Gesundheit

Hollands Apotheken können auf Kostenerstattung hoffen

Neue Apothekensoftware, neue Scanner, Schulungen,Registrierungspauschalen – das kürzlich in Kraft getreteneEU-Fälschungsschutzsystem erzeugt einige Kosten für Apotheker. Der Verein FreieApothekerschaft hat das zum Thema gemacht und forderte in der vergangenen Wochefinanzielle Unterstützung vom Staat. DAZ.online hat sich in anderen Ländern nacheventuellen Erstattungen umgehört. Und siehe da: Nur in den Niederlanden sindsolche Hilfen angedacht.

Seit dem 9. Februar gibt es noch einen weiteren Arbeitsprozess,den die Apotheker bei jeder Abgabe berücksichtigen müssen. Seit diesem Datumsind die knapp 20.000 Apotheken nämlich an das Securpharm-Netz angeschlossen,das EU-weite Fälschungsschutzsystem. Dabei sind die Apotheker als letztes Gliedin der Lieferkette dafür verantwortlich, jedes Rx-Arzneimittel per Scan auszubuchen.Das hört sich zunächst simpel an. Die Einrichtung, der neuen Scanner und dieAnbindung der Apotheker an das neue Sicherheitssystem waren aber eine jahrelangeMonsteraufgabe.

Eine Aufgabe, bei der auch Kosten entstanden sind. In Deutschland sogar mehr als in anderen EU-Mitgliedstaaten, weil man sich hier für die sogenannte Zwei-Server-Lösung entschieden hat, die nach den EU-Vorgaben gar nicht erforderlich ist. Doch der Apothekerseite war es wichtig, dass die Pharmaunternehmen keinen Einblick in die Warenströme der Apotheken enthalten. Und so haben Apotheken und Hersteller jeweils eigene Server, die anonymisiert miteinander Daten austauschen.

Die Apotheker werden nun mehrfach zur Kasse gebeten. Da wärenzum Beispiel 20 Euro für das sogenannte N-ID-Zertifikat, das jede Apothekebenötigt, um sich beim nationalen Sicherheitssystem zu registrieren. Hinzukommt eine monatliche Nutzungsgebühr von 10 Euro pro Apotheke, die an dieABDA-Tochter NGDA gezahlt werden muss. Des Weiteren mussten sich vieleApotheken erst die nötigen Scanner zulegen. Die Kosten hierfür variieren. DieSoftware-Anbieter mussten ihre Systeme umstellen – einige Anbieter verlangtendafür Aufschläge, andere nicht. Der Software-Anbieter Awinta verlangtbeispielsweise 11,50 Euro zusätzlich im Monat. Nicht zu unterschätzen ist auch derPersonalaufwand, also die Mehrarbeit, weil der 2-D-Code zunächst gesucht werden muss. Außerdem waren im Vorfeld  teils Schulungen nötig.

In Deutschland ist eine Erstattung dieser Kosten nichtvorgesehen. Da das Fälschungsschutzsystem (außer in Italien, Belgien undGriechenland) zeitgleich umgesetzt wird, hat DAZ.online sich in mehreren der 31Teilnehmerstaaten umgehört. Oftmals gab es die gleiche Antwort: „Es gab keineKostenerstattung oder andere finanzielle Hilfen des Staates“, erklärte beispielsweiseeine Sprecherin der finnischen Arzneimittelbehörde. Eine Sprecherin desirischen Apothekerverbandes erklärte: „Hersteller, Großhändler und Apothekermüssen die Kosten ihrer internen Umstellungen selbst tragen, dazu gehören dieÄnderungen im Verpackungsprozess, der Kauf der Scanner und die Updates bei denSoftwaresystemen.“ Die gleiche Antwort kam aus Schweden.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen