Gesundheit

Ärger über Impfungen in Pflegeheimen: „Da kennt sich jemand nicht mit Heimen aus“

Das Impfen kann losgehen. Doch insbesondere in den Altenheimen warten noch einige Herausforderungen darauf gelöst zu werden. Herbert Mauel, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, ist mit den bisherigen Planungen nur teilweise zufrieden, weil die Besonderheiten der Altenheime nicht beachtet wurden.

Die erste Herausforderung ist rein logistischer Art: Die Bewohner und Mitarbeiter der Alten- und Pflegeheime sollen vor Ort geimpft werden, sodass sie nicht in die Impfzentren transportiert werden müssen. „Das würde unendlich viele Liegendtransporte, unendlich viele Begleitpersonen kosten“, begründet Mauel in einem Interview mit der „Welt“.

Alle Informationen zur Impfung finden Sie in unserem Impfticker: Nach Impfstoff-Zulassung – Medien: US-Arzneimittelbehörde erteilt Moderna-Impfstoff Notfallzulassung

Die Impfungen selbst sollen ein bis zwei Tage pro Heim in Anspruch nehmen. Das stellt sie vor eine große Aufgabe: „Wir werden alle Kräfte mobilisieren müssen.“ Denn nach den Impfungen muss jeder etwa eine halbe Stunde beobachtet werden. Außerdem müssen die Impfärzte häufig auch zu den Bewohnern ins Zimmer, wofür es sinnvoll ist, wenn ein Mitarbeiter dabei ist.

Die Begleitung durch Pflegekräfte ist außerdem entscheidend für die Sachinformationen über die jeweiligen Senioren. Sie wissen beispielsweise, ob jemand eine Allergie hat und deshalb besser nicht geimpft werden sollte.

Wer stimmt der Impfung bei Demenzkranken zu?

Doch eine Aufgabe können auch die besten Pflegekräfte nicht übernehmen. Man braucht „die Einverständniserklärung des Impflings“ – normalerweise ist das kein Problem, weil zu den Impfzentren nur die Menschen gehen, die auch bereit sind, sich impfen zu lassen. Problematisch wird das erst, wenn die Impflinge diese Entscheidung nicht allein treffen können.

„Zwei Drittel der Heimbewohner sind demenzkrank“, sagt Mauel. Das bedeutet, dass zwei Drittel dieses Einverständnis nicht geben können. „Ohne die Einwilligung eines gesetzlichen Betreuers oder eines Angehörigen ist die Impfung ausgeschlossen.“ Das wird noch zusätzlich erschwert, weil die Einwilligung gleichzeitig mit der Anamnese des Arztes erfolgen muss. Das würde bedeuten, dass die Betreuer „in Rufweite sein müssen, wenn das Impfteam erscheint“. Denn das derzeit geltende Formular verfüge über kein Feld, das auch der Betreuer ausfüllen dürfte. „Dieses Formular hat jemand aufgesetzt, der sich nicht auskennt mit Heimen“, ärgert sich Mauel.

Insbesondere zwischen den Jahren könnte das schwierig werden. „Es muss doch vermieden werden, dass der Impfstoff bereitsteht, aber dann aus formalen Gründen nicht genutzt werden kann“, betont der Geschäftsführer.

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