Gesundheit

4056 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden – deutlich mehr als vor einer Woche

Am Montag meldet das RKI 4056 Corona-Neuinfektionen, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz steigt auf 74,4. Entgegen mancher Befürchtungen steht Deutschland nach Einschätzung eines Virologens keine große Grippewelle bevor. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 18. Oktober

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4056 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden – deutlich mehr als vor einer Woche

06.10 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat 4056 weitere Neuinfektionen gemeldet, wie aus den Daten des RKI-Dashboards hervorgeht. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen noch bei 3111 gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 74,4 (72,7 am Sonntag). Insgesamt haben sich 4.377.845 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.

Schulbeginn mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht in Hamburg

Montag, 18. Oktober, 05.51 Uhr: Mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht beginnt in Hamburg am Montag nach zweiwöchigen Herbstferien wieder die Schule. Reiserückkehrer aus dem Ausland müssen – sofern sie nicht geimpft oder vollständig genesen sind – vor Betreten des Schulgeländes einen negativen Corona-Test vorlegen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Um einen reibungslosen Schulbeginn zu ermöglichen, würden in allen Schulen Schnelltests zu Unterrichtsbeginn angeboten.

Im vergangenen Herbst hatte in Hamburg nach dem Ferienende die zweite Corona-Welle begonnen. Um Infektionen in den Schulen möglichst rasch zu erkennen, würden in den ersten beiden Wochen nach den Ferien jeweils drei statt wie bisher zwei Schnelltests durchgeführt, hieß es.

Nach rund zehnmonatiger pandemiebedingter Aussetzung gilt ab sofort auch wieder die Präsenzpflicht. Bislang konnten Eltern oder volljährige Schüler selbst entscheiden, ob sie beziehungsweise ihre Kinder in den Schulen oder digital zu Hause am Unterricht teilnehmen. Ausnahmen von der Präsenzpflicht sind jetzt nur noch aus medizinischen Gründen und mit entsprechender ärztlicher Bescheinigung möglich.

Keine Mundschutz-Pflicht mehr auf Flügen innerhalb Skandinaviens

10.20 Uhr: Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss ab Montag kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen. "Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen", sagte Sprecherin Silje Brandvoll dem norwegischen Rundfunk.

Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen, nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo, wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.  

Virologe warnt vor steigenden Corona-Zahlen, doch gibt Entwarnung vor Grippewelle

07.30 Uhr: Der in diesem Herbst bislang allenfalls milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen. Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In den kommenden Monaten sei eine deutliche Verschärfung des Infektionsgeschehens zu erwarten.

"Unser Leben verlagert sich nach innen", sagte der Wissenschaftler auf Anfrage. Das von manchen Fachleuten befürchtete Zusammentreffen einer vierten Corona-Welle mit einer gleichzeitigen großen Grippewelle hält Keppler aber für unwahrscheinlich.

Im Münchner Gesundheitsministerium heißt es: "Auch das Wetter hat uns in den vergangenen Wochen im Kampf gegen die Corona-Pandemie geholfen: Es war überwiegend freundlich, und es herrschten oft recht warme Temperaturen." Deshalb hätten sich viele Menschen im Freien getroffen, wo die Infektionsgefahr wesentlich geringer sei als in Innenräumen.

Trotz des möglichen Anstiegs der Corona-Zahlen rät Keppler nicht zu einer neuerlichen Verschärfung der Maßnahmen: "Grundsätzlich müssen wir in dieser Phase der Pandemie in verschiedenen Bereichen Lockerungen versuchen, um zu sehen, was gut vertretbar ist und wo man noch Hygienemaßnahmen oder Testungen zur Absicherung beibehalten muss." Pixabay Ein animiertes Coronavirus.

Keppler verwies auf die "gute Impfquote – das ist der zentrale Baustein – viele Genesene, eine hochwertige Testinfrastruktur und ja, auch ein gutes Verständnis der Übertragungswege des Virus. Situationsbezogene Schutzmaßnahmen zählen natürlich auch dazu." Damit meinen Mediziner etwa den von den meisten Menschen bislang beibehaltenen Verzicht auf das Händeschütteln.

Entwarnung will das Gesundheitsministerium nicht geben: "Wenn die Impfquote nicht hoch genug ist, können wir ein auch exponentielles Wachstum der Fallzahlen nicht ausschließen." Es gehe jetzt darum, gut durch den Herbst und den Winter zu kommen.

Entgegen mancher Befürchtungen steht Deutschland nach Einschätzung des Virologen keine gleichzeitige große Grippewelle bevor. "Ich erwarte keine schwere Grippesaison", sagte Keppler. "Die Grippe wandert alternierend von der Süd- zur Nordhalbkugel und wieder zurück" – immer im jeweiligen Winterhalbjahr.

Doch weltweit seien Influenzaviren in der menschlichen Population durch die Corona-Hygienemaßnahmen weit zurückgedrängt worden. "Auf der Südhalbkugel waren zwei Winter hintereinander kaum Infektionen zu verzeichnen." Dementsprechend ist nach Kepplers Einschätzung auch auf der Nordhalbkugel kein massenhaftes Auftreten von Grippeviren zu erwarten. "Einen effizienten Eintrag des Virus bei uns im bevorstehenden Winter halte ich daher für unwahrscheinlich", sagte Keppler. "Covid-19 muss auch in diesem Winter unser Hauptaugenmerk gelten."

Dennoch sollte die voraussichtlich vergleichsweise entspannte Lage bei der Grippe nach Kepplers Überzeugung für gefährdete Menschen kein Grund zur Sorglosigkeit sein: "Alle Personen, denen die Ständige Impfkommission auch in früheren Jahren die Grippeimpfung empfohlen hat, sollten sich wie zuvor impfen lassen." Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Vorerkrankte und medizinisches Personal.

RKI meldet 8682 neue Corona-Fälle – Inzidenz steigt weiter auf 72,7

Sonntag, 17. Oktober, 07.00 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 72,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 70,8 gelegen, vor einer Woche bei 66,1 (Vormonat: 74,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8682 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7612 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 24 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.373.789 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.147.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.618.

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