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Bildung schützt im Alter vor Gedächtnisabbau – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Wie kann das Gedächtnis im Alter geschützt werden?

Bildung in der Kindheit und Jugend scheint ältere Erwachsene vor Gedächtnisverlust schützen zu können. Insbesondere Frauen profitieren besonders stark von Bildung, um ihr Gedächtnis auch im Alter noch aufrechtzuerhalten.

Bei einer Untersuchung unter der Leitung des Georgetown University Medical Center wurde festgestellt, dass Bildung helfen kann, das Gedächtnis im Alter aufrechtzuerhalten. Dies scheint insbesondere für Frauen zu gelten. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Aging, Neuropsychology, and Cognition“ veröffentlicht.

Was ist das deklarative Gedächtnis?

Die Studie untersuchte das deklarative Gedächtnis bei 704 älteren Erwachsenen im Alter zwischen 58 und 98 Jahren. Das deklarative Gedächtnis bezieht sich auf die Fähigkeit, sich an Ereignisse, Fakten und Worte zu erinnern, beispielsweise wo man seine Schlüssel hingelegt hat oder wie der neue Nachbar heißt.

Das Gedächtnis verschlechtert sich mit dem Alter

Den Teilnehmenden wurden Zeichnungen von Gegenständen gezeigt. Einige Minuten später wurde ihr Gedächtnis mit Hilfe dieser Gegenständen überprüft. Die Forschenden stellten so fest, dass sich die Gedächtnisleistung mit ansteigendem Alter zunehmend verschlechterte. Mehr Jahre der Ausbildung in der Jugend wirkten diesen Verlusten jedoch entgegen, insbesondere bei Frauen, berichten die Forschenden.

Wie genau wirkte sich Bildung auf das Gedächtnis aus?

Bei Männern waren die mit jedem Ausbildungsjahr verbundenen Gedächtnisgewinne zweimal größer als die Verluste, die sie in jedem Jahr der Alterung erlebten. Bei Frauen waren diese Gewinne sogar fünfmal so groß, erklärt die Forschungsgruppe. Beispielsweise wären die deklarativen Gedächtnisleistungen einer 80-jährigen Frau mit einem Bachelor-Abschluss genauso gut wie die einer 60-jährigen Frau mit einer höheren Schulbildung. Vier zusätzliche Ausbildungsjahre gleichen also die Gedächtnisverluste von etwa zwanzig Jahren Alterung aus.

Wissen kann es erleichtern neue Informationen zu erlernen

„Da das Erlernen neuer Informationen im deklarativen Gedächtnis einfacher ist, wenn die Informationen sich auf bereits vorhandenes Wissen beziehen, sollte mehr Wissen aus mehr Bildung auch noch Jahre später zu besseren Gedächtnisleistungen führen”, berichtet Studienautorin Dr. Jana Reifegerste in einer Pressemitteilung.

Mädchen haben häufig ein besseres deklaratives Gedächtnis

„Es gibt Hinweise darauf, dass Mädchen oft ein besseres deklaratives Gedächtnis haben als Jungen, so dass Bildung bei Mädchen zu einem größeren Wissenszuwachs führen kann. Bildung kann daher besonders bei Frauen zu einem besseren Gedächtnis führen, auch Jahre später im Alter“, erklärt Studienautor Professor Dr. Michael Ullman weiter.

Gab es Einschränkungen bei der Untersuchung?

Die Studie untersuchte Personen aus der taiwanesischen Bevölkerung. Die Teilnehmenden variierten in der Anzahl der Ausbildungsjahre. Zukünftige Forschung ist nötig, um zu überprüfen, ob die Ergebnisse auch auf andere Populationen verallgemeinert werden können.

Zugang zu Bildung sollte verbessert werden

Solche Ergebnisse können wichtig sein, insbesondere angesichts der rasch alternden Bevölkerung weltweit. Die festgestellten Ergebnisse unterstützen weitere Bemühungen, um den allgemeinen Zugang zu Bildung zu verbessern. „Es wurde auch festgestellt, dass Bildung den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit verzögert”, fügt Professor Dr. Ulman hinzu. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung könnten dazu beitragen die Frage zu beantworten, warum dies geschieht.

Längere Schulbildung ist mit besseren Gedächtnis im Alter verbunden

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass Kinder (vor allem Mädchen), welche länger zur Schule gehen, im Alter bessere Gedächtnisleistungen aufzeigen. Dies scheint Auswirkungen auf den Gedächtnisverlust bei Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen zu haben, fügen die Forschenden hinzu. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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