Gesundheit

Bundesregierung wirbt mit Arzt für Impfungen – doch der steht offenbar der Hamas nahe

Virologe Christian Drosten prangert die Nachlässigkeit mancher Menschen in Sachen Zweitimpfung an. Unterdessen hat die Bundesregierung die Verbreitung eines Impf-Werbeclips gestoppt. Der dort gezeigte Arzt soll der Hamas nahestehen. Alle Meldungen rund ums Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 9. Juni 2021

  • Auf dem schnellsten Weg zum Pieks: Hausarzt, Impfzentrum, Drive-In, Newsletter: So kommen Sie jetzt an Ihren Impf-Termin
  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check

Curevac-Zulassung verzögert sich – wegen der abgeflauten Pandemiewelle

11.48 Uhr: Das Abflauen der aktuellen Pandemiewelle macht dem Tübinger Biotechnologieunternehmen Curevac bei der dringend erwarteten Zulassung seines Corona-Impfstoffs zu schaffen. Wie Curevac-Sprecherin Sarah Fakih der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstagausgabe) sagte, hakt das Zulassungsverfahren auf Unternehmensseite daran, dass sich in den Kontrollgruppen der klinischen Studie aktuell zu wenige Probanden mit dem Coronavirus angesteckt hätten. „Der Grund, dass wir die klinischen Daten der Phase-3-Studie an die europäische Arzneimittelbehörde Ema nicht so schnell liefern konnten wie geplant, ist, dass bisher nicht genügend Infektionen unter den Teilnehmern aufgetreten sind“, sagte Fakih unserer Redaktion. Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Slogan «the RNA people» steht an der Unternehmenszentrale.

„Zunächst hatten wir 59 Infektionen, in der aktuellen Zwischenanalyse, die wir der Ema weiterleiten, sind es jetzt 111“, berichtete die Curevac-Sprecherin. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die benötigten 160 Infektionen unter den knapp 40 000 Probanden in absehbarer Zeit erreichen“, betonte sie. Die Sprecherin stellte klar, dass die bisherigen Verzögerungen nicht daran lägen, es nicht genug Teilnehmer an den Studien gäbe, sondern dass sich darunter einfach zu wenig angesteckt hätten. „Neue Teilnehmer für die Studie müssen wir nicht suchen“, betonte die Sprecherin.

„Wir hoffen, dass wir die letzten Daten unserer klinischen Studie bis Ende Juni bei der EMA vorlegen können“, erklärte Fakih. „Wann die europäische Behörde diese dann ausgewertet hat und eine Zulassung vornimmt, ist schwer vorauszusagen“, fügte sie hinzu. Berichte, wonach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht mit einer Zulassung des Impfstoffs vor August rechne, wollte die Sprecherin nicht kommentieren. „Zu den Einschätzungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn werden wir öffentlich nicht Stellung nehmen“, betonte sie.

„Trotz der Verzögerung sind wir sicher, dass wir einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten können, zumal sie ja in vielen Ländern der Welt mit geringerem Einkommen immer noch längst nicht unter Kontrolle ist“, sagte die Curevac-Sprecherin. „Das Zukunftspotenzial unseres Vakzins schätzen wir als sehr hoch ein“, betonte sie. „Wir sind in Gesprächen mit Covax, der internationalen Unicef-Impfkampagne für die ärmsten Länder, um zu klären, wie wir unserer Verantwortung gerecht werden können“, fügte Fakih hinzu.

Regierung löscht Impf-Werbevideo von Hamas-nahem Arzt

10.01 Uhr: Die Bundesregierung hat ein Video gelöscht, in dem der Berliner Arzt Najeeb Al-Saidi für Corona-Schutzimpfungen wirbt. Das geht aus einem Bericht der "Bild"-Zeitung hervor. Grund dafür sollen israelfeindliche Inhalte gewesen sein, die der Mediziner bei Facebook verbreitete. Außerdem soll Al-Saidi Propagandafotos der Al-Qassam-Brigaden, also des bewaffneten Arms der Terrorgruppe Hamas, geteilt haben.

Die "Bild"-Zeitung zitiert eine Regierungssprecherin mit den Worten: "Die Äußerungen von Herrn Dr. Al-Saidi auf seinem Facebook-Account waren zum Zeitpunkt der Aufzeichnung und Veröffentlichung des Videos nicht bekannt." Der Werbefilm (verfügbar auf Deutsch und Arabisch) werde nicht weiter verbreitet.

