Gesundheit

200 Abschiebungen in Bayern ausgefallen – Thüringer Kreis reißt Corona-Obergrenze

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Weit mehr als fünf Millionen Menschen haben sich bereits mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert – 183.089 davon bisher in Deutschland. Alle Meldungen zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Covid-19-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Nun springen selbst Autoren von vernichtender Medikamenten-Studie ab (06.39 Uhr) +++ Verräterische Meldung aus Sankt Petersburg lässt Zweifel an russischen Corona-Zahlen wachsen (22.43 Uhr)

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TOP-NEWS: Nun springen selbst Autoren von vernichtender Medikamenten-Studie ab

06.39 Uhr: Nach massiver Kritik an einer Studie zur Wirksamkeit des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin bei Coronavirus-Infektionen haben drei der vier Autoren ihren Rückzug aus der Studie erklärt. Als einziger Studienautor blieb am Donnerstag der Wissenschaftler Sapan Desai, der die weitgehend unbekannte Firma Surgisphere betreibt, bei den Studienergebnissen. Zuvor hatte "Lancet" sich von der Studie distanziert und die Autoren zu einer Überprüfung ihrer Daten aufgefordert.

Der Studienleiter Mandeep Mehra von der Harvard-Universität sowie die Ko-Autoren Frank Ruschitzka vom Universitätsklinikum Zürich und Amit Patel von der University of Utah teilten am Donnerstag mit, sie hätten sich für eine unabhängige Überprüfung der Daten eingesetzt – dies sei jedoch von der Firma Surgisphere, die die Daten geliefert hatte, abgelehnt worden. "Auf Grundlage dieser Entwicklung könnten wir nicht länger für die Richtigkeit der Primärdaten bürgen", begründeten die Autoren ihren Rückzug. Bei den Redakteuren von "Lancet" und den Lesern entschuldigten sich die Wissenschaftler.

"Lancet" hatte die Studie am 22. Mai veröffentlicht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Hydroxychloroquin sowie der verwandte Wirkstoff Chloroquin nicht nur keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten hätten, sondern möglicherweise wegen schwerer Nebenwirkungen sogar das Sterberisiko erhöhten. Daraufhin hatten mehrere Länder die Behandlung von Covid-19-Erkrankten mit dem Malariamittel untersagt, die Weltgesundheitsorganisation WHO setzte klinische Tests mit dem Mittel unter Verweis auf die Studie vorübergehend aus. Inzwischen wurden die klinischen Studien wieder aufgenommen. dpa/David J. Phillip/AP/dpa Laut einer US-Studie schützt das Mittel Hydroxychloroquin nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Eine Woche nach der Veröffentlichung in "Lancet" äußerten sich Dutzende Forscher aus aller Welt in einem offenen Brief skeptisch über die Studie. Ihre eingehenden Prüfungen hätten "sowohl Besorgnis angesichts der Methodik als auch der Erhebung der Daten ausgelöst", erklärten sie. In dem offenen Brief wird eine lange Liste von aus Sicht der Unterzeichner problematischen Punkten angeführt. In der Folge distanzierte sich auch die Fachzeitschrift selbst und beauftragte die Autoren damit, ihre Daten zu überprüfen.

Für die Studie hatten die Forscher die Daten von 96.000 Patienten in hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet. Die Daten stammten von Surgisphere, das nach eigenen Angaben auf die Analyse von Gesundheitsdaten spezialisiert ist. In ihrem offenen Brief kritisieren die Forscher unter anderem, dass andere Wissenschaftler keinen Zugang zu den Rohdaten erhielten. Auch werde nichts über die Länder und die Krankenhäuser gesagt, aus denen die Daten kommen.

TOP-NEWS: Verräterische Meldung aus Sankt Petersburg lässt Zweifel an russischen Corona-Zahlen wachsen

22.43 Uhr: Am Donnerstag meldeten die Behörden in Russland erneut landesweit mehr als 8800 Corona-Neuinfektionen. Mehr als 204.600 Menschen galten als wieder genesen. 5384 infizierte Patienten starben. Im Vergleich zu anderen Ländern gilt die Sterberate in Russland als sehr gering. Die Behörden wiesen zuletzt mehrfach Berichte vehement zurück, wonach diese Statistik geschönt sei.

