Gesundheit

Drastische Forderung von Landes-Kassenarztchef: Ungeimpfte sollen nicht mehr reisen dürfen

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 9. Juli 2021

Auf dem schnellsten Weg zum Pieks:

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  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check

Von der Leyen: EU liefert Impfstoff für 70 Prozent der Erwachsenen

11.45 Uhr: Die Europäische Union hat mit Ablauf dieses Wochenendes ausreichend Impfstoff an die EU-Staaten ausgeliefert, um noch im Juli "mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung" einen vollständigen Impfschutz zu sichern. Bis zu diesem Sonntag würden "rund 500 Millionen Dosen in alle Regionen Europas verteilt" sein, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag. In der EU leben rund 366 Millionen Menschen über 18 Jahre.

Die Pandemie sei nicht besiegt. «Aber wir sind vorbereitet, weiter Impfstoffe zu liefern – auch gegen neue Varianten», sagte von der Leyen. Sie appellierte an die Mitgliedsstaaten, alles dafür zu tun, dass die Impfungen vorankommen. Die bis einschließlich diesen Sonntag erfolgten und geplanten Lieferungen umfassen einem EU-Sprecher zufolge rund 330 Millionen Impfdosen des Anbieters Biontech/Pfizer, rund 100 Millionen von Astrazeneca, 50 Millionen von Moderna und 20 Millionen von Johnson & Johnson.

Landes-Kassenarztchef fordert: Ungeimpfte dürfen nicht mehr reisen

10.27 Uhr: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte: "Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren", sagte er der "Rhein-Zeitung" (Samstag-Ausgabe).

Selbst mit einem negativen Test dürften Ungeimpfte seiner Ansicht nach nicht in den Urlaub fahren: "Das Freitesten schützt ja nicht. Wer zum Beispiel auf eine Insel mit einem negativen PCR-Test fährt, kann sich dort sehr wohl anstecken, fährt wieder nach Hause und ist Virusträger."

"Wer Ungeimpften Freiheiten zurückgibt, verspielt die Chance, alle Menschen mit der Impfung zu erreichen", sagte Heinz. Man müssen den Menschen klarmachen: "Ohne Impfung gibt es keine Freiheiten. Ohne diesen Druck werden wir die Menschen nicht überzeugen." Ungeimpfte seien eine Gefahr für die Gesellschaft und dürften daher nicht die gleichen Freiheiten wie Geimpfte bekommen.

Impfprämien hält Heinz für "absurd". Eine Impfpflicht lehnt er als "Bevormundung" aber ab. Freiheiten nur Geimpften zu geben sei keine versteckte Impfpflicht, "sondern eine zwangsläufige Schlussfolgerung aus einer pandemischen Lage".

WHO: "Wahrscheinlicher Zusammenhang" von mRNA-Impfung und Herzmuskelentzündungen – aber "sehr selten"

22.47 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" zwischen Corona-Impfungen mit einem mRNA-Vakzin und Herzmuskelentzündungen, die aber "sehr selten" seien. Insgesamt überwiege der Nutzen der Impfung gegenüber den Risiken, erklärte der Ausschuss für Impfstoffsicherheit am Freitagabend in Genf. Dieser hatte zuvor Daten zu Herzmuskelerkrankungen nach Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer und Moderna geprüft, die vor allem aus den USA stammen.

Boris Roessler/dpa

"Die berichteten Fälle traten typischerweise innerhalb einiger Tage nach der Impfung auf, etwas häufiger bei jungen Männern und öfter nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Vakzin", erklärte der Ausschuss. Die derzeitige Datenlage deute darauf hin, dass es einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" gebe. Dessen ungeachtet "überwiegen die Vorteile einer mRNA-Corona-Impfung gegenüber den Risiken". Es würden Krankenhausaufenthalte und Todesfälle reduziert. Außerdem treten die Fälle den Angaben zufolge "sehr selten" auf.

In den USA sind bereits hunderte Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Vakzin aufgetreten. Es gibt den Verdacht, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können. Als erstes Land hatte Israel einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und der Impfung festgestellt. Nachgewiesen wurde ein Zusammenhang bisher nicht.

Biontech und Pfizer verkünden Entwicklung von speziellem Impfstoff gegen Delta-Variante

Freitag, 9. Juli, 12.33 Uhr: Biontech und Pfizer hat am Freitag die Entwicklung eines Impfstoffs verkündet, der speziell auf die Delta-Variante zugeschnitten ist. "Die Unternehmen […] entwickeln eine aktualisierte Version der Pfizer-Biontech COVID-19 Vakzine, die auf das komplette Spike-Protein der Delta-Variante abzielt", schreiben die beiden Hersteller.

Die erste Charge des Impfstoffs ist demnach bereits im Mainzer Werk hergestellt worden. Nach Informationen des "Spiegel" soll es sich um 20.000 Dosen handeln. Die klinischen Studien sollen im August beginnen.

