Gesundheit

Heuschnupfen oder Omikron? Welche Symptome auf was hindeuten

Eine laufende Nase, Halskratzen, Niesen: Hinter diesen Symptomen kann sowohl Corona stecken als auch Heuschnupfen. Denn gerade im Juni fliegen verstärkt Gräser- und andere Pollen. FOCUS Online erklärt, welche Symptome für was sprechen.

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Deutschland wieder an – die Sommerwelle rollt. Doch auch Heuschnupfen hat momentan Hochsaison. Gerade Gräserpollen fliegen nun verstärkt durch die Luft. Wer jetzt schnieft, fragt sich daher, was dahintersteckt: Habe ich wirklich Heuschnupfen oder ist es nicht doch Corona? Eine hundertprozentige Antwort darauf kann nur ein PCR-Test liefern. Wer seine Symptome aber genau beobachtet, kann bereits wichtige Hinweise finden, worum es sich handelt.

Allergie-Kalender: Welche Pollen wann unterwegs sind

April bis Mai: Birke, Buche, Eiche, Pappel, Weide

Ende Mai bis Juni: Roggen, weitere Getreidesorten, Süßgräser

Juli und August: Beifuß, Brennnessel, Wegerich

Diese Symptome sprechen für Heuschnupfen

Ein Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Blütenstaub und äußert sich in der Regel mit folgenden Symptomen:

  • juckende und tränende Augen
  • geschwollene Augenlider
  • Fließschnupfen mit verstopfter und juckender Nase
  • Niesreiz
  • Halskratzen
  • Hautreaktionen

In schweren Fällen kann Heuschnupfen auch zu asthmatischen Beschwerden führen und Husten, Kurzatmigkeit und Atemnot auslösen. Sieben Millionen Deutsche sind von der Allergie betroffen.

  • Weiterlesen: Heuschnupfen plagt 7 Millionen Deutsche: So verhindern Sie den Allergie-Alarm

Diese Symptome können auf eine Omikron-Infektion hindeuten

Bei einer Infektion mit der Omikron-Variante dagegen treten folgende Symptome am häufigsten auf:

  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • trockener Husten
  • Gliederschmerzen

Symptome wie Geschmacks- und Geruchsverlust kommen bei der Omikron-Variante im Gegensatz zu Delta und anderen Varianten eher selten vor.

  • Lesetipp: Mediziner erklärt, wie Sie Omikron zuhause auskurieren – und was Warnzeichen sind

Fieber ist typisches Omikron-Anzeichen

So können sich Symptome also durchaus überschneiden und schwierig zu unterscheiden sein. Aber in der Regel bleiben Heuschnupfen-Erkrankte von Fieber und Gliederschmerzen verschont. Viele Corona-Kranke hingegen klagen darüber.

Juckende und tränende Augen dagegen treten bei einer Corona-Infektion eher nicht auf. Auch ein Niesreiz ist eher ein typisches Allergie-Symptom.

Und auch die Dauer der Beschwerden unterscheidet sich: Während Omikron-Symptome in der Regel bei Geimpften nach drei bis fünf Tagen vorbei sind, sind Pollen-Allergiker oft den ganzen Frühling und Sommer betroffen.

Fast jeder Vierte von Heuschnupfen betroffen

Die Zahl der Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, hat in den letzten Jahren extrem zugenommen. Er zählt zu den häufigsten Allergieformen. Neben Rauchen, Abgasen und übermäßiger Hygiene spielen auch genetische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man den Heuschnupfen nicht, denn unbehandelt kann er immer schlimmer werden und es besteht die Gefahr, an allergischem Asthma zu erkranken. Besonders betroffen von Heuschnupfen sind Kinder und Senioren.
 

Heuschnupfen richtig behandeln 

Statt nur die akuten Symptome durch Medikamente wie beispielsweise Antihistaminika oder Kortisone zu lindern, gilt eine Hyposensibilisierung als die effektivste Behandlungsmethode gegen Heuschnupfen. Dabei wird das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt. Bei rund 85 Prozent der Patienten kann damit eine deutliche Linderung bis hin zum Verschwinden der Allergiebeschwerden erreicht werden.

Diese Therapie nehmen allerdings nur wenige Menschen in  Anspruch, wie Mediziner und Allergie-Experte Torsten Zuberbier von der Charité Berlin im „Welt“-Interview sagt. Und das „obwohl sie auch von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird“.

Zuberbier zufolge könnten Allergie-Geplagte durch die Hyposensibilisierung jedoch dauerhaft von ihren Beschwerden befreit werden. Das Prinzip veranschaulicht er mit einem Vergleich: „Bei einer Allergie hat unser Immunsystem, die 'Körperpolizei', quasi den falschen Steckbrief. Statt eines wahren Missetäters ist zum Beispiel Ihr Konterfei darauf abgebildet, obwohl Sie vollkommen harmlos sind und nur so ähnlich aussehen. Durch die Hyposensibilisierung signalisieren wir der Körperpolizei: Das ist nur Herr Aé, bitte nicht verprügeln und abführen." Mittlerweile könne das Verfahren auch oft mit Tabletten oder Tropfen durchgeführt werden, sodass nur wenige Arztbesuche nötig seien, erklärt der Mediziner.

Welche Hausmittel gegen Heuschnupfen helfen

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt für den Alltag ein altes Hausmittel gegen lästigen Heuschnupfen: die Nasendusche. Dabei werden Näsenhöhlen mit einer Salzlösung gespült, um Pollen und Sekret aus der Nase zu entfernen.

Zudem hilfreich: Vor dem Zubettgehen möglichst die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen, um die Allergene nicht mit ins Bett zu nehmen.

Laut einer Studie der Charité Berlin ist es zudem sinnvoll, FFP2- oder medizinische Masken zu tragen. Sie schützen demnach nicht nur vor einer Omikron-Infektion. Sie verhindern auch, dass Pollen in Mund- und Nasenschleimhaut eindringen und helfen so, Heuschnupfen zu verhindern.

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