In der nordrussischen Stadt Sankt Petersburg gab es mit Stand Donnerstag nach der offiziellen Statistik in der gesamten Pandemiezeit insgesamt nur 264 Corona-Todesfälle. Allerdings hatten die Behörden mitgeteilt, dass allein im Mai die Zahl der Todesfälle insgesamt mit 6400 um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat stieg. Im April hatten die Behörden 5300 Sterbefälle aufgelistet. Diese Daten legen den Schluss nahe, dass in der Corona-Pandemie deutlich mehr Menschen gestorben sind als in der offiziellen Statistik angegeben. dpa/Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.

Russland zählte lange nur die Corona-Todesfälle, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 zweifelsfrei die Todesursache war. Wer das Virus hatte, aber etwa an Herzstillstand starb, kam nicht in die Statistik. Das Gesundheitsministerium empfahl zuletzt, auch diese Fälle – wie international üblich – in die Statistik aufzunehmen.

R-Wert fällt auf 0,57 – nur ein Bundesland ohne Covid-19-Neuinfektionen

20.23 Uhr: Bislang sind in Deutschland 183.089 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das geht aus den Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervor. Die Zahl der Neuinfektionen beträgt 445. Mit Schleswig-Holstein verzeichnete nur ein Bundesland am Donnerstag keine neuen Corona-Fälle.

Der R-Wert liegt laut Robert-Koch-Institut inzwischen bei 0,57. Das heißt, dass im bundesweiten Durchschnitt 100 Infizierte 57 weitere Personen anstecken. Bislang sind 8604 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei 167.800. Damit liegt die zahl der akut Infizierten bei rund 6700.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 34.843 (1778 Todesfälle)
  • Bayern: 47.389 (2491 Todesfälle)
  • Berlin: 6945 (200 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3290 (170 Todesfälle)
  • Bremen: 1501 (42 Todesfälle)
  • Hamburg: 5106 (226 Todesfälle)
  • Hessen: 10.129 (482 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 764 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 12.232 (607 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 38.278 (1610 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6726 (230 Todesfälle)
  • Saarland: 2721 (168 Todesfälle)
  • Sachsen: 5307 (211 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1712 (55 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3103 (146 Todesfälle)
  • Thüringen: 3043 (168 Todesfälle)

Gesamt (Stand 04.06., 20.15 Uhr): 183.089 (8604 Todesfälle)

Vortag (Stand 03.06., 20.00 Uhr): 182.644 (8571 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 167.800.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,57 (Stand 04.06.)

Covid-19: Bremerhaven überschreitet Grenzwert von 50 Neuinfektionen

18.43 Uhr: Bremerhaven hat am Donnerstag den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Nach neuesten Laborergebnissen seien seit Mittwoch 27 Neuinfizierte mit Wohnsitz in Bremerhaven hinzugekommen, teilte der Magistrat mit. Davon stünden 26 im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde, in der sich damit insgesamt 96 Menschen infiziert haben. Von ihnen wohnen 59 in Bremerhaven.

Auf die aktuellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen habe die Entwicklung zunächst keinen Einfluss, sagte ein Sprecher der Stadt. Bisher gebe es keinen Hinweis für Infektionsketten außerhalb der Gemeinde und der betroffenen Familien. Ein großer Teil der positiven Corona-Befunde sei auf häusliche Kontakte zurückzuführen. Da in den Familien noch nicht alle Mitglieder getestet seien, sei auch weiterhin mit Corona-Befunden zu rechnen.

Fahrt in voll besetztem Klinik-Aufzug in Gießen – Behörde leitet Verfahren gegen Politiker ein

17.55 Uhr: Nach der Fahrt in einem voll besetzten Klinik-Aufzug mitten in der Corona-Pandemie hat der Kreis Gießen bislang gegen fünf Personen Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Dabei werde geprüft, ob und in welchem Umfang gegen die Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus verstoßen wurde, teilte ein Sprecher der Kreisbehörde am Donnerstag mit.

Zuvor hatte die "Welt" berichtet, dass sich die Verfahren auch gegen Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) richten. Ein Sprecher der Hessischen Staatskanzlei bestätigte die Angaben. Er betonte, dass die Verfahren noch im Prüfungsstadium seien.

Ein Foto von der Aufzugfahrt hatte Mitte April für Wirbel gesorgt: Es zeigt, wie sich bei einem Besuchstermin im Gießener Uni-Klinikum die hessischen Minister sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) trotz der Corona-Abstandsregeln zusammen mit anderen Personen in dem Aufzug drängeln. Deswegen waren mehrere Anzeigen eingegangen.

Die Staatskanzlei hatte nach dem Vorfall auf Twitter eingeräumt: «Da muss man nicht groß drumherum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen… in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen».

Der Kreis Gießen machte mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben dazu, gegen wen sich die Ermittlungen konkret richten. Die Betroffenen sollen Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen. Es sei noch offen, wann das Verfahren beendet und beispielsweise über die Verhängung von Bußgeldern entschieden sein wird.

Tschechien öffnet Grenze für Deutsche früher als geplant

16.49 Uhr: Tschechien öffnet seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn früher als geplant – voraussichtlich bereits ab Samstag. Das sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Donnerstag der Agentur CTK am Rande eines Besuchs in der Nähe des Kurorts Marienbad (Marianske Lazne). Er habe das Kabinett für Freitagmorgen zu einer Sondersitzung in Prag einberufen, um darüber formal zu entscheiden.

Ursprünglich sollte die Lockerung erst am 15. Juni in Kraft treten. Für Bürger der genannten Staaten sind dann weder ein negativer Corona-Test noch eine 14-tägige Quarantäne vorgeschrieben. Das Kabinett Babis hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Als Grund wurde die Coronavirus-Pandemie genannt. Nun wird ein neues Ampel-Modell eingeführt, das Länder nach epidemiologischen Kriterien einteilt.

Deutsche stellten im vorigen Jahr mit mehr als zwei Millionen Übernachtungsgästen die größte Gruppe unter den ausländischen Touristen in Tschechien. In den Grenzregionen profitieren zudem viele Händler von Einkaufstouristen, die günstig Zigaretten und Spirituosen einkaufen.

Bei der Lockerungspolitik hat Tschechien eine erstaunliche Kehrtwende hingelegt. Noch Ende April hatte Präsident Milos Zeman gefordert, die Grenzen für ein Jahr geschlossen zu halten. Bis Donnerstag waren in dem EU-Mitgliedstaat 9441 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 324 Menschen starben.

Britischer Minister kommt kränkelnd ins Parlament, Abgeordnete sind empört

16.22 Uhr: In Anbetracht der Corona-Krise hat der Auftritt eines kränkelnden Regierungsmitglieds vor dem britischen Parlament die Debatte um die Rückkehr der Abgeordneten ins Unterhaus angeheizt: Nachdem Wirtschaftsminister Alok Sharma schweißgebadet eine Rede im Parlament gehalten hatte, wurde der 52-Jährige am Donnerstag auf das neuartige Coronavirus getestet. Das Testergebnis steht noch aus. Sharmas Sprecherin erklärte, der Minister fühle sich "unwohl" und habe sich in Selbstisolation begeben.

Der 52-jährige Sharma hatte sich am Mittwoch immer wieder die Stirn mit einem Taschentuch abgetupft und sich mehrmals das Gesicht gerieben, während er versuchte, eine Rede auf dem Podium zu beenden. Es wurde angekündigt, dass der Saal, in dem das Unterhaus tagt, nun grundlegend gereinigt wird. AFP

Der wackelige Auftritt des Wirtschaftsministers verstärkt die Besorgnis einiger Parlamentarier. Sie halten die von Premierminister Boris Johnson verordnete Rückkehr aus dem Homeoffice zurück nach Westminister für verfrüht. Besonders die Opposition setzt sich für eine Verlängerung der Videokonferenzen für die Gesetzgeber von Zuhause ein.

Der Wirtschaftssprecher der oppositionellen Labour-Partei, Toby Perkins, sagte, es sei "lächerlich", dass Sharma krank zur Arbeit erscheine. "Es war der Gipfel der Verantwortungslosigkeit für ihn, im Parlament zu sein und zu schniefen und zu schwitzen", fügte er hinzu.

Deutschland stellt 600 Millionen Euro für Impfprogramme gegen Covid-19 bereit

16.13 Uhr: Die Bundesregierung wird die internationale Impf-Allianz Gavi auch in den nächsten fünf Jahren mit Mitteln in Höhe von 600 Millionen Euro unterstützen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag per Videobotschaft bei einer online übertragenen globalen Geberkonferenz. Zudem habe Deutschland bereits Investitionen von 100 Millionen Euro zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zugesagt. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müssten die Voraussetzungen geschaffen sein, eine globale Impfkampagne zu starten, so Merkel.