Integrationsexperte Ahmad Mansour zeigte sich gegenüber der "Bild" schockiert über die Impfkampagne "mit islamistischen, antisemitischen Ärzten". Dass das Facebook-Profil des Mannes im Vorhinein nicht hinreichend überprüft wurde, bezeichnete Mansour als unprofessionell.

Al-Saidi hatte sich noch am Dienstag als stolzes Kampagnengesicht präsentiert. "Wenn das Medienteam von Kanzlerin Angela Merkel zu dir kommt und möchte, dass du ein Wort an das deutsche Volk richtest und dieses Wort auf der Seite der deutschen Regierung direkt nach dem des Ministerpräsidenten verbreitet wird (…) dann gibt es dir das Gefühl der echten Bürgerschaft und bewegt dich, mehr für dein Land Deutschland zu arbeiten", schrieb er bei Facebook.

Hatte hunderte Corona-Impfdosen zerstört – US-Apotheker zu drei Jahren Haft verurteilt

09.26 Uhr: Weil er hunderte Corona-Impfdosen des Herstellers Moderna zerstört hatte, ist ein Apotheker in den USA zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte, muss der Mann zudem Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 69.000 Euro an das Krankenhaus im Bundesstaat Wisconsin bezahlen, in dem er arbeitete. Der 46-Jährige habe den Impfstoff absichtlich aus der Kühleinheit genommen, wodurch das Vakzin beschädigt wurde, hieß es in Gerichtsdokumenten.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 57 Menschen mit dem nicht gekühlten und damit unwirksamen Mittel geimpft. "Der absichtliche Versuch, Impfstoffdosen während eines nationalen Gesundheitsnotstands zu zerstören, ist ein schweres Verbrechen", sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Brian Boynton.

Der Apotheker wurde nach dem Vorfall entlassen und verhaftet. Laut einem Bericht der "New York Times" hatte er gegenüber seiner Frau mehrfach Bemerkungen gemacht, die auf verschwörungstheoretisches Gedankengut hindeuten. Offenbar glaubte der Mann, dass das Vakzin der Firma Moderna die menschliche DNA verändern könne.

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden in den Online-Netzwerken zahllose Verschwörungstheorien verbreitet, insbesondere über Corona-Impfstoffe. Experten befürchten, dass diese Fehlinformationen eine ernsthafte Bedrohung im Kampf gegen das Virus darstellen, da sie eine Ablehnung von Impfungen begünstigen.

Flüchtlingsrat startet Impfkampagne in 16 Sprachen

09.23 Uhr: Eine Social-Media-Kampagne mit 16 Videos in Sprachen von Albanisch bis Somali will Zugewanderte über die Corona-Impfung aufklären. Die Initiative solle Bedenken abbauen und als Grundlage für persönliche Beratungsgespräche dienen, teilte der niedersächsische Flüchtlingsrat am Mittwoch mit. Das Gremium realisiert die Kampagne gemeinsam mit der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Wolfgang Kumm/dpa Ende der Priorisierung sorgt für Frust: Karlsruher Ärzte impfen am Limit gegen Corona doch „die Mitarbeiter laufen davon“

Ärztinnen und Ärzte haben die Videos ehrenamtlich in ihren jeweiligen Muttersprachen aufgenommen. Die Mediziner thematisieren Impfreaktionen und Nebenwirkungen und widerlegen besonders verbreitete Mythen, wie es hieß. Die Aktion läuft in sozialen Medien unter dem Hashtag #weexplainforeveryone.

Geflüchtete sind wegen ihrer Lebensverhältnisse häufig einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken. Sie wohnen teils beengt in Unterkünften oder haben prekäre Jobs. Der Zugang zum Gesundheitssystem ist für sie oft schwierig.

Bundesärztekammer-Chef appelliert wegen Impfstoffmangel an Bundesregierung: "Muss sich schnell ändern"

Mittwoch, 9. Juni, 7.10 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, drängt die Bundesregierung, für mehr Impfstoff gegen das Coronavirus zu sorgen. "Der Bedarf übersteigt die zur Verfügung stehenden Kapazitäten deutlich. Wenn wir Termine verschieben müssen, weil Lieferungen ausbleiben, führt das zu Frust bei den Patienten. Und diesen Frust bekommt als Erstes das Praxispersonal zu spüren. Daran muss sich schnell etwas ändern", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Er habe Verständnis dafür, dass die Menschen schnell geimpft werden wollen. Der Bund müsse daher sicherstellen, dass so schnell wie möglich ausreichend Impfstoffe für die Praxen, Impfzentren und Betriebsärzte zur Verfügung stehen.