Bereits im Februar 2021 hatte Biontech zusammen mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA under US-amerikanischen Behörde FDA ein Blueprint-Projekt gestartet, bei dem der Impfstoff beispielhaft dem Spike-Protein der Beta-Variante angepasst wurde. Das Spike-Protein ist von spezieller Wichtigkeit, weil das Virus mit seiner Hilfe an menschliche Zellen andockt. Ergebnisse des Projekts sind bislang nicht bekannt.

Allgemein sei es laut Biontech einfach, den Impfstoff Comirnaty an Mutationen des Virus anzupassen. Dazu müssen nur einige Bestandteile der mRNA verändert werden – weitere Herstellungsschritte sowie Liefer- und Verteilungsketten bleiben bestehen.

Die meiste Zeit muss aller Voraussicht nach für Genehmigungsverfahren eingeplant werden. Bei Comirnaty dauerte dieses siebeneinhalb Monate. Für einen nur in Details veränderten Impfstoff könnte dieses Verfahren, das sogenannte "Rolling Review" aber noch einmal beschleunigt werden.

Pfizer: Impf-Booster nach sechs Monaten nötig für optimalen Schutz gegen Corona-Virus

23.39 Uhr: Erste Daten aus einer Studie von Biontech und Pfizer sollen zeigen, dass eine dritte Booster-Impfung sechs Monate nach der zweiten Impfung einen durchschlagenden Effekt erzielen soll. Die Zahl der neutralisierenden Titer sei fünf- bis zehnmal höher wie nach der zweiten Impfung. Das berichtet der US-Sender ABC News.

Während der Schutz vor schweren Krankheitsvorläufen durchgängig hoch sei während der sechs Monate, habe man beobachtet, dass die Wirksamkeit gegen Infektionen über die Zeit abnehme. Zudem gebe es immer wieder neue Varianten des Virus. Dies seien die ausschlaggebenden Faktoren, weswegen man davon ausgehe, dass "eine Booster-Dosis wahrscheinlich notwendig ist, um den höchsten Schutz beizubehalten", teilte Pfizer in einem Statement mit.

Man gehe davon aus, dass eine Booster-Impfung das Potenzial hat, die hohe Wirksamkeit gegen alle derzeit bekannten Corona-Varianten – auch Delta – beizubehalten. Gleichzeitig arbeite man an einem Update des Impfstoffes, das speziell auf die Delta-Variante angepasst sei, so Pfizer.

Nun auch digitale Corona-Impfnachweise für Genesene in Apotheken

14.05 Uhr: Digitale Corona-Impfnachweise sollen von diesem Freitag an in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die ergänzend eine Impfung bekommen haben. Dafür ist nun die notwendige technische Lösung umgesetzt worden, wie der Deutsche Apothekerverband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Über das System der Apotheken seien schon mehr als 20 Millionen Impfzertifikate ausgestellt worden, sagte der Vorsitzende Thomas Dittrich. Für Bürger, die eine Infektion durchgemacht und daher anschließend nur eine einzige Impfung erhalten haben, sei es technisch noch nicht möglich gewesen. "Jetzt geht es."

Um den digitalen Nachweis zum Vorzeigen auf dem Handy zu bekommen, müssten Genesene drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch. "Es gibt immerhin mehr als 3,7 Millionen Genesene im Land, von denen viele zwischenzeitlich geimpft sind", sagte Dittrich. "Ihnen kann das Impfzertifikat helfen, den Sommer und die Urlaubszeit unbeschwerter zu genießen". Für Bürger sei das Angebot gratis, Apotheken erhielten als Vergütung gut 5,04 Euro plus durchlaufender Mehrwertsteuer.

Mediziner plädieren für finanzielle Anreize um Impfquote zu steigern

12.24 Uhr: Intensivmediziner mahnen zu weiteren Anstrengungen für eine höhere Impfquote. Sinnvoll seien mobile Impfteams in Innenstädten und großen Treffpunkten wie beispielsweise Fußballstadien, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, dem "Handelsblatt". "Außerdem sollten wir uns ein Beispiel an Kampagnen wie in den USA nehmen und die Impfung mit einer Verlosung von einem Gewinn von hunderttausenden Euro verbinden."

Knapp über 700.000 Dosen pro Tag: Impftempo in Deutschland verlangsamt sich

7.55 Uhr: Das Impftempo in Deutschland hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt etwas nachgelassen. So seien in der vergangenen Woche bis einschließlich Sonntag durchschnittlich 710 100 Dosen pro Tag verabreicht worden, heißt es im RKI-Situationsbericht vom Mittwochabend. In der Vorwoche seien es 800 500 Dosen pro Tag gewesen. In der Woche davor waren es im Schnitt mehr als 820 000 Dosen pro Tag.

Von den bis einschließlich Sonntag ausgelieferten Impfstoffen waren bis Dienstag 93 Prozent der Dosen von Biontech/Pfizer (Comirnaty), 91 Prozent von Moderna, 78 Prozent von Astrazeneca und 56 Prozent von Johnson & Johnson verimpft worden.

Bislang haben mehr als 57 Prozent der Menschen in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten, rund 40 Prozent sind vollständig geimpft.

 

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