Gesundheit

Je besser sich Menschen informieren, desto höher die Impfbereitschaft

Seit Ende letzten Jahres die ersten Spritzen gezückt wurden und die Corona-Impfungen in Deutschland begonnen haben, wächst die Hoffnung, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Doch dafür müsste sich ein großer Teil der Bevölkerung impfen lassen. Mindestens 70 Prozent, heißt es laut Experten.

Die gute Nachricht: Die Impfbereitschaft in Deutschland ist im Vergleich zum November wieder ein wenig gestiegen. Die schlechte: Sie reicht leider noch nicht. Das hat eine Umfrage des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) ergeben, das seit Pandemiebeginn immer wieder Menschen in sieben europäischen Ländern befragt, wie es ihnen in Corona-Zeiten geht.

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Je besser informiert, desto höher die Impfbereitschaft

Seit vergangenem November ist die Impfbereitschaft in Deutschland leicht gestiegen – von 57 Prozent auf 62 Prozent. Dabei gehen laut Jonas Schreyögg, Wissenschaftlicher Direktor am HCHE, Bereitschaft und Informationen Hand in Hand. "Die Impfbereitschaft steigt, je intensiver sich jemand mit dem aktuellen Geschehen befasst", erklärt Schreyögg. So möchten sich 78 Prozent derjenigen impfen lassen, die die Nachrichten beispielsweise über TV und Zeitungen sehr genau verfolgen. Im Vergleich dazu sind es nur 42 Prozent bei Menschen, die sich weniger informieren.

Auch beim Vertrauen in die Sicherheit der Impfstoffe spielt das eigene Interesse den Ergebnissen zufolge eine große Rolle. Wer gut informiert ist, glaubt demnach mehr als doppelt so oft an die Sicherheit der Impfstoffe als weniger gut informierte Personen (72 zu 32 Prozent). In der Folgerung liegt nach Schreyögg aber auch ein Problem. Oft seien die Informationen hauptsächlich für die gut informierte Mittelschicht gemacht. Bildungsfernere Schichten oder Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, würden nur schwer erreicht. 

Mitverantwortlich für die höhere Impfbereitschaft ist laut Schreyögg auch die Gruppe, die ausgerechnet als letzte in der Impf-Rangfolge dran ist. "Wir sehen, dass vor allem die bisher unentschlossenen jungen Menschen nun eine Entscheidung getroffen haben", erklärt der Wissenschaftler.

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Ein Drittel der Deutschen bevorzugt Biontech-Impfstoff

Angesichts der derzeit knappen Zahl an Impfstoffen wird es jedoch vorerst keine Wahlmöglichkeiten bei den Impfstoffen in Deutschland eben. Das bekräftigte Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag erneut. Wenn eine Wahl des Vakzins möglich wäre, würde sich ein Drittel der Deutschen für Biontech/Pfizer entscheiden – im Gegensatz zu 5,8 Prozent für Moderna und nur zwei Prozent für AstraZeneca. Knapp die Hälfte der Impfwilligen (48,2 Prozent) hat keinen favorisierten Impfstoff.

Aufgrund der Lieferverzögerungen der Hersteller wird in Deutschland ebenfalls über eine Verschiebung der zweiten Impfung diskutiert, um zunächst mehr Menschen versorgen zu können. Dies lehnte jedoch mehr als die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) ab.

Im Vergleich mit den anderen befragten Ländern in Europa schneidet Deutschland – was die Impfbereitschaft angeht – auch weiterhin schlecht ab. Nur im Nachbarland Frankreich gibt es mit 48 Prozent noch weniger Impfwillige. An der Spitze stehen derzeit Großbritannien und Dänemark mit 80 Prozent. Insgesamt sind seit November letzten Jahres die Impfbereitschaft sowie das Vertrauen in die Impfstoffe in allen Länder angestiegen.

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Mehr Menschen halten sich an Corona-Regeln

Auch wenn die, in den Medien präsenten, Berichte von Corona-Leugnern und Anti-Lockdown-Protesten, anderes vermuten lassen: Seit Beginn der Pandemie hat sich in vielen Ländern das Vertrauen in die Corona-Informationen der Regierung kaum verändert. Am höchsten ist es mit mehr als 80 Prozent nach wie vor in Dänemark und den Niederlanden, Deutschland liegt mit 77 Prozent nur knapp dahinter.

Eine Ausnahme ist hier Großbritannien: Ausgehend von 84 Prozent im April 2020 musste die britische Regierung im Chaos rund um den Brexit und das Aufkommen neuer Mutationen erheblich Vertrauen einbüßen – und liegt nun nur noch bei 69 Prozent.

Obwohl das eigene Risiko, sich mit Corona zu infizieren, ähnlich eingeschätzt wird wie im November, halten sich auch wieder mehr Menschen an die vorgegebenen Regeln. In allen befragten Ländern sind die Werte für die Zustimmung zum Abstandhalten und das Vermeiden von Umarmungen, Küssen und Händeschütteln zur Begrüßung gestiegen. In Deutschland gibt es jedoch Unterschiede in den einzelnen Altersgruppen: Über 45-Jährige wünschen sich demnach noch strengere Maßnahmen, 25- bis 34-Jährige wiederum empfinden die Regeln als zu streng.

Die repräsentative Befragung des HCHE wird alle zwei Monate unter mehr als 7.000 Menschen in sieben europäischen Ländern durchgeführt. Die jüngste Befragungswelle fand vom 19. Januar bis 1. Februar statt.

Weitere Quellen: "HCHE"

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