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Abnehmen: So werden Sie die Corona-Pfunde wieder los – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Gewichtszunahme durch Home-Office und Lockdown: So steuern Sie gegen

Falls Sie seit Beginn der Coronavirus-Pandemie auch einige Kilo zugenommen haben, trösten Sie sich: Sie sind damit nicht allein. Damit die zusätzlichen Pfunde jedoch nicht zu gesundheitlichen Problemen führen, sollten wir möglichst schnell gegensteuern. Dr. Donald Hensrud, Experte für „Healthy Living“ an der Mayo Clinic, verrät, wie es geht und erklärt die medizinischen und psychologischen Hintergründe.

Ursachen: Weniger Bewegung, mehr Kalorien

Durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie sind die meisten von uns deutlich häufiger zu Hause als sonst. Home-Office, geschlossene Fitness-Studios, weniger Möglichkeiten für eine aktive Freizeitgestaltung: Viele von uns verbringen momentan erheblich mehr Zeit auf dem Sofa. Die normale Bewegung im Alltag hat dagegen stark nachgelassen.

In einem Interview mit der Mayo Clinic erläutert Dr. Donald Hensrud die Folgen: Durch die verminderte Bewegung sinkt der Kalorienverbrauch; gleichzeitig erhöhen viele Menschen trotzdem ihre Kalorienzufuhr.

Ein Faktor, den die meisten in Bezug auf den Kalorienverbrauch deutlich unterschätzen, ist laut Dr. Hensrud der Mangel an körperlicher Aktivität durch Alltagstätigkeiten: „Selbst wenn wir einen Schreibtischjob haben, müssen wir zumindest zum Auto laufen, um zur Arbeit zu kommen. Wir können zwischendurch Wege zu Fuß erledigen; wir können zum Mittagessen gehen.“

Und er fasst zusammen: „Wenn wir also Zeit zu Hause verbringen, kann es sein, dass wir durch diese geringe Aktivität insgesamt weniger Kalorien verbrennen.“

Das veränderte Einkaufsverhalten während der Pandemie kann ebenfalls zur Gewichtszunahme beitragen. Viele Menschen gehen seltener einkaufen, um den Kontakt zu anderen und damit die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Dadurch greifen sie eher auf haltbare Lebensmittel zurück: Laut Dr. Hensrud sind diese häufig kalorienreicher und weniger gesund.

Frische, vitaminreiche Produkte wie Obst und Gemüse würden derzeit stattdessen von vielen Menschen weniger konsumiert, weil sie nicht so lange haltbar sind.

Zusätzlich hat es oft auch eine psychische Komponente, wenn wir zunehmen. So können Stress und Langeweile beispielsweise dazu führen, dass wir öfter zu ungesünderen Nahrungsmitteln mit einem höheren Kaloriengehalt greifen. Die logische Folge: Gewichtszunahme.

Gesundheitliche Auswirkungen einer Gewichtszunahme

Für die meisten normalgewichtigen Menschen dürfte die Gewichtszunahme während der Corona-Pandemie nur vorübergehend sein und keine gravierenden gesundheitlichen Folgen mit sich bringen. Allerdings sollte man aufpassen, dass sich die ungesunden Verhaltensweisen nicht dauerhaft einschleichen und langfristig zu Übergewicht und damit verbundenen gesundheitlichen Problemen führen.

Dr. Donald Hensrud betont, dass für Menschen, die beispielsweise an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, schon eine relativ geringe Gewichtszunahme durchaus einen wichtigen Unterschied darstellen kann. Beide Erkrankungen könnten sich bereits verschlechtern, wenn man nur wenige Kilo zunimmt. Hier ist also Vorsicht geboten und die zusätzlichen Pfunde sollten so schnell wie möglich wieder abgebaut werden.

Besonders gefährlich sei eine Gewichtszunahme für Kinder. Für diese sei es extrem wichtig, dass ungesunde Angewohnheiten wie schlechte Ernährung und Bewegungsmangel sich gar nicht erst einschleichen. Sonst bestünde die Gefahr, dass sie diese bis ins Erwachsenenalter beibehalten.

Bei Kindern zum Beispiel habe sich gezeigt, dass das Gewicht in der Kindheit bis zu einem gewissen Grad Spuren im Erwachsenenalter hinterlässt. Wenn Kinder ungesunde Angewohnheiten und einen Mangel an gesunden Gewohnheiten sowie eine Gewichtszunahme entwickeln, könnte dies auch im Jugend- und Erwachsenenalter anhalten, so Dr. Hensrud.

So steuern Sie gegen

Die Gegenmittel sind dieselben, die bei Übergewicht auch außerhalb von Pandemien den größten Erfolg versprechen: Mit einer gesunden, kalorienarmen Ernährung und viel Bewegung lassen sich die überschüssigen Pfunde am besten wieder in den Griff bekommen.

Daneben kann es hilfreich sein, einen gesünderen Umgang mit Stress erzeugenden Gefühlen wie Angst oder Langeweile zu erlernen, anstatt zur Ablenkung zu Chips und Schokolade zu greifen. Falls Sie häufig mit Essen kompensieren, lohnt es sich, hier anzusetzen.

Neue Gewohnheiten etablieren

Dr. Donald Hensrud betont, dass die Einführung neuer Gewohnheiten der Schlüssel zu einem gesunden Gewicht ist. Je schneller wir die ungesunden Angewohnheiten wie wenig Bewegung und viel ungesundem Essen wieder ablegen, desto eher können sich die neuen Gewohnheiten festigen und zu positiven Ergebnissen führen.

Laut Hensrud können schon kleine Veränderungen eine große Wirkung haben. Auch auf Genuss müsse man dabei nicht verzichten. So müsse selbst „comfort food“, also Essen, das vorrangig unsere Seele nährt, mit der richtigen Zubereitung nicht ungesund sein. Selbst Pizza könne gesund sein, wenn man beispielsweise frische Zutaten verwendet.

Wichtig ist laut Hensrud auch die richtige Planung und die Bereitschaft, Essen wieder selbst zuzubereiten: „Investieren Sie etwas Zeit. Planung ist hier ein echter Schlüssel, wenn man vorausschauend plant und nicht erst im letzten Moment nach etwas greift. Versuchen Sie, Ihre kulinarischen Fähigkeiten zu verbessern und ein bisschen mehr zu kochen.“ So könne die Krise sogar zur Chance werden, um neue, gesunde Gewohnheiten zu etablieren.

Mehr erfahren

Wenn Sie mehr über die Entstehung und die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht erfahren möchten, finden Sie in unserem Artikel „Übergewicht: Mythen und Fakten“ weitere Informationen.

Über die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel informiert Sie unser Artikel „Bewegungsmangel – Folgen, Ursachen und Symptome“.

Wie Sie mit Bewegung aktiv gegensteuern können und Ihre Ernährung gesünder gestalten, erfahren Sie in unseren Berichten über Bewegung und „Ernährung“.

Da Stress ebenfalls an der Entstehung von Übergewicht beteiligt sein kann, lohnt eventuell auch ein Blick in den Artikel „Stressabbau: Stress abbauen leicht gemacht“. In diesem wird erklärt, wie Sie gezielt gegen Stress vorgehen können. (kh)

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