Gesundheit

Corona-Impfung für alle! Wer keinen Hausarzt hat, sollte jetzt handeln

Mehr als 50 Millionen Impfdosen wurden in Deutschland bereits gespritzt. Millionen Menschen warten noch. Seit Montag ist die Impf-Priorisierung bundesweit weggefallen. FOCUS Online sagt, was Sie tun können, wenn Sie keinen Hausarzt haben.

Gut fünf Monate ist es her, dass die erste Spritze gegen das Coronavirus in Deutschland gesetzt wurde. Nach reichlich Ärger und Frust zu Beginn haben die Impfungen immer mehr Fahrt aufgenommen. Und jetzt startet die nächste große Etappe: An diesem Montag fallen für Millionen Menschen Hindernisse weg, an begehrte Termine zu kommen.

  • Mehr zum Thema: Wann bin ich dran? – Erste Bundesländer kippen Priorität: Wie komme ich jetzt an einen Impftermin beim Arzt?

Kann sich jeder am Montag impfen lassen?

Theoretisch ja – doch für die allermeisten dürfte es noch Wochen bis zur Impfung dauern. Tatsächlich können sich nun aber alle um Termine bemühen, die dann über den Sommer hinweg eingetaktet werden sollen. Denn die Impfstoffmengen nehmen zwar zu, geliefert wird aber weiter nur nach und nach.

Laut Prognosen der Hersteller sollen kommende Woche fast 2,6 Millionen Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer an die Praxen gehen, dazu gut 300.000 von Astrazeneca und 514.000 von Johnson & Johnson. Daneben sollen die Impfzentren 2,5 Millionen Dosen bekommen. Die Öffnung für alle fällt allerdings in eine Phase, in der gerade sehr viele Zweitimpfungen mit dafür reservierten Dosen laufen.

  • Die dreiste Taktik mit der Impfberatung erklären wir hier: Corona-Impfung – Abzocke mit der Impfberatung? Was Sie über den Termin beim Arzt wissen müssen

Sie haben keinen Hausarzt? Diese Praxen impfen

Grundsätzlich dürfen alle Ärzte in Deutschland impfen. Voraussetzung ist, sie werden mit Corona-Impfstoff beliefert und verfügen über eine Kassenzulassung. Darunter fallen sämtliche Allgemeinärzte, Hausärzte, Internisten oder auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Impfberechtigte, die keinen festen Hausarzt haben, sollten wissen: Arztpraxen setzen Impfberechtigte zwar auf die Warteliste, schauen allerdings akribisch auch auf die Patientenakte. Waren Sie also in den vergangenen Monaten und Jahren bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder bei einem Internisten, dann sollten Sie Ihr Glück auch dort versuchen.

Aufruf an User: Was haben Sie erlebt?

Sie arbeiten in einer Praxis oder vergeben als Arzt Impftermine? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen an verbraucherhilfe(a)chip.de. Im Betreff bitte „Impfberatung“.

„Wir impfen nur Patienten, die in unserer Praxis bereits in Behandlung sind oder waren“, heißt es lapidar auf den Online-Auftritten von Arztpraxen. Indirekt wird also zwischen Stammpatienten und Neu-Patienten unterschieden. Da es an Vorgaben seitens des Bundes fehlt, sind solche Unterscheidungen offenbar rechtlich möglich. 

FOCUS Online rät: Fragen Sie auch in Ihrem Bekanntenkreis nach. Oft können Familienangehörige oder Freunde ein gutes Wort bei ihrem behandelten Arzt einlegen und mit etwas Glück werden auch Sie aufgenommen. Auch hilft es bei Arztpraxen im naheliegenden Wohnort zu fragen. Wird ein Termin frei, wird die Praxis schnell und unbürokratisch den Termin weitergeben wollen. Wer direkt in der Nachbarschaft wohnt, ist schnell in der Praxis und geimpft. 

Auch Impfzentren vergeben weiterhin Termine. Allerdings wird hier größtenteils auch nach dem 7. Juni womöglich an der Impfpriorität festgehalten.

Was brauche ich für die Corona-Impfung beim Arzt?

Das wichtigste ist wohl der Termin. Diesen müssen Impfberechtigte vorab mit der Praxis klären.

Zur Impfung sollten Impfberechtigte folgende Dokumente mitbringen:

  • die Versicherungskarte,
  • ihren gelben Impfausweis (falls vorhanden),
  • das Aufklärungsmerkblatt,
  • die Einwilligungserklärung
  • den Anamnesebogen

Alle benötigten Dokumente können Sie hier downloaden.

Welche Alternativen gibt es zu den Arztpraxen?

Impftermine gibt es für alle Bundesbürger ab 7. Juni (theoretisch) auch über die Impfzentren. Diese erreichen Sie je nach Wohnort wie folgt:

  • Baden-Württemberg (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin-Service und dann Baden-Württemberg wählen)
  • Bayern (unter der 116 117 gibt es Informationen, online gibt es eine Termin-Registrierung über "Bayerisches Impfzentrum")
  • Berlin (über Telefon unter der Rufnummer 030 90 2822 00 oder online über "Service-Portal Berlin" letzter Punkt auf der Seite)
  • Brandenburg (über Telefon unter 116 117 oder online über "Brandenburg impft")
  • Bremen (Betroffene werden direkt per Post angeschrieben)
  • Hamburg (über Telefon unter 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Hamburg wählen)
  • Hessen (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Hessen wählen)
  • Mecklenburg-Vorpommern (über Telefon 0385 20 27 11 15 und über "Corona-Impftermin MV")
  • Nordrhein-Westfalen (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Nordrhein-Westfalen wählen)
  • Rheinland-Pfalz (über Telefon 0800 5 758 100 oder Online-Registrierung über "Impfdokumentation RLP")
  • Saarland (über Telefon 0681 50 144 22 oder 0800 999 15 99 und "Impfen Saarland")
  • Sachsen (telefonisch unter  0800 0 899 089 oder online über "Terminvergabe Sachsen")
  • Sachsen-Anhalt (über Telefon unter der 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Sachsen-Anhalt wählen)
  • Schleswig-Holstein (telefonisch über Rufnummer 116 117 oder online über "Terminvereinbarung für die Impfzentren in Schleswig-Holstein")
  • Thüringen (telefonisch unter der Rufnummer 03643 49 50 49 0 oder online über "Impfen in Thüringen")

Hausarzt und Impfzentrum: Wie Sie an einen Impftermin kommen

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