Gesundheit

Ärzte machten sich jahrelang lustig: Frau konnte nicht aus dem Bett aufstehen

Melanie Schickedanz leidet an chronischer Erschöpfung, einer Erkrankung, die das Nervensystem, die Immunabwehr und den Hormonhaushalt stört. Von 2004 bis 2008 durchlitt sie ein Martyrium, weil Ärzte falsch diagnostizierten oder sie sogar als Faulenzerin darstellten.

Hilfesuche nach Fieberschub

2004 litt die Frau nach einem Fieberschub unter ständiger Erschöpfung, bleierner Schwere in den Gliedmaßen und ständiger Müdigkeit. Sie suchte mehrere Ärzte auf, doch keiner stellte die richtige Diagnose.

Bei chronischer Erschöpfung verlieren bekannte Hilfsmittel wie Kaffee vollständig ihre Wirkung und Betroffene schlafen mitunter bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben einfach ein. (Bild: pressmaster/fotolia.com)

Beleidigungen und verbale Übergriffe

Nicht nur das, Ärzte gaben ihr sogar selbst die Schuld, behaupteten sie simuliere und/oder klage über Erschöpfung, obwohl sie nur faul sei. Es fielen sogar Aussagen wie, die Betroffene brauche „einen Mann, damit sie ein ordentliches Sexualleben hat“.

Myalgische Enzephalomyelitis

Erst vier Jahre, nachdem Frau Schickedanz das erste Mal fachlichen Rat gesucht hatte, fiel die richtige Diagnose: Myalgische Enzephalomyelitits (ME), zu deutsch chronische Erschöpfung.

Erleichterung und neuer Schock

Die Betroffene war erleichtert, dass sie sich die Erkrankung nicht einbildete, doch dann kam der Schock: ME lässt sich nicht heilen.

Was sind die Symptome?

Die Patienten sind extrem erschöpft – und das ständig. Leitsymptome sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schlaf- wie Konzentrationsstörungen. Hinzu kommen Schmerzen, Reizbarkeit, Probleme beim Lesen, Wahrnehmungsstörungen, erhöhte Sensibilität gegenüber Licht.

Weitere Kennzeichen

Betroffene reagieren empfindlich auf Licht, Lärm und Temperatur, ebenso sind ihre Gelenke und Lymphknoten besonders sensibel. Lymphknoten in Hals und Achsel schwellen schnell an, Schmerzen am Hals treten auf, ebenso in den Muskeln, am Kopf und in den Gelenken.

Welcher Art sind die Beschwerden?

Die Patienten leiden unter psychischen Beschwerden, kognitiven Störungen, Sensibilitätsstörungen, Konditions- wie Regenerationsstörungen sowie Organstörungen (Darm und Herz).

Geregelter Alltag nicht möglich

Die Betroffenen können einfache Tätigkeiten wie Abwaschen, Einkaufen oder Autofahren kaum noch schaffen. Sie haben ständig das Bedürfnis, sich hinzulegen und fühlen sich „todmüde“.

Wie häufig ist die Erkrankung?

In Deutschland leiden ungefähr 300.000 Menschen an chronischer Erschöpfung, darunter besonders mittelalte Frauen zwischen 20 und 50 Jahren.

Dauerhaft erschöpft: Fatigue-Syndrom – Wenn Erschöpfung krankhaft ist

Die Ursachen der chronischen Erschöpfung sind noch nicht hinreichend geklärt. Klar ist: Nerven-, Immun- und Hormonsystem sind fehlreguliert, und das löst die chronische Erschöpfung aus. Neue Studien weisen auf eine Autoimmunerkrankung hin, doch auch Infektionen gelten als Verdächtige, die die Symptome auslösen: Röteln, Lungenentzündung und Pfeiffersches Drüsenfieber. (Dr. Utz Anhalt)

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