Gesundheit

Corona-Rekord zur Wahl: Hier sind die Infektionszahlen in den USA auf Höchststand

Alle wichtigen Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Pandemie: In den Monaten der Krise hat sich die Corona-Pandemie auch zu einem Informationsdschungel entwickelt. FOCUS Online will Ihnen Orientierung geben – und zeigt Ihnen jeden Tag die wichtigsten, aktuellen Trends zu Covid-19.

2. November, 11:20 Uhr: Die Corona-Trends für Deutschland

Laut den Gesundheitsämtern der Bundesländer haben sich bis Sonntagabend insgesamt 538.144 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert. Darunter sind 11.945 Neuinfektionen – das sind 2476 neue Fälle mehr im Vergleich zum Sonntag vor einer Woche. Die meisten neuen Fälle kommen aus Nordrhein-Westfalen (3637), Bayern (2036) und Baden-Württemberg (1263).

Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland 10.469 Menschen mit einer Coronavirus-Erkrankung gestorben – in den vergangenen 24 Stunden kamen 39 Todesfälle hinzu.

Der R-Wert stieg laut RKI leicht von 1,11 auf 1,13. Die deutschlandweite 7-Tage-Inzidenz liegt bei einem Wert von 120. Am höchsten ist sie derzeit in Bremen (189,4), Berlin (164,6), Hessen (160,8) und dem Saarland (160,5).

Die nach Inzidenz am stärksten betroffenen Landkreise sind laut RKI-Bericht vom Sonntag Marburg-Biedenkopf (299,5), Rottal-Inn (293,0) und der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (264,5)

Die Zahl der Covid-Patienten, die Intensivbetten belegen, kletterte laut RKI am Sonntag auf 2061. Damit hat sich die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle in den vergangenen 2 Wochen von 769 Patienten am 18.10.2020 auf 2.061 Patienten am 01.11.2020 fast verdreifacht. Von den Patienten werden 1086 invasiv beatmet.

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Auslastung der Intensivstationen: Zwei Bundesländer haben nicht mehr viel Spielraum

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet in zwei bis drei Wochen mit einem neuen Höchststand an Intensivpatienten in Deutschland während der Corona-Pandemie.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hatte am Wochenende der  „Bild am Sonntag“ erklärt: „Ganz klar: Es ist in einigen Bundesländern nicht mehr viel Spielraum. Berlin hat nur noch 14 Prozent freie Intensivbetten, Bremen 17 Prozent.“ Im Frühjahr sei die Situation viel weniger dramatisch gewesen als das, was jetzt auf uns zukomme.

Neuer Rekord: USA melden 99.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

In Deutschland hat mit dem Montag ein vierwöchiger Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. In vielen europäischen Ländern, etwa in Österreich oder England wurden erneut verschärfte Maßnahmen erlassen. „Drakonisch“-, wenn es nach Donald Trump geht. Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte er auf einem Wahlkampfauftritt in Hickory im Bundesstaat North Carolina starke Kritik an den Maßnahmen in Europa geübt. „Die Menschen begehren auf, sie wollen und können das nicht mehr tun.“

Trump fügte hinzu: „Europa hat drakonische Lockdowns verhängt, und trotzdem explodieren ihre Fallzahlen, die Zahl ihrer Toten nimmt stark zu, und ihre Wirtschaften sind – seien wir ehrlich, Sie sehen, was passiert – sie sind in Trümmern.“

Zwar behauptet der Präsident immer wieder, die USA seien in der Pandemie über den Berg – tatsächlich steigen die Infektionszahlen dort jedoch wieder stark an. Zuletzt wurden im Schnitt pro Tag rund 75.000 Neuinfektionen gemeldet. Am Freitag verzeichneten die Staaten mit 99.000 Neuinfekionen binnen 24 Stunden einen neuen Rekord.

Our World in Data Die täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA.  

