Gesundheit

Corona-Toter mit offenem Sarg betrauert und geküsst: Kirchenoberhaupt infiziert

Ende Oktober ist in Montenegro der Kirchenführer der serbisch-orthodoxen Kirche an den Folgen des Coronavirus gestorben. Seine Trauerfeier fand mit offenem Sarg statt, die Gläubigen küssten den Leichnam sogar. Nun ist ein Kirchenoberhaupt ebenfalls infiziert.

Patriarch Irinej, das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, ist mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich in einem Belgrader Krankenhaus. Das teilte die serbisch-orthodoxe Kirche auf ihrer Webseite mit. Der 90-jährige Irinej weise vorerst keine Symptome auf, sein Wohlbefinden sei gut, hieß es in der Mitteilung weiter.

Trauerfeier ein Fest für Virusverbreitung

Wie serbische Medien berichteten, hatte der Patriarch am ersten Novembersonntag am Begräbnis des montenegrinischen Kirchenführers Amfilohije Radović in Podgorica teilgenommen. Der Metropolit des montenegrinischen Ablegers der serbisch-orthodoxen Kirche war an Covid-19 gestorben.

Fernsehberichte hatten gezeigt, dass beim Begräbnis von Amfilohije mit mehr als tausend Teilnehmern nur wenige Menschen Gesichtsmasken trugen, darunter der designierte Premierminister Zdravko Krivokapic. Zudem wurde der in einem offenen Sarg aufgebahrte Kirchenführer von vielen Gottesdienstteilnehmern geküsst. Der Verstorbene galt selbst als Corona-Skeptiker.

Keine Schutzmaßnahmen bei Gottesdiensten

Die orthodoxen Kirchen in Ost- und Südosteuropa stehen in der Kritik, weil sie die Corona-Pandemie nicht ernst zu nehmen scheinen. Bei Gottesdiensten der serbisch-orthodoxen Kirche ist weiterhin die sogenannte "Löffelkommunion" verbreitet. Die Gläubigen empfangen dabei die Kommunion vom selben Essbesteck, das der Priester vom einen zum anderen weiterreicht. 

In Montenegro war bereits am vergangenen Mittwoch bekannt geworden, dass der Bischof von Budva und Nikisc, Joanikije, mit dem Coronavirus infiziert ist. Er gilt als wahrscheinlicher Nachfolger Amfilohijes an der Spitze der montenegrinischen Teilkirche. Er habe sich in Heimquarantäne begeben, sein Zustand sei gut, hieß es.

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