Persönliche Gesundheit

Zahl der Fälle steigt massiv an: Forscher fürchten Tsunami an Krebserkrankungen

Es ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland: Rund 500.000 Menschen leiden derzeit an Krebs. Im Jahr 2030 könnte diese Zahl auf 600.000 steigen, sagen Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums. Dabei spielt nicht nur die demografische Entwicklung, sondern ebenso der Lebensstil eine Rolle.

Mediziner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) rechnen mit einem starken Anstieg von Krebserkrankungen weltweit. «Es ist nicht übertrieben davon zu reden, dass wir einen Tsunami an Krebserkrankungen vor uns haben», sagte der DKFZ-Vorstandschef Michael Baumann am Montag in Dresden. Das Zentrum mit Sitz in Heidelberg will in Dresden eine Außenstelle errichten. Am Montag wurde dazu eine Gründungsvereinbarung unterzeichnet.

Laut Baumann wird auch in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen zunehmen – von derzeit 500.000 pro Jahr auf 600.000 im Jahr 2030. Schätzungen zufolge leben hierzulande derzeit mindestens vier Millionen Menschen mit Krebs oder haben eine solche Erkrankung überstanden. Baumann führt den erwarteten Anstieg nicht nur auf die demografische Entwicklung zurück, sondern auch auf den Lebensstil. Als Beispiel nannte er das Rauchen und Übergewicht. Derzeit sei Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

«Wir brauchen sehr viel mehr Forschung, wir brauchen neue Erkenntnisse zu Krebserkrankungen», sagte Baumann. Man habe viel gelernt, könne vieles aber auch noch nicht verstehen. Innovationen sollen in drei Strategien münden. Punkt eins sei dabei die Prävention. Bis zu 40 Prozent aller Krebserkrankungen könnten Baumann zufolge vermieden werden, wenn die Menschen all das unterlassen würden, was zu einer solchen Erkrankung führe. Ferner gehe es um Früherkennung, bis zu 70 Prozent aller Todesfälle könnten so vermieden werden.

Schließlich gehe es um eine verbesserte Behandlung, sagte Baumann. Das geschehe heute sehr personalisiert. Krebs sei eine sehr unterschiedliche Erkrankung, deshalb brauche man für einzelne Patienten eine zielgerichtete Therapie. Es gelte, die rasant zunehmenden technologischen und datenwissenschaftlichen Methoden für die Forschung und Behandlung zu nutzen. Der Zuwachs an Informationen auch zu seltenen Tumorerkrankungen müsse dort verfügbar sein, wo sie gebraucht würden.

Dresden wird die erste Außenstelle des DKFZ. Das Land Sachsen geht dabei als Partner finanziell in Vorleistung. Erst ab 2024 soll dann der Bund 90 Prozent und das Land 10 Prozent der Gesamtkosten von 5 Millionen Euro pro Jahr tragen. Der Aufbau der Außenstelle kostet bis dahin 4,3 Millionen Euro. Außerdem wird auf dem Onkologischen Campus der Dresdner Hochschulmedizin ein neues Gebäude für etwa 20 Millionen Euro errichtet. Dort sollen am Ende rund 100 Forscher tätig sein.

In Dresden geht es dabei speziell um Zukunftstechnologien, die beispielsweise mit intelligenten Sensoren und Künstlicher Intelligenz die Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen verbessern sollen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht in der Einrichtung der Außenstelle eine Stärkung des Wissenschaftsstandortes Dresden.

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FOCUS Online/Wochit Sehen Sie im Video: Neue Methode gegen Krebs: Forscher greifen „Achillesferse“ der Tumore an  

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