Gesundheit

Alter, Impfstatus, Beatmung: Wer gerade mit Corona auf der Intensivstation liegt

Einer Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge müssen bundesweit bereits drei Viertel aller Krankenhäuser planbare Operationen verschieben. Vor allem Anästhesisten und das Anästhesie-Pflegepersonal, die sonst bei Operationen geholfen hätten, müssten nun auf den Intensivstationen aushelfen, sagte der Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Michael Ehrenfeld. "Das sind die naheliegend bestqualifiziertesten Kräfte zum Betreiben von improvisierten zusätzlichen Intensivbetten".

Wo Omikron schon überall aufgetaucht ist


Aber wer liegt da eigentlich momentan mit Corona auf der Intensivstation? Laut DIVI-Intensivregister (Stand: 4.12.2021, 14 Uhr) sind 83,8 Prozent der aktuell 4805 Corona-Intensivpatienten 50 Jahre und älter. Den größten Anteil davon bilden Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren, gefolgt von den 70- bis 79-Jährigen. Ein gutes Fünftel der Intensivpatienten ist zwischen 50 und 59 Jahre alt. Jeder zehnte Corona-Intensivpatient ist älter als 80. Etwas geringer ist der Anteil an Menschen zwischen 40 und 49, die auf der Intensivstation liegen. Nur 6,3 Prozent der Corona-Intensivpatienten sind jünger als 40.

Mit 2560 Menschen muss mehr als die Hälfte der 4805 Corona-Intensivpatienten beatmet werden. 

Corona-Pandemie


Auf vielen Intensivstationen werden die Betten knapp. So bereiten sich Ärzte und Pflegekräfte auf eine drohende Katastrophe vor

Im "Covid-Wochenbericht" des RKI vom vergangenen Donnerstag wird die Zahl der Menschen, die mit Covid in den Kalenderwochen 44 bis 47 auf deutschen Intensivstationen lagen, mit insgesamt 1721 an: 4 im Alter von 12 bis 17 und 598 im Alter von 18 bis 59. 1119 Corona-Intensivpatienten sind 60 und älter. In der jüngsten Altersgruppe gibt es keinen einzigen Impfdurchbruch, in der mittleren 94 (entspricht 15,7 Prozent) und in der ältesten Gruppe 498 (entspricht 44,5 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Intensivpatienten nicht geimpft

Das Klinikunternehmen Helios betreibt nach eigenen Angaben 89 Krankenhäuser in Deutschland. Auf seiner Homepage schlüsselt das Unternehmen seine Corona-Patienten nach Impfstatus und Behandlung auf. Demnach lagen in Kalenderwoche 47 (22.-28. November) 563 ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Corona-Patienten in den deutschen Helios-Kliniken. 364 von ihnen waren unter 70 Jahren, 217 von ihnen 70 und älter. 53 Corona-Patienten aus der jüngeren Gruppe lagen auf der Intensivstation sowie 44 der älteren.

Im selben Zeitraum lagen 353 vollständig gegen Corona vollständig geimpfte Patienten in Helios-Kliniken: 236 von ihnen waren 70 oder älter, 117 jünger als 70 Jahre. Von den älteren Geimpften mussten 21 auf der Intensivstation behandelt werden, von den jüngeren 18. Zumindest in Helios-Kliniken ist die Mehrheit der Corona-Intensivpatienten nicht oder nicht vollständig geimpft. Da laut RKI-Tagesbericht am 22. November 68 Prozent der Deutschen vollständig gegen Corona geimpft waren, landen rechnerisch mehr als doppelt so viele Ungeimpfte auf den "Helios"-Intensivstationen wie Geimpfte. Bei rund 1900 Krankenhäusern in Deutschland haben die Zahlen aus 89 "Helios"-Kliniken zwar nur eine begrenzte Aussagekraft – sie bestätigen aber im Wesentlichen die vom RKI genannten Zahlen.

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