Gesundheit

Hoher Salzkonsum begünstigt Bluthochdruck – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Schadet Salz dem Darmmikrobiom?

Eine geringere Aufnahme von Salz scheint laut einer aktuellen Studie vorteilhaft für das Darmmikrobiom und den Blutdruck zu sein. Es ist also empfehlenswert, weniger Salz zu sich zu nehmen. Dies trifft vor allem auf Frauen mit unbehandeltem Bluthochdruck zu, da diese stärkere Auswirkungen durch eine größere Salzaufnahme erleben.

Bei der aktuellen gemeinsamen Untersuchung der Queen Mary University of London und des Medical College of Georgia wurde festgestellt, dass eine erhöhte Salzaufnahme nachteilig für den Blutdruck und das Darmmikrobiom zu sein scheint. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Hypertension“ dargelegt.

Daten von 145 Menschen wurden ausgerwertet

Bei der Untersuchung des Bluts von 145 erwachsenen Frauen und Männern mit unbehandeltem Bluthochdruck stellten die Forschenden fest, dass eine geringe Salzaufnahme die Darmflora verbessern kann. Vor allem Frauen zeigten bereits nach sechs Wochen täglicher Natriumzufuhr von etwa 2,3 Gramm ein erhöhten Gehalt an kurzkettigen Fettsäuren im Blut, ein Indikator für ein gesundes Mikrobiom. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich höchstens sechs Gramm Kochsalz zu sich zu nehmen.

Reguliert das Mikrobiom den Blutdruck?

Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass das Mikrobiom eine direkte Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielt. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine salzreiche Ernährung das Darmmikrobiom verändert, insbesondere in Tiermodellen für salzempfindliche Hypertonie. Die Forschenden versuchten bei ihrer aktuellen Untersuchung die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen, wie eine salzreiche Ernährung Bluthochdruck verursacht.

Welche Funktionen hat die Darmmikrobiota?

Die Darmmikrobiota umfasst alle Bakterien, Viren, Protozoen und Pilze, welche den Magen-Darm-Trakt bevölkern. Diese haben eine Vielzahl von Funktionen, von der Unterstützung der Verdauung von Nahrung über die Immunantwort bis hin zur Beeinflussung der Neigung zur Gewichtszunahme.

Was sind zirkulierende kurzkettige Fettsäuren?

Zirkulierende kurzkettige Fettsäuren sind eine wichtige Energiequelle für die Epithelzellen, welche den Dickdarm auskleiden und verhindern, dass Inhalt aus dem Magen-Darm-Trakt in den Körper austritt. Man geht davon aus, dass die kurzkettigen Fettsäuren auch eine Rolle beim Schutz vor häufigen Problemen wie Entzündungen, Fettleibigkeit und Diabetes spielen.

Wie beeinflussen zirkulierende kurzkettige Fettsäuren den Blutdruck?

Es ist bereits bekannt, dass zirkulierende kurzkettige Fettsäuren eine Rolle bei der Blutdruckregulation spielen. Diese kleinen, aus dem Darm stammenden Metaboliten werden in den gesamten Blutkreislauf aufgenommen. Sie binden sich an Rezeptoren der Blutgefäße und der Nieren an, welche für die Freisetzung des Enzyms Renin eine wichtige Rolle spielen. Renin sorgt für eine gute Durchblutung der Nieren und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutdruckkontrolle. Die Blutspiegel von zirkulierenden kurzkettigen Fettsäuren können als ein Indikator für die Gesundheit des Darmmikrobioms angesehen werden, berichten die Forschenden.

Welche Erwartungen gab es?

Die Hypothese der Forschungsgruppe war, dass selbst eine bescheidene Reduzierung der Salzaufnahme die Konzentrationen der zirkulierenden kurzkettigen Fettsäuren verändern und den Blutdruck senken würde.

Wie lief die Untersuchung ab?

Bei den Teilnehmenden der Studie wurden keine Stuhlproben entnommen. Stattdessen wurden zirkulierende kurzkettige Fettsäuren untersucht. Alle Teilnehmenden erhielten zwei Wochen lang detaillierte Anweisungen, wie sie ihre Natriumaufnahme auf etwa 2.000 Milligramm täglich senken können. Bei der randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielt dann die Hälfte der teilnehmenden Personen sechs Wochen lang neunmal täglich entweder eine Natrium- oder eine Placebotablette. Nach dem Zeitraum wurden die Gruppen gewechselt.

Was bewirkte eine niedrigere Aufnahme von Salz?

Die Forschenden stellten fest, dass die Reduzierung der Aufnahme von Natrium alle acht kurzkettigen Fettsäuren erhöhte, welche das Endprodukt der Fermentation von Fasern sind, die durch die Mikrobiota abgebaut werden. Menschen besitzen von Natur aus keine Enzyme, um viele dieser Fasern zu verdauen.

Wozu führten erhöhte Werte von zirkulierenden kurzkettigen Fettsäuren?

Die festgestellten erhöhten Werte von zirkulierenden kurzkettigen Fettsäuren waren durchweg mit einem niedrigeren Blutdruck und einer erhöhten Flexibilität der Blutgefäße verbunden, berichtet das Team. Perioden höherer Salzaufnahme trieben den Blutdruck sowohl bei Männern als auch bei Frauen in die Höhe. Eine geringere Aufnahme von Salz führte zu einer Verbesserung des Blutdrucks.

Auswirkungen auf Frauen waren stärker

Bei Frauen waren die festgestellten Auswirkungen durch die Salzaufnahme am deutlichsten, erläutert die Forschungsgruppe. Es gibt allgemein konsistente Unterschiede der Mikrobiota zwischen Männern und Frauen. Natrium ist bei beiden Geschlechtern ein Faktor, aber die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom scheinen stärker bei Frauen aufzutreten. Weitere Forschung ist jetzt nötig, um dies genauer zu überprüfen. Es könnte durchaus sein, dass ein hoher Salzgehalt den Blutdruck bei Männern und Frauen über verschiedene Wege beeinflusst.

Auswirkungen auf den systolischen Blutdruck

Beispielsweise war systolischer Blutdruck in der 24-Stunden-Messung fast fünf Punkte niedriger, wenn Frauen eine salzarme Ernährung zu sich nahmen, verglichen mit Frauen, die sich salzreich ernährten. Bei Männern mit salzarmer Ernährung war der systolische Blutdruck nur drei Punkte geringer, verglichen mit Männern, die eine salzreiche Ernährung zu sich nehmen.

Zukünftige Studien sollten Kotproben umnfassen

In Zukunft soll eine größere Studie durchgeführt werden, in der auch Kotproben untersucht werden, um so den Mikrobengehalt und die Gesundheit direkter zu beurteilen. So ließe sich feststellen, ob die bei der aktuellen Untersuchung aufgetretenen Geschlechtsunterschiede Bestand haben. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Quelle: Den ganzen Artikel lesen