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Intervallfasten: Sechs Kilo abnehmen in nur vier Wochen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Intervallfasten ist wirksam

Intervallfasten (intermittierendes Fasten) gilt bei vielen Menschen als eine der besten Methoden um abzunehmen. Wie effektiv diese Fastenform ist, zeigt nun eine Studie aus Deutschland: Die Hälfte der Teilnehmenden hatte nach vier Wochen bis zu sechs Kilo abgenommen.

Intervallfasten wird derzeit häufig als die beste Methode zum Abnehmen angepriesen. Doch vor kurzem wurde eine Studie von Forschenden aus den USA veröffentlicht, die zu dem Schluss kam, dass intermittierendes Fasten doch nicht zur Gewichtsabnahme geeignet ist. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Deutschland kommt jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis: Kurzzeitfasten führt zu einer bedeutsamen Abnahme von Körpergewicht und Bauchumfang.

Nachgewiesene gesundheitsfördernde Wirkung

Als Intervallfasten werden verschiedene Fastenvarianten bezeichnet, vom stundenweisen Fasten innerhalb eines Tages bis zum tageweisen Fasten innerhalb einer Woche. Allen diesen Varianten ist eine mittlerweile nachgewiesene gesundheitsfördernde Wirkung gemeinsam, von der Gewichtsabnahme über eine Stoffwechsel-Umstellung bis hin zur sogenannten Autophagie, einem intrazellulären Selbstreinigungsprozess, für dessen umfassende Beschreibung der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Technischen Universität (TU) Berlin.

Studierende des TU-Gasthörerstudiums BANA (Berliner Modell: Ausbildung für nachberufliche Aktivitäten) wollten nun wissen, ob Esspausen von mindestens 16 Stunden täglich wirklich zu einer Gewichtsabnahme führen – und führten eine wissenschaftliche Pilot-Studie unter Real-Life-Bedingungen durch. Sie stellten fest, dass die Hälfte der Teilnehmenden nach vier Wochen bis zu sechs Kilo abgenommen hatte. Die Ergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift „Ernährung & Medizin” veröffentlicht.

Ohne Kosten erfolgreich abnehmen

„Bei jungen Erwachsenen ist derzeit die 16:8-Methode sehr populär“, sagt Dr. Franz-Werner Dippel, einer der Autoren der Studie. „Wir wollten prüfen, ob sich das Intervallfasten auch für ältere Menschen eignet, was bisher nicht untersucht ist.“ Ganz wichtig war dem Forschungsteam ein pragmatischer Ansatz für die Durchführung des Fastens, denn ausschlaggebend für den langfristigen Erfolg einer Ernährungs- beziehungsweise Fastenintervention sei die möglichst niedrigschwellige Einbindungsmöglichkeit der Fastenmaßnahme in den Alltag, erklärt Dippel.

„Sie sollte keine Kosten verursachen, keinen besonderen Aufwand darstellen oder invasive Maßnahmen beinhalten und sich gut in den Tagesablauf integrieren lassen. Auch haben wir auf die Erfassung von Energiegehalt und Zusammensetzung der Nahrung sowie auf die Dokumentation des Bewegungsverhaltens verzichtet.“ Während der Studie wurden auch Parameter wie Blutdruck, Puls oder Urinzusammensetzung erfasst.

Erfolgreiche Ernährungsintervention

An der Studie nahmen insgesamt 74 Probandinnen und Probanden (54 Frauen, 20 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 64,3 Jahren, sowohl normal- als auch übergewichtige Personen, teil. Die Fastentagebücher zeigten, dass an 97 Prozent aller Studientage Fastenzeiten von über 14 Stunden erreicht wurden. Die Gewichtsdifferenzen lagen schließlich zwischen minus sechs bis plus ein Kilogramm. Gemäß den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft gilt eine Gewichtsreduktion von ein bis zwei Kilogramm monatlich als gesundheitlich unbedenklich und ist auch aus medizinischer Sicht von Bedeutung.

„Das Studienergebnis erfüllt damit die allgemeinen Anforderungen an eine erfolgreiche Ernährungsintervention und kann deshalb als guter Abnehmerfolg für die untersuchte Altersgruppe gewertet werden“, so Franz-Werner Dippel, der selbst promovierter Medizinbiologe ist und in der Industrie und der klinischen Forschung tätig war. Er und das achtköpfige Autorinnen- und Autorenteam der Ernährungsstudie hatte sich im letzten der vier regulären BANA-Semester mit dem Thema „Entzündungen“ beschäftigt und den Einfluss verschiedener Faktoren auf Entzündungsprozesse untersucht, wie beispielsweise Schlaf, Stress, Bewegung, Ernährung und Fasten. (ad)

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