Eine vierte Corona-Infektionswelle fürchtet Reinhardt nicht. "Ich habe derzeit keine Angst vor einer vierten Welle, weil ich davon ausgehe, dass aufgrund der Impfungen die Zahl der Neuinfektionen überschaubar bleibt und mit weniger schweren Verläufen zu rechnen ist", sagte der Ärztepräsident. Allerdings sei die Pandemie natürlich noch nicht vorbei.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, appellierte an die impfwilligen Menschen, noch für eine kurze Zeit Geduld zu haben. "Jeder, der will, wird auch geimpft werden. Nur können nicht alle sofort und gleichzeitig oder schon in den nächsten Tagen ihre Impfung erhalten", sagte Gassen der "Rheinischen Post". Dazu seien vorhandenen Impfstoffmengen immer noch zu knapp. Die Situation solle sich laut Bundesgesundheitsministerium aber ändern. "Wir erwarten also deutlich höhere Impfstoffmengen noch im Juni."

Seit Montag ist die festgelegte Reihenfolge von Bevölkerungsgruppen beim Impfen gegen das Coronavirus aufgehoben. 46 Prozent der Menschen in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, knapp 22 Prozent haben den vollständigen Impfschutz

Drosten warnt vor verpassten Zweitimpfungen: "Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten"

21.45 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat vor Rückschlägen für die Corona-Impfkampagne über den Sommer in Deutschland gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info). "Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein." Michael Kappeler/dpa Virologe Christian Drosten sieht in Chinas Pelzindustrie die mögliche Quelle für Corona.

Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der "impffähigen erwachsenen Bevölkerung", erinnerte er. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst noch wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten. Aktuell liegt der Anteil der vollständig Geimpften in der Bevölkerung bei knapp 22 Prozent.

Für Besuch von EM-Spielen im Wembley-Stadion Corona-Tests oder Impfnachweise nötig

21.33 Uhr: Für den Besuch von Spielen der Fußball-Europameisterschaft im Londoner Wembley-Stadion sind Corona-Nachweise nötig. Zuschauer müssen ab dem Alter von elf Jahren einen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist, wie die Europäische Fußball-Union UEFA am Dienstag mitteilte. Alternativ ist auch ein Zertifikat über eine vollständige Corona-Impfung als Nachweis erlaubt. Die zweite, für den vollen Schutz als notwendig erachtete Spritze muss dabei mindestens 14 Tage zurückliegen.

Als erstes Spiel steht am kommenden Sonntag (13. Juni) die Vorrundenpartie zwischen England und Kroatien in Wembley an. Dazu sowie für die anderen Vorrunden- und zwei Achtelfinalspiele sind 22 500 Zuschauer erlaubt – ein Viertel der 90 000 Sitze. Für die Halbfinalspiele und das Finale hoffen die UEFA und der englische Verband FA auf 50 Prozent Auslastung.

Im Wembley-Stadion wurden in den vergangenen Wochen bereits mehrere Spiele vor Zuschauern ausgetragen. Zum Eintritt war ein negativer Corona-Test nötig, in mindestens einem Fall wurde aber auch gar kein Nachweis verlangt. In Großbritannien gibt es bei der EM zwei Spielorte: Auch in Glasgow gibt es mehrere Partien. Bisher sind im Stadion Hampden Park keine speziellen Corona-Bedingungen für die erlaubten 12 000 Zuschauer bekannt, knapp ein Viertel der Kapazität. Geplant ist ein gestaffelter Einlass.

Vietnam bittet jetzt eigene Bevölkerung um Spenden für Corona-Impfstoffe

17.12 Uhr: Im Kampf gegen eine neue Corona-Ansteckungswelle hat die vietnamesische Regierung die Bevölkerung zu Spenden für die Beschaffung von Impfstoffen aufgerufen. Seit vergangener Woche erhielten Handy-Nutzer bis zu drei SMS mit der Aufforderung, in einen neuen Impfstoff-Fonds einzuzahlen. Beamte wurden aufgefordert, einen Tageslohn zu spenden.

