagen zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um mit abschwellenden Mitteln getränkte Watte, die wir für etwa zehn Minuten in den mittleren Nasengang einführen.

Gegen bakterielle Infektionen erhalten Patienten zudem Antibiotika. Im schlimmsten Fall entwickelt sich aus einer unbehandelten Nasennebenhöhlenentzündung eine chronische Erkrankung. In diesen Fällen befreien Mediziner bei Bedarf die Atemwege mithilfe eines operativen Eingriffs.

Andrea-Mareen Behr ist Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in der SternKlinik in Bremen. Zu ihren Schwerpunktthemen gehören etwa die Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen Infekten, Allergien, alle Arten von Schwerhörigkeit, Schwindel und Tinnitus, Geruchs- und Geschmacksstörungen und Tumore des Kopf- und Halsgebietes. In ihrer Praxis nutzt Behr zur Diagnostik Ultraschall, Endoskopie, Hörprüfungen, videogestützte Gleichgewichtsuntersuchung und Allergietests.

Zur Behandlung setzt sie die üblichen schulmedizinischen Behandlungen ebenso ein wie Pflanzenheilkunde und Akupunktur. Durch ihre Weiterbildung in psychosomatischer Grundversorgung ist Behr qualifiziert, nach seelischen Ursachen für körperliche Beschwerden zu suchen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Behandlung des Tinnitus, wofür Behr eine Weiterbildung in Tinnitus Retraining Therapie absolviert hat.

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