Gesundheit

Coronavirus: Psychosoziale Auswirkungen der COVID-19-Pandemie – Heilpraxis

Folgen der COVID-19-Pandemie für die psychische Gesundheit

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung wurden vielfach diskutiert, nun liefert die Auswertung einer repräsentativen Umfrage wichtige Erkenntnisse.

Wie sich das Auftreten des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und die Gegenmaßnahmen auf die allgemeine und die psychische Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ausgewirkt haben, wurde in einer Sonderbefragung der NAKO-Gesundheitsstudie untersucht. „Zu verzeichnen ist eine signifikante Zunahme von depressiven und Angstsymptomen sowie Stress“, berichten die Forschenden von den Ergebnissen. Veröffentlicht wurde die Studie im „Deutschen Ärzteblatt“.

Knapp 160.000 Personen befragt

Die NAKO-Gesundheitsstudie ist mit insgesamt rund 205.000 Teilnehmenden die bislang größte bevölkerungsbasierte, prospektive Langzeitstudie in Deutschland. Im Rahmen der Sonderbefragung während des Lockdowns im Frühjahr 2020 haben sich 159.562 Personen beteiligt. Schwerpunkt der aktuellen Auswertung bildeten nun die 113.928 Rückantworten, welche in den ersten vier Wochen der Befragung im Mai eingegangen waren, berichten die Forschenden.

Die Teilnehmenden aus Freiburg und 15 weiteren deutschen Studienregionen wurden einerseits befragt, ob bei ihnen ein COVID-19-Test durchgeführt wurde und welche Symptome aufgetreten sind. Anderseits sollten sie Auskunft über ihren subjektiv empfundenen Gesundheitszustand geben, wobei insbesondere depressive Symptome, Angstsymptome und Stress erfragt wurden, berichtet das Universitätsklinikum Freiburg in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Vermehrte psychische Symptome

„Symptome einer Depression und einer Angststörung nahmen bei den Teilnehmer*innen unter 60 Jahren zu, besonders bei jungen Frauen“, fasst Professorin Dr. Dr. Karin Michels, Leiterin des NAKO-Standorts Freiburg und Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg, die Ergebnisse zusammen.

So ist der Anteil derjenigen mit moderat bis schwer ausgeprägten depressiven Symptomen von 6,4 auf 8,8 Prozent gestiegen. Laut Prof. Michels nahm zudem der selbst empfundene Stress in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern zu, „vor allem in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen, aber auch bei Älteren.“

„Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich im Frühjahr während der ersten Welle der Pandemie und der ergriffenen Gegenmaßnahmen (…) die Ausprägung depressiver Symptome, sowie von Angst und Stresssymptomen in der Bevölkerung verstärkt hat“, resümiert Professor Dr. Klaus Berger, Sprecher der NAKO Expertengruppe „Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen“ und Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster.

Insgesamt verbesserter Gesundheitszustand?

Allerdings habe die Sonderbefragung auch positive Tendenzen aufgezeigt. So hätten 32 Prozent der Teilnehmenden ihre eigene Gesundheit als besser eingeschätzt als zu dem Zeitpunkt der Erstbefragung vor rund fünf Jahren, berichten die Forschenden.

„Die NAKO-Gesundheitsstudie eignet sich hervorragend, um zu untersuchen, ob die veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen während der Pandemie nicht nur kurzfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sondern auch langfristig die Entwicklung von Volkskrankheiten beeinflussen werden“, ergänzt Professorin Dr. Annette Peters, Vorstandsvorsitzende der NAKO und Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München. (fp)

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