Besonders viele auf die Bevölkerungsdichte verteilte Neuinfektionen meldeten in der vergangenen Woche die nebeneinander liegenden Bundesstaaten North- und South-Dakota. In North-Dakota lag die 7-Tages-Inzidenz bei 137,7, in South-Dakota bei 127,1. Beide Staaten verzeichneten in den vergangene sieben Tagen über 7.000 Neuinfektionen. CDC Die Grafik zeigt die Bundesstaaten der USA, sortiert nach der 7-Tages-Inzidenz.

North- und South-Dakota überstiegen damit beide weit den US-weiten Durchschnitt an Neuinfektionen auf 100.000 Personen. Dieser lag in den gesamten Vereinigten Staaten zuletzt bei 23,8.

 

Unabhängig von der Bevölkerungsdichte meldete in der vergangenen Woche der Bundesstaat Texas die meisten Neuinfektionen. In den vergangenen sieben Tagen lagen diese bei 42.525. Die Inzidenz liegt dort bei 21,2. In Texas sind auch die meisten Menschen verstorben. In den vergangenen sieben Tagen starben dort 568 Menschen in Folge einer Sars-CoV-2-Infektion.

Seit Beginn der Pandemie sind bereits mehr als 230.000 Menschen in Verbindung mit Covid-19 ums Leben gekommen. Biden wirft Trump daher vor, bei der Eindämmung der Pandemie versagt zu haben und für den Tod zehntausender Amerikaner verantwortlich zu sein.

30.000 Infektionen und 700 Todesfälle wegen Trumps-Wahlkampfveranstaltungen

Laut einer Studie gehen rund 30.000 Infektionen sowie 700 Todesfälle auf Wahlkampf-Veranstaltungen von Donald Trump zurück. Forscher der Universität Stanford machten dem US-Präsidenten schwere Vorwürfe, er habe seine Anhänger nicht ermutigt, Masken zu tragen oder Abstand zu halten.

Basierend auf ihren Modellen kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die 18, zwischen Juni und September abgehaltenen Veranstaltungen im Durchschnitt zu einem Anstieg von mehr als 250 bestätigten Fällen pro 100.000 Einwohner führten. Die Studie ist noch nicht von unabhängigen Wissenschaftler begutachtet worden.

Besonderes Augenmerk legten die Studienautoren auf zwei Counties im Bundesstaat Wisconsin: Winnebago und Marathon. In beiden Regionen stiegen die Positivitätsraten der Tests kurz nach der Veranstaltung stark an, in Winnebago etwa verdoppelte sie sich in den ersten vier Wochen nach Trumps Auftritt.

20 mal so viele Todesfälle wie in Deutschland

Trumps demokratischer Rivale Joe Biden bezeichnete die Auftritte des US-Präsidenten immer wieder als sogenannte "Superspreader-Events" – Veranstaltungen, bei denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) überschritten die USA am Freitag erstmals die Marke von 99.000 registrierten Neuinfektionen. Insgesamt haben sich dort seit Beginn der Pandemie über 9 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert.

Mit ihren 330 Millionen Einwohnern ist die Bevölkerung der Vereinigten Staaten etwa vier Mal so groß wie die Deutschlands, hatte am vergangenen Freitag aber rund fünf Mal so viele Neuansteckungen. Nach den JHU-Statistiken hat die Pandemie in den USA bisher mehr als 230.000 Menschen das Leben gekostet – mehr als 20 mal so viele wie in der Bundesrepublik.

 

Trump warf seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vor, im Fall seines Sieges bei der Präsidentenwahl am Dienstag einen Lockdown in den USA verhängen und „Amerika in einen Gefängnisstaat“ verwandeln zu wollen. „Der Biden-Lockdown wird zu unzähligen Toten führen und eine ganze Generation an Träumen auslöschen.“

Trump lobte erneut sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie, das eine Mehrheit der Amerikaner seit Monaten negativ bewertet. Biden hat keinen Lockdown angekündigt, sondern versprochen, auf den Rat der Wissenschaftler zu hören. Er schrieb am Sonntag auf Twitter: „Donald Trump hat den Versuch aufgegeben, das Virus unter Kontrolle zu bringen.“

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