Gesundheit

Akupunktur gegen Schwangerschafts­beschwerden – sanfte Methode zur Linderung – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Mit Nadeln gegen Schwangerschaftsbeschwerden

Schwangerschaftsbeschwerden können unterschiedlicher Art sein. Manche Frauen registrieren lediglich, dass es zu körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft kommt, nehmen dies aber gar nicht negativ wahr. Andere hingegen leiden unter den extremen Veränderungen und den teils heftigen Beschwerden, die dadurch verursacht werden. Eine Hebamme erklärt, was Betroffenen helfen kann.

Während der Schwangerschaft stellen sich bei vielen Frauen Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsprobleme, Müdigkeit und Schmerzen ein. Häufig können schon einfache Maßnahmen gegen diese schwangerschafts-typischen Probleme helfen. Auch Akupunktur trägt zur Linderung der Beschwerden bei.

Sanfte Methode lindert Beschwerden

„Keine Sorge, Sie sehen nicht wie ein Igel aus, auch wenn das im Fernsehen immer gerne so dargestellt wird“, erklärt Hebamme Anne Kuntzsch in einer aktuellen Mitteilung. „Wir setzen lediglich sechs Nadeln.“ Wie nahezu alle Hebammen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist auch Hebamme Anne ausgebildet in Akupunktur.

Mit dieser sanften Methode lassen sich in der Schwangerschaft, unter der Geburt sowie im Wochenbett ganz unterschiedliche Beschwerden der Frauen lindern, von Übelkeit oder Wassereinlagerungen über Schmerzen und unzureichende Wehentätigkeit hin zu Schwierigkeiten beim Stillen oder Rückbildungsstörungen.

Frauen sollen sich entspannen können

In der Akupunktursprechstunde sticht die Hebamme hochkonzentriert mit den feinen Nadeln etwa einen Zentimeter tief unter die Haut der Schwangeren, um ausgesuchte Punkte zu stimulieren. Zur Geburtsvorbereitung befinden die sich zum Beispiel an unterschiedlichen Stellen an den Beinen und Füßen.

„Grundsätzlich gibt es in der Akupunktur 365 Punkte“, so die Expertin. „Aber wir wollen ja eine bestimmte Wirkung erzielen und dafür sind wenige ausgewählte Punkte zielführend.“

Wie die Hebamme erklärt, geht es bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur vor allem darum, den gesamten Geburtsvorgang für die Frau zu erleichtern und zu verkürzen. „Wir bringen die werdende Mama mit der Akupunktur für die Geburt quasi in Poleposition.“

Dann eröffnen die Frauen meist schneller und die Wehen kommen regelmäßiger. So ist beispielsweise der Gebärmutterhals während der Schwangerschaft lang und fest, zur Geburt hin soll er sich jedoch kürzen und aufweichen. „Bei der Geburt sollte dann idealerweise alles synchron sein, im Fluss sein“, erklärt Frau Kuntzsch.

Für die werdenden Mütter sind zur optimalen Wirkung mehrere Akupunktur-Sitzungen empfehlenswert. Diese sind frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche möglich. Eine Akupunktur-Sitzung dauert rund 20 bis 30 Minuten. Die Schwangere kann dabei liegen oder sitzen, je nachdem, wie sie sich am wohlsten fühlt. „Es ist wichtig, dass die Frauen sich entspannen können“, sagt die Hebamme.

Behandlung akuter Beschwerden

Neben der geburtsvorbereitenden Akupunktur, für die es am Uniklinikum Jena eine eigens eingerichtete Sprechstunde in der Geburtsambulanz gibt, behandeln die Hebammen mit den dünnen Nadeln aber auch akute Beschwerden der Schwangeren. Ob das nun Ängste vor der Geburt oder auch Schmerzen während der Geburt sind.

„Viele werdende Mütter wollen es bei Schmerzen erst mal mit einer sanften Methode versuchen, bevor sie zu starken Schmerzmitteln greifen. Da hat sich die Akupunktur durchaus bewährt“, erläutert die Hebamme. „Das ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich, denn jede hat ein anders Schmerzempfinden.“

Wie es in der Mitteilung heißt, können die Hebammen im Kreißsaal mit Akupunktur auch sonst bei fast allem helfen, was wichtig ist: neben Schmerzlinderung auch bei übermäßigen, unregelmäßigen oder zu geringen Wehen oder bei der Ablösung der Plazenta nach der Geburt. (ad)

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