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Coronavirus: Hilft ein rezeptfreies Medikament gegen Covid-19?

Das Coronavirus stellt Wissenschaftler und Forscher vor neue Herausforderungen – derzeit lautet das übergreifende Ziel, schnellstmöglich einen Impfstoff oder ein Medikament zu entwickeln, um das Coronavirus effektiv einzudämmen.

Dr. Kevin Tracey ist einer dieser Forscher, er untersucht in einer klinischen Studie die mögliche Wirksamkeit von Famotidin gegen das Coronavirus. Dabei handelt es sich um ein rezeptfreies Medikament gegen chronisches Sodbrennen.

Erste Untersuchungen lassen vermuten, dass sich der Wirkstoff an ein Enzym des Coronavirus bindet und damit die Symptome der Erkrankung mildern kann.

Allerdings könnte es noch Wochen dauern, bis die Wirksamkeit hinreichend untersucht ist.

Erste Beobachtungen in Wuhan

Wie das Fachmagazin ‚Science‘ berichtet, stammen die ersten Vermutungen zur Wirkung von Famotidin auf das Coronavirus aus Wuhan. Michael Callahan war der erste Arzt, der auf das rezeptfreie Medikament aufmerksam machte.

Er befand sich im Januar in China, um an einem Forschungsprojekt teilzunehmen. Nach dem Ausbruch des Coronavirus in Wuhan half er den Ärzten vor Ort bei der Behandlung der Patienten.

Callahan und andere Mediziner erkannten in den Krankenakten der Patienten, dass viele der Überlebenden an chronischem Sodbrennen litten und regelmäßig Famotidin einnahmen.

Eine Analyse zeigte: Die Sterberate der Patienten, die Famotidin zu sich nehmen, lag bei 14 Prozent, während sie bei allen anderen Patienten bei rund 27 Prozent lag.

Trotz der ungenauen und möglicherweise fehlerhaften Ergebnisse setzte sich Callahan für die genauere Untersuchung des Medikamentes ein – zurück in Amerika konsultierte er Spezialisten, sich mit den gegenseitigen Wirkungen von Famotidin und dem Coronavirus auseinanderzusetzen.

Studie untersucht Wirkung auf das Coronavirus

Unter den Spezialisten befindet sich auch der ehemalige Neurochirurg Dr. Kevin Tracey des Feinstein Institute for Medical Research in New York.

In einer klinischen Studie untersucht er nun, ob das Sodbrennen-Medikament bei der Bekämpfung des neuartigen Virus förderlich sein könnte.

Anfang April erhielten erste Covid-19-Patienten das Sodbrennen-Medikament in neunfacher Dosis. Nach aktuellen Stand wurden bereits 187 Patienten mit dem Medikament versorgt, aussagekräftige Ergebnisse kann es nach Angabe der Forscher jedoch erst nach weiteren Patientenuntersuchungen geben.

Doch auch andere Mediziner testen die Wirkung von Famotidin gegen das Coronavirus. David Tuveson, Direktor des Cold Spring Harbor Laboratory Cancer Center, setzte Famotidin bei seiner 44-jährigen Schwester ein, die an Covid-19 erkrankte und unter Fieber sowie Atemproblemen litt.

Bereits einen Tag nach der ersten Infektion verbesserten sich die Symptome der Patientin. Tuveson teilte seine Erfahrungen mit einer E-Mail-Kette mit anderen Ärzten und sorgte so für mehr Aufmerksam für die klinischen Studie in New York.

Keine voreilige Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus

Trotzdem ist das rezeptfreie Medikament keine garantierte Lösung – Tracey betont, dass es sich vorerst nur um Versuche handelt und keine Garantie für die Wirksamkeit von Famotidin besteht.

„Wenn es funktioniert, werden wir es in ein paar Wochen wissen“, sagt Tracey gegenüber ‚Science‘.

Michelle Steinmetz

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