Gesundheit

AvP: Klassisches Apothekengeschäft wird eingestellt

Die Zahlungsunfähigkeit des Apothekenrechenzentrums AvP beschäftigt nicht nur die betroffenen Apotheker und die Branche. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung spielt das Thema seit rund einer Woche eine große Rolle. Allen scheint klar zu sein: Hier geht es nicht vorrangig um das Schicksal eines einzelnen Unternehmens, sondern um das ökonomische Fundament der Arzneimittelversorgung in Deutschland. Wird das Aus eines Rechenzentrums am Ende auch zahlreiche Apotheken in den Insolvenz-Strudel mitreißen? Fest steht nun: Das klassische Apothekengeschäft bei AvP wird eingestellt – das Geschäft mit den Krankenhäusern dagegen fortgesetzt. 

Die Insolvenz des privaten Rechenzentrums AvP aus Düsseldorf trifft rund 3.500 Apotheken, hinzu kommen Krankenhausambulanzen, sonstige Leistungserbringer und Ärzte, die ebenfalls zum Kundenkreis zählen. Der Finanzskandal könnte also noch weitaus größere Dimensionen annehmen, als bisher überschaubar. Rechtsanwalt Dr. Jan-Philipp Hoos von der Kanzlei White & Case wurde am Mittwoch in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit dem von der Bankenaufsicht BaFin eingesetzten Geschäftsleiter Ralf R. Bauer prüft er seitdem, ob eine Fortführung des Unternehmens im Ganzen oder in Teilen möglich ist. Am gestrigen Montag fand eine erste Sitzung des Gläubiger-Ausschusses statt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen zwei Personen wegen betrügerischer Insolvenz ermittelt.

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Nach wie vor herrscht Unruhe in der Branche. Durch die eingefrorenen Geldströme bei AvP ergeben sich empfindliche Liquiditätsengpässe in den einzelnen Betrieben. Nicht wenige Apothekeninhaber fürchten um ihre Existenz. Vor allem aber drehten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Spekulationen um die Frage: Wie steht es um die Konten beim insolventen Apothekenrechenzentrum? Handelt es sich um klassische, eindeutig zuordenbare Treuhandkonten – wie sie auch bei Mietkautionen üblich sind – oder drohen die Gelder in die Insolvenzmasse von AvP zu fallen?

Der wichtigste Mann im Verfahren, der vorläufige Insolvenzverwalter Hoos, wird am morgigen Mittwoch um 15 Uhr in einem Live-Talk-Format auf DAZ.online den aktuellen Stand persönlich vorstellen. 

Mit einer Pressemitteilung und einem persönlichen Schreiben an die betroffenen Kunden hat sich die AvP Deutschland GmbH allerdings schon heute Mittag an die Öffentlichkeit gewendet. Vor dem Hintergrund der Tragweite der AvP-Pleite ist dieser frühe Zeitpunkt bemerkenswert und deutet daraufhin, mit welch großem öffentlichen Interesse die Arbeit von Hoos verfolgt wird.

In der Mitteilung und dem Schreiben, das von Geschäftsleiter Ralf R. Bauer und Hoos unterzeichnet ist, wird direkt klargestellt: Immer noch prüfe man, ob sich die auf den Geschäftskonten von AvP befindlichen Guthaben Bestandteil einer Insolvenzmasse sind oder ob Aussonderungsrechte zugunsten der Apotheken bestehen.

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