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Freunde in der Jugend schützen vor Depression – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Hohe Anzahl von Freunden kann Depressionen reduzieren

Eine größere Anzahl von Freunden im Teenageralter scheint im späteren Alter mit einem geringeren Risiko für Depressionen in Verbindung zu stehen. Dies gilt insbesondere für Frauen.

Wenn Menschen in ihrer Jugend einen großen Freundeskreis haben, scheint dies mit einem verbesserten Schutz vor Depressionen im späteren Leben verbunden zu sein, so das Ergebnis einer neuen Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden der Duke University und der Michigan State University. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of Health and Social Behavior“ veröffentlicht.

Woher stammten die ausgewerteten Daten?

Für die aktuelle Studie wurden Daten aus der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health verwendet, insbesondere Daten aus sozialen Netzwerken, bei denen Teilnehmende gebeten wurden, bis zu fünf männliche und fünf weibliche Freunde anzugeben.

Folgen von sozialen Beziehungen für psychische Gesundheit

Die Adoleszenz ist eine empfindliche Pahse des frühen Lebens, in der strukturelle Facetten sozialer Beziehungen dauerhafte Folgen für die psychische Gesundheit haben können, erläutern die Forschenden. Welche Auswirkungen Freundschaften in der Jugend auf die psychische Gesundheit und insbesondere auf das Risiko einer Depressionen haben können, wurde nun in der aktuellen Studie untersucht.

Weniger Freunde mehr Depressionen

Insgesamt sagen die Ergebnisse der Studie sowohl für Männer als auch für Frauen, die über wenig Freunde im Jugendalter berichteten, ein höheres Maß an Depressionen während der Adoleszenz bis ins Erwachsenenalter voraus. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch zwischen den Geschlechtern. Im Vergleich zu Jungen sind Mädchen zusätzlichen Risiken ausgesetzt, die sich daraus ergeben, wie andere ihre soziale Stellung in der Adoleszenz sehen, berichtet das Forschungsteam.

Wie war der Verlauf von depressiven Symptomen?

Die Teilnehmenden sollten angeben, wie oft sie sich deprimiert fühlten. Es stellte sich heraus, dass depressive Symptome in der Adoleszenz am stärksten ausgeprägt waren, dann aber bis ins frühe Erwachsenenalter zurückgingen, um anschließend bis in die frühen 30er Jahre wieder anzusteigen, erläutern die Forschenden. Frauen zeigten dabei im Alter von 18 bis 26 einen größeren Rückgang der depressiven Symptome, gefolgt von einem stärkeren Anstieg in den frühen 30er Jahren.

Auch gehe aus den Daten hervor, dass Frauen mit vielen gleichaltrigen Freundinnen vermehrt depressive Symptome im Alter von zwölf Jahren hatten, dafür aber weniger depressiven Symptomen im Erwachsenenalter aufwiesen, so das Forschungsteam. Die Studie deute jedoch auch darauf hin, „dass sich der Zusammenhang zwischen Popularität und stärkeren depressiven Symptomen mit dem Alter umkehrt, so dass Frauen, die in der Adoleszenz beliebter waren, im Alter von Mitte 20 (…) weniger depressive Symptome haben”, erklärt Studienautorin Professorin Molly Copeland in einer Pressemitteilung der Michigan State University.

Auswirkungen von Popularität bei Männern

Männer zeigen jedoch keinen solchen Zusammenhang zwischen Popularität in der Jugend und depressiven Symptomen. Sie profitierten einfach nur davon, wenn sie mehr Freunde in der Jugend hatten.

Mehr Stress und Belastung bei Mädchen in der Jugend

Copeland ist der Ansicht, dass dieser Geschlechterunterschied darauf hindeutet, dass geschlechtsspezifische Erwartungen und Rollen, die zu Popularität führen, bei heranwachsenden Mädchen Stress und Belastung erzeugen, die für Jungen nicht gelten. Jugendliche Freundschaften können für Mädchen anstrengender werden, wenn die höhere emotionale Intimität in weiblichen Freundschaften bedeutet, dass Popularität höhere emotionale oder psychologische Belastungen für Mädchen schafft, erläutert die Expertin.

Psychosoziale Fähigkeiten durch Popularität

Aber der Stress der Popularität kann diesen Mädchen psychosoziale Fähigkeiten verleihen, die später im Leben im Umgang mit höherer Bildung und neuen Jobs von Vorteil sind. „Größere Sozialität kann auch zu einem Zugehörigkeitsgefühl beitragen, welches in der Entwicklung von Jugendlichen psychologisch wichtig ist, da es Jugendliche auf einen Weg mit geringeren depressiven Symptomen bringt“, fügt Copeland hinzu. (as)

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