Gesundheit

Bundesländer melden weniger Todesfälle als in Vorwoche – aber Intensivbetten füllen sich weiter

In der Corona-Pandemie steigt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz weiter und liegt aktuell bei 129,7. Die Intensivbetten sind im Moment erneut so stark ausgelastet wie zu den Spitzenzeiten im Frühjahr 2020. Über 3000 Patienten werden dort behandelt. Es konnten aber weniger Todesfälle als in der Vorwoche verzeichnet werden. Alle aktuellen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 27. März

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RKI: Fast 4000 mehr Neuinfektionen als am letzten Sonntag – Inzidenz steigt auf 129,7

07.33 Uhr: In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 17.100 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 17.176 neue Ansteckungen nachgewiesen.

Am Samstag waren mehr als 20.400 Neuinfektionen registiert worden, am Sonntag vergangener hatte die Zahl noch bei 13.733 gelegen. Die Zahl der Neuinfektionen ist an Wochenenden in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Sonntag weiter auf 129,7. Am Samstag hatte der Inzidenzwert bundesweit bei 124,9 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelegen und am Sonntag vergangener Woche noch bei 103,9.

Das RKI meldete diesen Sonntag außerdem 90 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit starben hierzulande seit Beginn der Pandemie 75.870 Infizierte. Die Zahl der deutschlandweiten Corona-Infektionen insgesamt beträgt mittlerweile insgesamt 2.772.401.

Braun warnt vor impfresistenten Mutanten: "Gefährlichste Phase der Pandemie"

Sonntag, 28. März, 07.05 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat vor dem Auftauchen impfresistenter Mutationen in der dritten Welle gewarnt. "Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie", sagte Braun zur "Bild am Sonntag". "Die nächsten Wochen entscheiden, ob wir die Pandemie absehbar in den Griff bekommen. Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff.“

Im Falle einer solchen Mutation "stünden wir wieder mit leeren Händen da“, so Braun weiter. "Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen." Das müsse unter allen Umständen verhindert werden. "Wir dürfen die Chance auf einen weitgehend normalen Sommer nicht dadurch gefährden, dass wir jetzt ein paar Wochen zu früh lockern.“

Für seine Rolle beim Beschluss der inzwischen wieder zurückgenommenen "Osterruhe“ hat sich Braun entschuldigt. "Auch ich hatte meinen Anteil an den Beschlüssen, deshalb entschuldige ich mich bei den Bürgern, die dadurch in Aufregung versetzt wurden“, sagte Braun. Es bleibe aber auch "ohne Osterruhe zwingend notwendig, dass wir die Corona-Infektionen wieder runterbringen“.

Statt der "Osterruhe" müsse es regionale Ausgangssperren geben. "Damit das Infektionsgeschehen nicht außer Kontrolle gerät, müssen in Regionen mit Inzidenzen über 100 nicht nur Lockerungen zurückgenommen werden, sondern zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden", sagte Braun. "Da können regionale Ausgangssperren am Abend und in der Nacht helfen, weil wir die höchsten Ansteckungsraten bei privaten Treffen haben.“

Mehr Neuinfektionen und weniger Todesfälle als in Vorwoche – Belegung der Intensivbetten steigt weiter

20.44 Uhr: Die Gesundheitsämter in den Bundesländern haben am Samstag binnen 24 Stunden 17.931 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Damit lag die Zahl der Neuinfektionen erneut deutlich höher als am Samstag der Vorwoche, als die Länder 15.169 Neuinfektionen gemeldet hatten. Seit Beginn der Pandemie gab es in Deutschland somit 2.762.876 laborbestätige Corona-Infektionen.

Zudem wurden aus den Ländern innerhalb von 24 Stunden 128 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist im Vergleich zur Vorwoche weniger: Am vergangenen Samstag lag diese Zahl noch bei 197 neuen Todesfällen.

Die Intensivbetten in den Krankenhäusern füllen sich dagegen rascher: Die Zahl der Patienten, die wegen Covid-19 intensivmedizinisch behandelt wird, lag am Samstag bei 3390 Patienten und stieg im Vergleich zum Vortag um 56. Auch der R-Wert legte erneut zu. Der 7-Tage-R-Wert stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Samstag an und liegt nun bei 1,19 (Vortag 1,14).

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 357.171 (+2149), 8632 Todesfälle (+10)
  • Bayern 488.054 (+3206), 13.132 Todesfälle (+11)
  • Berlin 143.715 (+735), 3036 Todesfälle (+6)
  • Brandenburg 85.938 (+592), 3271 Todesfälle (+3)
  • Bremen 20.543 (+136), 402 Todesfälle (+0)
  • Hamburg 59.738 (+487), 1372 Todesfälle (+3)
  • Hessen 213.395 (+1673), 6270 Todesfälle (+22)
  • Mecklenburg-Vorpommern 29.783 (+272), 846 Todesfälle (+3)
  • Niedersachsen 192.446 (+1573), 4807 Todesfälle (+8)
  • Nordrhein-Westfalen 597.496 (+3684), 14.099 Todesfälle (+33)
  • Rheinland-Pfalz 114.039 (+562), 3305 Todesfälle (+3)
  • Saarland 31.509 (+167), 937 Todesfälle (+0)
  • Sachsen 217.446 (+1124), 8324 Todesfälle (+6)
  • Sachsen-Anhalt 71.309 (+484), 2721 Todesfälle (+11)
  • Schleswig-Holstein 48.882 (+329), 1426 Todesfälle (+0)
  • Thüringen 91.398 (+758), 3281 Todesfälle (+9)