Das südostasiatische Land galt lange Zeit als vorbildlich bei der Bekämpfung des Coronavirus. Doch seit Anfang April breitet sich das Virus wieder deutlich aus. Betroffen sind vor allem die für die Wirtschaft wichtigen Industrieprovinzen im Norden Vietnams, in denen auch internationale Konzerne wie Samsung oder Foxconn Fabriken haben. Wegen der strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs haben bereits zehntausende Menschen ihre Arbeit verloren. Oliver Berg/dpa/Symbolbild Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem Impfstoff von Moderna auf.

Die kommunistische Führung setzt nun auf Impfungen, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen. Noch in diesem Jahr sollen 70 Prozent der Bevölkerung Immunschutz erhalten – bisher sind nur etwa ein Prozent der fast 100 Millionen Einwohner geimpft. Die Kosten der Impfkampagne liegen bei 1,1 Milliarden Dollar (rund 900 Millionen Euro). Im Budget vorgesehen sind aber nur 630 Millionen Dollar. 

Daraufhin rief Regierungschef Pham Minh Chinh am vergangenen Samstag zu einem "finanziellen Beitrag der Gemeinschaft und Gesellschaft" auf. Bis Dienstag kamen nach Angaben des Finanzministeriums 181 Millionen Dollar an Einzelspenden zusammen, weitere 140 Millionen Dollar wurden von Unternehmen zugesagt.

Doch die Meinungen über die ungewöhnliche Aktion sind geteilt: Während der Beamte Nguyen Tuan Anh der Nachrichtenagentur AFP sagte, er habe als seinen Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft 50 Dollar per SMS überwiesen, zeigte sich der Büro-Angestellte Pham Mai Chi weniger spendabel. Er sei sich nicht sicher, ob die Spenden tatsächlich ausschließlich für die Impfung der Bürger ausgegeben werden, sagte er AFP und fügte hinzu: "Ich vertraue ihnen glaube ich nicht genug, um ihnen mein Geld zu geben".

Stiko-Entwurf: Nur Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen sollen geimpft werden

16.49 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung laut einem vorläufigen Entwurf nur Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium nennt laut dem als vertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergingen. Eine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe wird in dem Entwurf nicht ausgesprochen. Zuvor hatten "Business Insider" und andere Medien darüber berichtet.

Die Stiko listet auf: Fettleibigkeit, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom) und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung. Wolfgang Kumm/dpa «Wir haben viele Jugendliche, aber auch schon Kinder im Alter von 12, 13 Jahren, die selbst nach einer Impfung fragen», berichtet die Verbandssprecherin der Kinder- und Jugendärzte.

Zusätzlich sieht der Stiko-Entwurf eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren vor, "in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie)".

Wie nach entsprechenden Äußerungen von Stiko-Mitgliedern zu erwarten war, wird im Entwurf zunächst wegen "großer Wissenslücken" hinsichtlich der Sicherheit keine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe ausgesprochen. Der Piks sei aber "nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich".

Begründet wird die eingeschränkte Empfehlung auch mit "nicht allgemein gegebenem" Nutzen der Impfung zum Verhindern schwerer Verläufe und Todesfälle in dieser Altersgruppe: "Es müssten etwa 100 000 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche geimpft werden, um einen einzigen Covid-19-bedingten Todesfall in dieser Altersgruppe zu verhindern." Auch von einer Umverteilung der noch raren Impfstoffe an gesunde Kinder und Jugendliche wird abgeraten, "solange noch viele ältere Erwachsene mit deutlich höherem Risiko ungeimpft sind".

Der Entwurf war an Länder und Fachgesellschaften gegangen, die noch Änderungen einbringen konnten. Eine Veröffentlichung der finalen Fassung wird für Donnerstag erwartet. Grundlage sind Analysen von Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer (Comirnaty) bei 12- bis 17-Jährigen und Auswertungen zur Epidemiologie und dem Krankheitsbild bei Covid-19. Das Expertengremium wog Nutzen und Risiken gegeneinander ab.

Curevac kann Impf-Zeitplan nicht einhalten – will sich aber nicht dazu äußern

16.40 Uhr: Der Impfstoff-Hersteller Curevac, einst die große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus, wird wohl weiter hinter den Erwartungen zurückbleiben. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, stellt man sich in Berlin bereits auf massive Verzögerungen im Impfplan ein. Nicht vor August sei mit einer Zulassung des Vakzins zu rechnen, soll Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer vertraulichen Sitzung gesagt haben. Curevac selbst habe sich gegenüber der "FAZ" nicht zu den Verzögerungen äußern wollen, weder telefonisch noch per Mail. Die Zulassung des Vakzins, die bisher noch auf sich warten lässt, soll sich jedoch kaum auf die deutsche Impfkampagne auswirken.