Insgesamt erhofft sich die Gavi-Allianz Zusagen über umgerechnet rund 6,6 Milliarden Euro für Impfprogramme in den ärmsten Ländern der Welt. 300 Millionen Kinder sollen mithilfe des Geldes bis 2025 gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.

Gastgeber Großbritannien ist nach Angaben von Premierminister Boris Johnson mit einer Zusage von 1,65 Milliarden Pfund (rund 1,85 Milliarden Euro) größter Gavi-Geldgeber. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte 300 Millionen Euro zu. "Impfungen sind ein universelles Menschenrecht", sagte die Kommissionschefin ebenfalls per Videobotschaft.

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) war im Jahr 2000 gegründet worden und hat seitdem dabei geholfen, mehr als 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Erde zu impfen. Ziel des Bündnisses aus öffentlichen und privaten Geldgebern ist es, mehr Kinder zu impfen und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen.

99jähriger Duisburger übersteht Corona-Infektion

14.29 Uhr: Ein 99-Jähriger aus Duisburg hat eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Der hochbetagte Patient sei nach gut vier Wochen als genesen aus der Helios Marien Klinik in Duisburg-Hochfeld entlassen worden, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. Demnach war der Mann nach einem positiven Corona-Test mit Atemwegsbeschwerden ins Krankenhaus gekommen. Während seines Aufenthalts dort habe er eine leichte Lungenentzündung entwickelt, insgesamt aber nur vergleichsweise milde Symptome gezeigt. Nun sei er wieder gesund. dpa/Kay Nietfeld/dpabild Ärzte gehen über einen Flur einer Intensivstation.

"Da ältere Menschen die am stärksten betroffene Risikogruppe in der Pandemie sind, ermutigt uns solch ein Ausgang sehr", sagte Stationsleiter Max-Martin Pasternack. Feste Bezugspersonen und ein regelmäßiger Austausch mit seiner Familie hätten dem Senior die wochenlange Isolation ohne Besuch erleichtert. "Alle haben sich toll gekümmert, und wir hatten die ganze Zeit ein gutes Gefühl, obwohl wir ihn nicht sehen konnten", sagte sein 68-jähriger Sohn laut Mitteilung.

„Dunkle Materie“: Britischer Forscher bringt neue These zum Covid-19-Verlauf in Deutschland ins Spiel

14.03 Uhr: Warum ist Deutschland besser durch die Corona-Krise gekommen als andere Länder? In einem Interview mit dem „Guardian“ hat der britische Forscher Karl Friston sich an einer Einordnung versucht. Es gebe „verschiedene potenzielle Erklärungen“ für die vergleichsweise harmlosen Virusfolgen in Deutschland. Eine sei, dass es in Deutschland mehr immunologische „Dunkle Materie“ gebe. Konkret meint der Neurowissenschaftler vom University College in London damit „Menschen, die unzugänglich für das Virus sind, weil sie vielleicht örtlich isoliert leben oder irgendeine Art natürliche Resilienz besitzen“. Das Wissen um eine „Dunkle Materie“ könne helfen, sich auf eine zweite Welle vorzubereiten – etwa indem man Personen auf Covid-19 zu teste, die ein hohes Ansteckungsrisiko haben, anstatt die gesamte Bevölkerung.

Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung äußert sich gegenüber dem „Spiegel“ skeptisch zu der These des britischen Forschers. Vor allem intensives Testen und ein frühzeitiges Handeln hätten zu einem relativ glimpflichen Verlauf der Krise in Deutschland geführt, sagt sie. „Wir haben viel früher gehandelt als die Briten, und wir haben viel mehr getestet, und nicht nur die, die in die Klinik kamen.“ Weiter zitiert der „Spiegel“ die Wissenschaftlerin: „Dunkle Materie“ könne alles Mögliche sein. „Eigentlich heißt es ja nichts anderes, als dass es Dinge gibt, die wir bislang nicht kennen und erklären können. Das ist bestimmt so.“

Ob in Deutschland tatsächlich mehr Menschen isoliert leben als in Großbritannien, ist nicht belegt. Die Bevölkerungsdichte beider Länder ist in etwa vergleichbar.


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