Gesundheit

Deutschland durchbricht Schallmauer! 112.323 Neuinfektionen an nur einem Tag

Corona-Flut in Deutschland: Am Mittwochmorgen meldet das Robert-Koch-Institut erstmals mehr als 100.000 Fälle und gleich auch den nächsten Inzidenz-Rekord. Währenddessen ist sich Gesundheitsminister Lauterbach sicher, dass im April oder Mai die Impfpflicht kommt. Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker.

News zu Corona vom 18. Januar 2022

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Lauterbach erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle in vier Wochen

06.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet damit, dass die Omikron-Welle erst in einigen Wochen ihren Höhepunkt erreichen wird. "Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden, und dann könnten die Fallzahlen auch wieder sinken, aber wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen", sagte Lauterbach am Dienstag im Sender RTL. 

Lauterbach geht zudem davon aus, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher liegt als der aktuell gemeldete Wert von knapp 600. Die Dunkelziffer dürfte "ungefähr beim Faktor zwei liegen", sagte Lauterbach in der Sendung "RTL Direkt". "Ob es tausend sind, wissen wir nicht genau." Er rechne aber mit noch höheren Fallzahlen. Kay Nietfeld/dpa/Archivbild Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht.

Lauterbach teilt die Auffassung von Experten wie dem Berliner Virologen Christian Drosten, dass sich irgendwann jeder infizieren werde. Das bedeute aber nicht, dass die Impfung überflüssig sei. "Es gibt immer noch keine Grundimmunität besonders bei Alten und Kranken", warnte der Minister, der daher einen schnellen Beschluss des Bundestags zur Einführung einer Impfpflicht forderte (siehe Meldung unten).

Lauterbach: Impfpflicht ab April oder Mai

06.26 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es für wichtig, dass eine mögliche Corona-Impfpflicht nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung "RTL Direkt". "Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai." Zur Begründung führte er an, dass noch genug Zeit bleiben müsse, um Ungeimpfte vor einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu immunisieren.

Wer noch nicht geimpft sei, müsse "drei Impfzyklen durchlaufen (…) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober", sagte Lauterbach. "Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht -, damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann."

Lauterbach und Kanzler Olaf Scholz (SPD) befürworten eine allgemeine Impfpflicht. Es soll aber keinen Regierungsvorschlag der rot-grün-gelben Koalition geben. Stattdessen sollen Abgeordneten-Gruppen Anträge zu dem Thema ins Parlament einbringen. Die Union hatte dieses Vorgehen kritisiert.

Erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag

06.05 Uhr: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 100.000 neue Corona-Infektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Mittwochmorgen 112.323 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.12 Uhr wiedergeben. Am Freitag lag die Zahl erstmals über der Marke von 90.000 Fällen. Vor genau einer Woche waren es 80.430 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI nun mit 584,4 an. Das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz bei 553,2 gelegen, vor einer Woche bei 407,5 (Vormonat: 315,4).

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 239 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 384 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.186.850 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,17 an (Montag: 3,14).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 7.098.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.081.

An Hamburger Uniklinik angestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Impfpassfälscherin

18.24 Uhr: Die Polizei ermittelt gegen eine Mitarbeiterin der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf (UKE). Die Ermittler werfen der 31-Jährigen vor, zusammen mit einer Komplizin mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben. Das berichtet unter anderem der "Spiegel". Den beiden werde demnach laut Staatsanwaltschaft gemeinschaftliche und gewerbsmäßige Urkundenfälschung vorgeworfen. Stefan Puchner/dpa/Symbolbild Ein Impfpass und ein Smartphone mit der CovPass-App liegen auf einem Impfzertifikat.

Die Ermittler waren den Verdächtigen aufgrund eines Hinweises aus ihrem Umfeld auf die Spur gekommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden die Beamten bei der 31-Jährigen fündig. Sie fanden den Angaben zufolge mehrere Impfpässe. Ein Teil davon sei bereits ausgefüllt und gestempelt gewesen. Sie beschlagnahmten zudem 1800 Euro. Das Geld könnte aus dem Verkauf der Pässe stammen, hieß es.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die 31-Jährige ihr illegales Geschäft durch ihre Stelle im Krankenhaus ausüben konnte. Dort hatte sie offenbar Zugriff auf Blanko-Impfausweise, Chargenaufkleber und Stempel. Sie soll die Pässe selbst gefälscht haben.

Auch bei der mutmaßlichen Komplizin, einer 35-Jährigen, fand die Polizei gefälschte Impfpässe. Sie soll der 31-Jährigen auch beim Verkauf geholfen haben.

Corona-Warn-App kostete bisher rund 130 Millionen Euro

18.07 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App hat den Bund bisher rund 130 Millionen Euro gekostet. Für Entwicklung, Weiterentwicklung und Betrieb durch die Unternehmen SAP und T-Systems fielen 2020 und 2021 insgesamt 116,3 Millionen Euro an, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion antwortete. Für Werbung für die App entstanden beim Bundespresseamt Kosten von 13,7 Millionen Euro und für digitale Werbung beim Gesundheitsministerium 71.000 Euro. Bernd Weißbrod/dpa Eine Corona-Warn-App zeigt auf einem Handy ein erhöhtes Risiko an, mit einer an Corona infizierten Person Kontakt gehabt zu haben.

Die monatlichen Betriebskosten lagen der Regierungsantwort zufolge im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 3,94 Millionen Euro. Laut einer Prognose sollen es für 2022 im Schnitt rund 2,66 Millionen Euro sein.

Die Corona-Warn-App für Smartphones war im Juni 2020 gestartet und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile 40,7 Millionen Mal heruntergeladen. Sie soll dazu beitragen, Infektionsketten einzudämmen. Die App registriert dafür anonymisiert Menschen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte.

Israel verteilt bis zu 30 Millionen Antigen-Tests an Bürger

14.50 Uhr: Israel will bis zu 30 Millionen kostenlose Corona-Schnelltests an seine Bürger verteilen. Das Angebot richte sich vor allem an finanziell schwächere Bevölkerungsgruppen unter den etwa 9,4 Millionen Einwohnern, teilte die Regierung am Dienstag mit. So sollen vor allem Schüler, bedürftige Familien, Studenten und Senioren die Antigen-Testkits erhalten. Die Verteilung solle nächste Woche beginnen. Verantwortlich dafür seien unter anderem das Sozialhilfeministerium und das Heimatschutzkommando.

Israel hatte wegen Überlastung der PCR-Teststationen vorletzte Woche die PCR-Testpflicht massiv eingeschränkt. Weite Teile der Bevölkerung müssen seither nur noch Antigen-Tests machen, wenn sie mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Allerdings kostete ein Antigen-Test zuletzt rund sechs Euro. Nach Medienberichten bemüht sich die Regierung, die Preise zu senken.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war in der vergangenen Woche auf bis zu fast 50.000 Fälle pro Tag gestiegen. Allerdings hat das Gesundheitsministerium seit Sonntagabend keine neuen Zahlen mehr veröffentlicht – nach eigenen Angaben aufgrund von einer Überlastung des Systems wegen des starken Anstiegs bei den Fallzahlen. In Israel gelten laut Gesundheitsministerium nur noch rund 62 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft.

Deutsche Labore vor großen Problemen: Kapazitäten für PCR-Tests gehen aus

13.32 Uhr: In der Omikron-Welle geraten die deutschen Labore immer mehr an ihre Grenzen – vor allem die Kapazitäten für PCR-Tests gehen aus. "Die Lage ist ernst", sagte Michael Müller, Vorsitzender des Verbandes Akkreditierte Labore (ALM). "Die Labore sind an den Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus", so Müller am Dienstag.

Seine Lösung: Die Nationale Teststrategie, bei der schon "Priorisierungen vorgedacht" seien. Die Idee dahinter ist simpel. Ist ein Familienmitglied positiv und alle anderen Symptome, wird etwa nur noch ein weiteres Familienmitglied getestet. Ist dieses auch positiv, gehen alle in Quarantäne. "Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Covid-19-Fall alle anderen betroffen sind, sehr groß. So kann man Kapazitäten schonen", sagte Müller. Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa Die Schlangen vor den PCR-Teststellen sind in vielen Städten oft lang. Daher sollen künftig bestimmte Personengruppen priorisiert werden.

Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach verbotener Après-Ski-Party

12.36 Uhr: Der österreichische Luxus-Skiort Kitzbühel will scharf gegen wegen der Corona-Pandemie verbotene Après-Ski-Partys vorgehen. Die Bezirksbehörde kündigte am Dienstag an, dass die Außengastronomie bis Ende der Woche geschlossen bleiben muss – also auch während der traditionellen Weltcup-Skirennen der Herren am Wochenende. Außerdem sollen Polizeistreifen "in Dauerschleife durch die Stadt ziehen", um Lokale und Bars zu kontrollieren, sagte Bezirkshauptmann Michael Berger dem Sender ORF. Ausgelöst wurden die strengeren Maßnahmen durch ein Video einer Après-Ski-Party.

Derzeit sind der Barbetrieb und das Servieren ohne zugewiesene Sitzplätze in allen österreichischen Lokalen verboten. Ein Unternehmer, der als Gast in einer Bar in Kitzbühel war, hatte Aufnahmen von dicht gedrängt Feiernden vor wenigen Tagen online geteilt. Eine Welle der Entrüstung folgte. "Das ist völlig inakzeptabel. So etwas können wir nicht dulden", sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger warnte, dass Gastronomen Corona-Hilfsgelder zurückzahlen müssen, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten.

"Mein Schiff 1" beendet wegen Corona-Fällen an Bord vorzeitig Reise

12.19 Uhr: Wegen mehrerer Coronafälle an Bord hat das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 1" am Dienstag einen Tag früher als geplant seine Reise in Bremerhaven beendet. Die Reederei Tui Cruises wollte sich nicht dazu äußern, wie viele Menschen positiv auf das Virus getestet wurden. Diese hätten keine oder nur milde Symptome.

Das Schiff war am 12. Dezember mit rund 1600 Gästen und 800 Besatzungsmitgliedern von Bremerhaven zu einer Langzeitreise in die Karibik gestartet. Am Mittwoch sollte die "Mein Schiff 1" von Bremerhaven nach einer kompletten Desinfizierung mit neuen Gästen an Bord erneut Richtung Karibik aufbrechen.

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