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Ernährung: Wie Sie das Gehirn stärken können – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Wie lässt sich die kognitive Gesundheit schützen?

Die Ernährung scheint die Sprachgewandtheit im mittleren Alter zu beeinflussen, welche ihrerseits als ein wichtiges Maß für die geistige Leistungsfähigkeit (Kognition) angesehen wird. Um die Kognition zu schützen, ist es wichtig, ausreichend Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte zu sich zu nehmen.

Bei einer Untersuchung unter der Beteiligung der University of Toronto wurde festgestellt, dass eine gesunde Ernährung dazu beiträgt, die verbale Gewandtheit zu erhalten, was auch auf eine bessere geistige Leistungsfähigkeit schließen lässt. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of Nutrition Health and Aging“ publiziert.

Daten von über 8.500 Menschen wurden analysiert

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In der aktuellen Studie wurden eine Stichprobe von 8.574 anglophonen (englischsprachigen) in Kanada lebenden Menschen im Alter von 45 bis 85 Jahren auf ihre verbale Sprachgewandtheit untersucht und parallel wurde das Ernährungsverhalten der Probanden analysiert. Von den untersuchten Personen wanderten 1.126 Menschen vor mindestens zwanzig Jahre nach Kanada ein und keine Teilnehmenden litten zu Beginn des Studienzeitraums unter Demenz.

Sprachgewandtheit ein wichtiger Indikator

Die Sprachgewandtheit ist ein wichtiges Maß für die kognitive Funktion. Um sie zu testen, wurden die Teilnehmenden gebeten, in einer Minute so viele Wörter aus einer bestimmten Kategorie aufzulisten wie sie können. So kann die Sprache und die exekutive Funktion bewertet werden, wodurch es möglich ist, kognitive Beeinträchtigungen zu identifizieren.

Griffstärke ebenfalls untersucht

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Wenn (ältere) Menschen zu wenig gesunde Nahrung zu sich nehmen oder generell zu wenig essen, kann dies auch zu Unterernährung führen. Eine Untersuchung der Griffstärke wurde hier zur Beurteilung der vonUnterernährung herangezogen. Teilnehmende der Studie, welche eine schlechte Griffstärke und/oder hohe ernährungsbedingte Risikowerte hatten, wiesen auch eine geringere sprachliche Gewandtheit auf, berichtet die Forschungsgruppe. Frühere Untersuchungen hätten bereits gezeigt, dass Unterernährung mit einem kognitiven Rückgang verbunden ist.

Eingewanderte Menschen zeigten höhere Sprachgewandtheit

Anglophone Teilnehmende, welche mindestens zwanzig Jahre in Kanada gelebt hatten, wiesen höhere Werte in der Sprachgewandtheit auf als in Kanada geborene Menschen im selben Alter. Die Forschenden nehmen an, dass dieser Effekt teilweise auf eine bessere kognitive Reserve unter den einwandernden Personen zurückzuführen sein könnte.

Frühere Forschung an einer großen britischen Kohorte von Personen, die im Jahr 1946 geboren wurden, habe ergeben, dass diejenigen, die aus dem Vereinigten Königreich ausgewandert waren, im Durchschnitt einen um fünf Punkte höheren IQ hatten als Menschen im selben Alter, die im Vereinigten Königreich blieben, berichtet das Team.

Zweisprachige Menschen hatten höhere Sprachgewandtheit

Außerdem deuteten frühere Studien darauf hin, dass zweisprachige Personen eine geringere Inzidenz und einen verzögerten Ausbruch von Demenz aufweisen. Die meisten Studien, welche einen Vorteil der Zweisprachigkeit feststellten, haben allerdings den Migrationsstatus nicht berücksichtigt. Die aktuellen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich hierbei um ein wichtiges Versäumnis handelt, denn selbst eingewanderte Personen, deren Muttersprache Englisch ist, hatten signifikant höhere Werte der Sprachgewandtheit als in Kanada geborene Anglophone.

Schutzwirkung von Bildung

In Übereinstimmung mit anderen Studien zeigten jüngere Menschen im Vergleich zu den älteren Personen bessere kognitive Funktionswerte. Der Zusammenhang zwischen kognitiver Beeinträchtigung und fortgeschrittenem Alter könne jedoch durch Faktoren der kognitiven Reserve, wie beispielsweise ein hohes Bildungsniveau, abgeschwächt werden. Menschen im Alter von 75 bis 85 Jahren mit einer höheren Schulbildung (High-School-Abschluss) wiesen eine höhere Sprachgewandtheit auf, welche mit der Sprachgewandtheit von zehn Jahre jüngeren Personen ohne einen höheren Schulabschluss vergleichbar war, erläutert die Forschungsgruppe.

Weitere Faktoren mit Einfluss auf die Sprachgewandtheit

Des Weiteren wiesen Erwachsene mit Bluthochdruck der Stufe 2 niedrigere Werte der Sprachkompetenz auf. Dies verdeutliche die Bedeutung des Blutdruckmanagements für die Gehirngesundheit in der Mitte des Lebens und darüber hinaus, so die Forschenden. Außerdem seien sowohl Fettleibigkeit als auch ein erhöhter Körperfettanteil mit einer schlechteren Sprachgewandtheit verbunden.

Sprachgewandtheit aufrechterhalten?

Nicht zuletzt schnitten Teilnehmende der Studie, die mehr Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte (wie Linsen und Bohnen) verzehrten, bei den durchgeführten Tests zur Sprachgewandtheit insgesamt besser ab. Diese Ergebnisse stimmen mit anderen Forschungsergebnissen überein, in denen festgestellt wurde, dass eine mediterrane Ernährung vor kognitivem Abbau schützt, berichten die Forschenden.

Mehr hilft mehr

Jede Zunahme des durchschnittlichen täglichen Obst- und Gemüseverzehrs war mit höheren Ergebnissen bei den Tests zur Sprachgewandtheit verbunden. Die besten Ergebnisse erzielten Teilnehmende, welche täglich mindestens sechs Portionen Obst und Gemüse zu sich nahmen, so das Forschungsteam weiter.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Richtlinien und Gesundheitsvorsorgepraktiken zu entwickeln, um die Qualität der Ernährung zu verbessern und Adipositas und Bluthochdruck bei Menschen im mittleren und höheren Lebensalter zu bekämpfen, erläutert die Forschungsgruppe. (as)

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