Gesundheit

Coronakrise führt zu deutlich mehr Apotheken-Botendiensten

Schon zu Beginn der Lockdown-Phase in der Coronakrise wurde prophezeit, dass mit einem Online-Boom zu rechnen ist. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) konnte mit einer Verbraucherbefragung belegen, dass die Umsätze im Online-Handel seit März in die Höhe schießen – und zwar bei Produkten des täglichen Bedarfs sowie Arzneimitteln. Wie leistungsfähig die Apotheken ungeachtet dessen ihren „Same-Day-Delivery“ per Botendienst umsetzen, hat Dr. Hagen Sexauer vom Marktforschungsunternehmen bench-breaking.com untersucht. Demnach hat fast jeder zehnte Betrieb die Auslieferungen um mindestens 50 bis 100 Prozent gesteigert.

Mit der Änderung der Apothekenbetriebsordnung im vergangenen Jahr hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Servicedienstleistung der Apotheken – zumindest auf dem Papier – in die Gegenwart transformiert. Seitdem kann der Botendienst nicht mehr nur im „Einzelfall“, sondern als Regelleistung auf Kundenwunsch erfolgen. Die neue Definition war in den meisten Apotheken sicher schon immer gang und gäbe. Man könnte meinen, dass die Coronavirus-Pandemie der wie gerufene Stresstest für die neuen Regeln ist. Denn seit der Lockdown-Phase ist die Nachfrage in der Bevölkerung nach Lieferservices deutlich gestiegen.

Das macht sich auch beim Apotheken-Botendienst bemerkbar. Dr. Hagen Sexauer vom Marktforschungsunternehmen bench-breaking.com hat per Umfrage die Situation in mehr als 200 Vor-Ort-Apotheken analysiert. Demnach liefern fast zwei Drittel aller Apotheken (61 Prozent) täglich zwischen 5 und 15 Arzneimittel an ihre Kunden aus – 12 Prozent sogar deutlich mehr als 40 Bestellungen pro Tag. Die Pandemie hat dazu geführt, dass fast jeder zehnte Betrieb die Auslieferungen um mindestens 50 bis 100 Prozent steigerte. 85 Prozent der Befragten gaben an, sie könnten sich vorstellen, sich künftig an eine Bestellplattform anzuschließen, um ihre Umsätze im Wettbewerb gegen Versandapotheken zu sichern.

Apotheker sind gegenüber Plattform-Lösungen offen

Genug Kapazitäten sind offensichtlich in den Betrieben dafür vorhanden: Selbst bei einer sofortigen Verdoppelung des Bestellvolumens könnten 81 Prozent der Apotheken diese deutlich erhöhte Nachfrage sofort bedienen. Dabei sind die Apotheker den bereits im Markt befindlichen und angekündigten Plattform-Lösungen sehr offen. 57 Prozent der Apotheken würden einer – künftig zu startenden – Plattform der Initiative „Pro AvO“ beitreten („Zukunftspakt Apotheke“: 50 Prozent), aber nur jede zehnte (9 Prozent) einer von DocMorris. Die Mehrheit (80 Prozent) könnte sich vorstellen, bei mehreren Plattformen gleichzeitig Mitglied zu sein, und 83 Prozent würden sich wünschen, den eigenen Botendienst weiterhin dafür einsetzen zu dürfen.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen