Gesundheit

COVID-19: Erhöhtes Risiko für Sterblichkeit und Nierenversagen bei Organbefall – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Coronabefall der Nieren

Mittlerweile ist bekannt, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organe wie etwas das Herz befällt. Wenn das „Multiorganvirus“ auch die Nieren befällt, steigt das Risiko für Nierenversagen und Sterblichkeit. Das hat sich nun in einer Studie von Forschenden aus Hamburg gezeigt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in einer Studie nachgewiesen, dass sich das neuartige Coronavirus auch außerhalb der Lunge, zum Beispiel in den Nieren, vermehren kann. Zugleich beobachtete das Forschungsteam, dass COVID-19-Erkrankte, bei denen in den Nieren SARS-CoV-2 nachweisbar ist, ein höheres Risiko für ein akutes Nierenversagen und eine kürzere Überlebenszeit haben.

Erhöhtes Risiko für Nierenversagen

Der Schaden, den das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 anrichten kann, ist enorm. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das sogenannte „Multiorganvirus“ nicht nur die Lunge, sondern viele weitere Organe wie das Herz, das Gehirn oder die Nieren befallen kann.

Laut einer Mitteilung konnten die Hamburger Forschenden in ihrer aktuellen Studie zeigen, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Erregern in den Nieren von COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein akutes Nierenversagen einhergeht: Unter den Erkrankten mit einem akuten Nierenversagen entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei 72 Prozent der Fälle das Virus in den Nieren.

Im Gegensatz dazu fanden sie bei Erkrankten ohne akutem Nierenversagen nur in 43 Prozent der Fälle den Erreger in den Nieren.

Die Studienergebnisse wurden in dem internationalen Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht.

Virus kann sich in Organen vermehren

„Dies ist ein Erklärungsansatz für das häufige Nierenversagen bei einer COVID-19-Infektion, das zu den wesentlichen Sterblichkeitsfaktoren zählt“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Tobias B. Huber, Direktor der III. Medizinische Klinik und Poliklinik (Nephrologie, Rheumatologie, und Endokrinologie).

„Es ist uns zudem gelungen, den SARS-CoV-2-Erreger aus der Niere eines verstorbenen Patienten zu isolieren. Innerhalb von 48 Stunden hat sich der Erreger in Nierenzellen 1000-fach vervielfältigt. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass sich der SARS-CoV-2-Erreger auch in anderen Organe als der Lunge aktiv vermehren kann“, so Co-Studienleiter Prof. Dr. Martin Aepfelbacher, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene.

Darüber hinaus entdeckten die Forscherinnen und Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis des Virus in der Niere und der Überlebenszeit der an COVID-19 verstorbenen Patientinnen und Patienten. „Aus dieser und anderen Studien können wir lernen, dass man frühzeitig auf Organbeteiligungen bei einer COVID-19-Infektion achten muss. Im Fall der Niere ist dies durch Urintests möglich“, erklärt Prof. Huber.

Erreger im Großteil der Nieren entdeckt

Für ihre Studie haben die Hamburger Forschenden Obduktionen von 63 überwiegend älteren Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Infektion und Vorerkrankungen ausgewertet. Den Angaben zufolge hat das Team in 60 Prozent der untersuchten Nieren den COVID-19-Erreger gefunden. Erst vor kurzem hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckt, dass SARS-CoV-2 ein Multiorganvirus und in zahlreichen Organen nachweisbar ist. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Quelle: Den ganzen Artikel lesen