Gesamtstand (27.03.2021, 20.31 Uhr) 2.762.876 (+17.931), 75.861 Todesfälle (+128)

Vortag (26.03.2021, 20.11 Uhr) 2.744.945 (+21.939), 75.733 Todesfälle (+186)

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.477.500. Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 209.515.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,19 (Stand Vortag: 1,14)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3390 (+56)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1835 (+15)

Anzahl Geimpfter (und Impfquote) laut RKI: 8.602.339 Menschen haben bereits eine Erstimpfung erhalten (10,3 Prozent) und 3.768.080 Menschen eine Zweitimpfung (4,5 Prozent).

Keine Notbremse: Berlin hält an Lockerungen fest – Corona-Tests zum Shoppen

20.13 Uhr: Der Berliner Senat nimmt die jüngsten Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen nicht zurück, will sie aber durch eine deutliche Ausweitung von Corona-Tests absichern. So ist ab Mittwoch für jeden Berliner ein negativer Corona-Test Voraussetzung, um in Geschäften jenseits von Supermärkten, Apotheken oder Drogerien Einkaufen gehen zu können. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einer Senatssitzung am Samstag mit.

Chefarzt des Zittauer Klinikums stirbt an Covid-19

19.07 Uhr: Das Coronavirus hat einen Helden der Pandemie gefordert: Der Chefarzt des Zittauer Klinikums, Wolfgang Eipperle, ist am 11. März auf tragische Weise gestorben. Wie die "Sächsische Zeitung“ berichtet, erlag der 61-Jährige einer Covid-19-Erkrankung. Eipperle selbst war erst im vergangenen Jahr an das Klinikum in Zittau gekommen und hatte während der zweiten Corona-Welle vielen Patienten geholfen und ihnen das Leben gerettet. Nun ist der Chefarzt selbst an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Das Klinikum Oberlausitzer Bergland nahm in einer Traueranzeige Abschied von dem Chefarzt für Innere Medizin. Die gemeinsame Zusammenarbeit habe nur etwa zehn Monate gedauert. Die Klinik sei "tief betroffen". Man habe Eipperle als stets um seine Patienten besorgten und freundlichen Arzt kennenlernen dürfen.

Die Stadt Zittau im äußersten Osten Sachsens war vor Weihnachten besonders stark von der zweiten Corona-Welle betroffen.

Zusätzliche Einschränkungen in Regionen mit Inzidenz über 150

18.55 Uhr: Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen werden die Corona-Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern teilweise verschärft. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 sind künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen möglich. Wenn die Corona-Infektionen als lokal nicht eingrenzbar eingeordnet werden, sollen dort von 21.00 bis 6.00 Uhr Ausgangsbeschränkungen eingeführt werden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag in Schwerin mitteilte.

In Regionen im Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen zusätzliche Einschränkungen gelten. Dazu zählen etwa Schließungen von Zoos, Tierparks, Museen und Fahrschulen, wie aus dem Beschlusspapier des Landes-Corona-Gipfels hervorgeht.   

Vom kommenden Mittwoch an ist der Friseurbesuch nur noch mit einem negativen Corona-Schnelltest möglich. Vom 6. April an muss dann auch beim Shoppen ein Negativ-Test vorgezeigt werden, wie Schwesig erläuterte. In Rostock soll dies erst ab dem 10. April gelten. Dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit am niedrigsten.

Behörde: Qualität von Corona-Schnelltests immer besser geworden

18.14 Uhr: Die Qualität vieler Corona-Selbsttests ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. "Die Empfindlichkeit dieser Schnelltests ist immer besser geworden, und das ist die Voraussetzung dafür, dass wir sie jetzt in der Breite anwenden", sagte der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, am Samstag bei einer Online-Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung, bei der Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen konnten.

Bei 22 von dem Institut geprüften Produkten lägen die Gütekriterien Empfindlichkeit wie auch Spezifität – also die Zuverlässigkeit, Infektionen und Nicht-Infektionen zu erkennen – weit über 90 Prozent, betonte Broich. "Das Problem der falsch-positiven und falsch-negativen Testergebnisse ist dadurch deutlich geringer geworden." Allerdings habe das Institut bei seiner Prüfung auch Produkte aussortiert. Die zuverlässigen Schnelltests listet das BfArM auf seiner Website auf.

Goldstandard für den Nachweis des Covid-19-Erregers sei aber nach wie vor ein PCR-Test, betonte Broich. Auch der Präsident der Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, mahnte zu Vorsicht: Die Selbsttests seien nicht perfekt.

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