Gesundheit

Firma Aponow nutzt Corona-Panik, um eigenen Bestell-Service zu bewerben

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmen die Corona-Panik in der Bevölkerung für sich nutzen wollen, ist die Firma Aponow. Das Unternehmen bietet Patienten an, ohne Arzt- und Apothekenbesuch mit Arzneimitteln aus Folgerezepten beliefert zu werden. In einer Mail an die Gesundheitsämter weist Aponow-Geschäftsführer Thomas Engels derzeit darauf hin, dass Apotheken und Arztpraxen derzeit „Gefahrenzonen“ seien und man mit seinem Konzept die Infektionsketten des Coronavirus durchbrechen könne. DAZ.online hat nachgefragt.

Aponow gehört zu dem Gesundheit-IT-Unternehmen Vitabook und war früher auch unter dem Namen „Ordermed“ bekannt. Schon im vergangenen Jahr machte die Firma mit einer Schlagzeile auf sich aufmerksam: Man biete seinen Kunden das E-Rezept samt Rx-Boni an, hieß es damals. Wie das Konzept funktioniert, hatte DAZ.online schon damals beschrieben:

Wie funktioniert Aponow?

Patienten, die regelmäßig Rx-Arzneimittel beziehen, müssen sich bei Vitabook (Aponow) registrieren und für ihre Mitgliedschaft monatlich eine Gebühr bezahlen. Benötigen sie ein Folgerezept, loggen sie sich in das Internetportal des Unternehmens ein und füllen in einer Maske aus, bei welcher Kasse sie versichert sind und welches Medikament sie von welchem Arzt benötigen. In der gleichen Maske füllen die Patienten aus, bei welcher Apotheke sie dieses Rezept einlösen wollen und ob sie das Arzneimittel nach Hause geliefert bekommen oder in der Apotheke abholen wollen.

Hinter den Kulissen funktioniert der Bestell-Service so: Mit der ausgefüllten Online-Maske beauftragt der Patient zunächst seinen Arzt und dann seine Apotheke schriftlich und ganz offiziell, ein Folgerezept auszustellen und dieses dann zu beliefern. Vitabook benachrichtigt zunächst den Mediziner per Fax, dass Patient X ein bestimmtes Arzneimittel wünscht. Der Arzt stellt das Rezept aus und bewahrt es in seiner Praxis auf. Ebenfalls per Fax wird die gewünschte Apotheke benachrichtigt und beauftragt, das Rezept in der Praxis abzuholen. Nach Hause geliefert werden die Arzneimittel allerdings nur von den 521 „Partnerapotheken“, hieß es aus dem Unternehmen im vergangenen Jahr. Bei allen anderen Apotheken müssen sich die Patienten das Arzneimittel in der Apotheke abholen.

Aponow: Wir können die Infektionsketten durchbrechen

In den vergangenen Tagen fällt das Unternehmen nun erneut durch aggressive Werbung auf, bei der es in erster Linie um das Coronavirus geht. DAZ.online liegt eine Mail von Aponow-Geschäftsführer Thomas Engels an Gesundheitsämter vor, in dem es unter anderem heißt: „Wir haben bereits vor einiger Zeit zwei Lösungen entwickelt, mit denen sofort bundesweit Infektionsketten bei Arzt und Apotheke durchbrochen werden können.“ Auf Nachfrage von DAZ.online, ob es (wissenschaftliche) Belege für diese Behauptung gebe, sagte Engels: „Für den Corona-Virus bestehen aktuell nur sehr bedingt wissenschaftliche Belege. Es gibt weiterhin viele Unklarheiten, wie genau Infektionen stattfinden, ob Mehrfachinfektionen möglich sind etc. Es gibt weiterhin mehr Fragen, als Antworten.“

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