Diesen Fehler machen viele: Nach Corona-Zweit-Impfung keinesfalls Impf-Account löschen

15.26 Uhr:  Mitte Juli soll der Startschuss für einen digitalen Impfnachweis durch das Bundesgesundheitsministerium fallen. Diese Impfnachweise sollen über das Bayerische Impfportal BayIMCO erstellt werden, wo man den Impfpass dann ganz einfach herunterladen kann. Daher sollte man keinesfalls den Fehler machen, seinen Account nach der Zweitimpfung zu löschen, wie die Stadt Nürnberg in einer Mitteilung bekannt gibt. Er sei wichtig für den späteren digitalen Impfnachweis. Man werde die Impflinge an sämtlichen Impforten in Nürnberg künftig bei deren Impfungen darauf hinweisen.

Wer seinen Account im Impfportal bereits gelöscht hat, sollte seine mehrseitige Impfdokumentation und seinen Impfpass sorgfältig aufbewahren. "Es können derzeit vom Impfzentrum oder Gesundheitsamt weder die Impfungen einfach „nachgetragen“ werden, noch individuelle Impf-Dokumentationen für Personen vorgenommen werden, die sowohl ihren Impfpass verloren als auch die Impfdokumentation vernichtet habe",  heißt es in der Mitteilung.

Organisationen wollen Impfstoff-Initiative Covax stärken

12.20 Uhr: Im Rahmen der internationalen Covax-Initiative hat Unicef in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben mehr als 80 Millionen Covid-19-Impfdosen für ärmste Länder und Krisenregionen verteilt. Bis Ende dieses Jahres sollen zwei Milliarden Impfdosen ausgeliefert werden, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Dienstag in Köln mitteilte.

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, betonte: "Erst wenn das Virus weltweit besiegt ist, sind wir alle sicher. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass Covid-19-Impfstoffe allen zur Verfügung stehen, auch Menschen in den ärmsten Ländern." Das sei auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit. dpa/Britta Pedersen Deutschlands Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider.

"Es macht Hoffnung, dass sich nun auch große Player aus der deutschen Wirtschaft und Philanthropen an dieser gemeinsamen Kraftanstrengung beteiligen. Mit jedem Gesundheitshelfer, der vor dem Virus geschützt ist, kann zum Beispiel die Versorgung von zahlreichen Kindern sichergestellt werden", so Schneider. Mit jedem geimpften Lehrer könnten auch immer mehr Kinder zum Unterricht zurückkehren.

Die Caritas forderte vor dem G7-Gipfel in Cornwall, neben mehr Mittel für die Covax-Initiative den Patentschutz für Corona-Impfstoffe befristet aufzuheben. Präsident Peter Neher sagte im Deutschlandfunk, das sei nur ein Baustein bei der Bekämpfung der Pandemie. Es gehe darum, die globale Gesundheitsversorgung auf den Prüfstand zu stellen. Der weltweite Süden müsse langfristig in die Lage versetzt werden, selbst Impfstoff herzustellen. Die betroffenen Länder sollten auf Dauer unabhängig werden von dem, was ihnen von reichen Staaten "als Brosamen vom Tisch zur Verfügung gestellt" werde.

Unterdessen appellierten in einem Offenen Brief 28 internationale Unicef-Botschafter und Prominente an die G7, verfügbare Impfdosen jetzt an ärmere Länder zu spenden und eine faire Impfstoffversorgung für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen sicherzustellen. Zu den prominenten Persönlichkeiten gehören demnach Ramla Ali, Fernando Alonso, David Beckham, Orlando Bloom, Whoopi Goldberg, Andy Murray, Liam Neeson, Katy Perry, Sergio Ramos, Claudia Schiffer und P!nk. dpa/Georg Wendt Liam Neeson bei der Verleihung der Goldenen Kamera 2018. dpa Whoopi Goldberg

Save the Children teilte mit, dass fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland vor dem anstehenden Gipfel der sieben Industriestaaten Forderungen nach mehr globaler Impfgerechtigkeit unterstützten. Bei einer Umfrage im Auftrag der Hilfsorganisation befürworten demnach 57 der Befragten, dass die G7-Staaten mehr Covid-19-Impfdosen an benachteiligte Länder abgeben. "Jetzt ist die Zeit, um aktiv zu werden, damit die Pandemie endlich auf der ganzen Welt bekämpft werden kann", erklärte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland.

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