Gesundheit

Ivermectin gegen COVID-19: Kein Einsatz außerhalb klinischer Studien

Jetzt hat auch die Europäische Arzneimittelagentur EMA zum Einsatz von Ivermectin zur Vorbeugung oder Behandlung von COVID-19 Stellung bezogen. Angesichts der unzureichenden Datenlage rät die Agentur von der Verwendung des Antiparasitikums außerhalb randomisierter klinischer Studien ab.

Nach jüngsten Medienberichten zu Ivermectin gegen COVID-19 hat nun auch die EMA die neuesten veröffentlichten Erkenntnisse aus Laborstudien, Beobachtungsstudien, klinischen Studien und Metaanalysen dazu gründlich in Augenschein genommen. Das gängige Antiparasitikum war seit April des letzten Jahres als potenzielles COVID-19-Therapeutikum verstärkt in den Fokus des Interesses gerückt und sein Einsatz sorgt seither immer wieder für Kontroversen. 

Mehr zum Thema

Neue Studie aus Kolumbien

Dämpfer für Ivermectin gegen COVID-19

Die Arzneimittelagentur kommt ihrerseits zu dem Schluss, dass die verfügbare Evidenz nicht ausreicht, um die Verwendung von Ivermectin zur Prophylaxe oder Therapie von COVID-19 außerhalb gut durchdachter klinischer Studien zu unterstützen. Die Erklärung wurde von der COVID-19 EMA-Pandemie-Task Force (COVID-ETF) gebilligt.

Eine Frage der Dosierung

Zwar hätten Laboruntersuchungen ergeben, dass Ivermectin die Replikation von SARS-CoV-2 blockieren kann, räumt die Agentur ein, jedoch bei viel höheren Konzentrationen als bei den derzeit zugelassenen Dosen. Die Ergebnisse klinischer Studien stuft sie als „unterschiedlich“ ein, wobei einige keinen und andere einen potenziellen Nutzen berichteten. Die meisten seien gering gewesen und hätten zusätzliche Einschränkungen, einschließlich unterschiedlicher Dosierungsschemata und der Verwendung von Begleitmedikamenten. 

Im Allgemeinen gut vertragen

Obwohl Ivermectin in Dosen, die für andere Indikationen zugelassen sind, im Allgemeinen gut vertragen werde, könnten die Nebenwirkungen mit den viel höheren Dosen zunehmen, die erforderlich wären, um wirksame Konzentrationen gegen SARS-CoV2 in der Lunge zu erzielen, befürchtet die ranghöchste europäische Arzneimittelbehörde. Eine Toxizität bei Verwendung in höheren als den zugelassenen Dosen könne daher nicht ausgeschlossen werden. Angesichts dessen hält die EMA weitere gut konzipierte, randomisierte Studien für erforderlich, um Rückschlüsse daraus zu ziehen, ob das Produkt bei der Vorbeugung und Behandlung von COVID-19 wirksam und sicher ist.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen