Gesundheit

Digitalisierung: Bundesrechnungshof fordert mehr Macht fürs BMG

Der Bundesrechnungshof moniert ein zu schleppendes Tempo beider digitalen Vernetzung des Gesundheitswesens. Er dringt auf ein stärkeresEingreifen der Politik. 15 Jahre nach Beginn des Projektes einer gemeinsamenDatenautobahn sei lediglich ein Teil der Arztpraxen angeschlossen, heißt es ineinem Bericht für den Bundestag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach habe die elektronische Gesundheitskarte bislang „keinenkonkreten Mehrwert für Leistungserbringer und Versicherte, da Online-Anwendungennoch nicht etabliert sind“. Die Rechnungsprüfer kritisieren, dass „gegensätzlicheInteressen“ der Akteure des Gesundheitswesens immer wieder zu Verzögerungenführten und die Einführung und Anwendungen der Gesundheitskarte bremsten. Sieempfehlen, die „Allzuständigkeit“ der mit dem Aufbau der Datennetzebeauftragten Gematik zu durchbrechen.

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Vielmehr solle das Bundesgesundheitsministerium „richtungsweisende Entscheidungen“ selbst treffen oder von einer seiner Organisationen treffen lassen. Träger der Gematik sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser. Die ABDA hat einen Anteil von 8 Prozent in der Gematik und trägt gemeinsam mit der Bundesärztekammer die fachliche Verantwortung für den Bereich „elektronischer Medikationsplan / AMTS-Datenmanagement“.

Nach jahrelangem Gezerre will auch die Bundesregierung mehr Tempo. Im Koalitionsvertrag ist bis 2021 die Einführung elektronischer Patientenakten vereinbart, die Versicherte freiwillig nutzen können, auch per Smartphone. Die Anbindung aller Praxen an die Datenautobahn („Telematikinfrastruktur“, kurz: TI) verzögert sich, auch wegen fehlender Geräte. Auch bei der Anbindung der Apotheker an die TI drohen Verzögerungen.

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