Gesundheit

Kein Intensivbett mehr frei: Mann stirbt in Thüringen im Krankenwagen

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: Die Lage bessert sich. Jeder vierte Landkreis in Deutschland hat nun wieder eine 7-Tage-Inzidenz unter 100. Markus Söder (CSU) plant währenddessen größere Corona-Lockerungen in Bayern. Alle aktuellen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 5. Mai

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Lauterbach: Bundesweite Inzidenz fällt noch im Juni unter 50er-Marke

06.29 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Corona-Pandemie sehr bald eingedämmt sein wird mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 bereits im Juni. „In der Kombination der ergriffenen Maßnahmen und der Impfeffekte bis Ende Mai sollten wir sehr bald unter 50 bei der Sieben-Tages-Inzidenz liegen. Das könnte schon im Juni und im Juli gelingen“, sagte Lauterbach. Auf Nachfrage präzisierte der SPD-Politiker: „Ich gehe davon aus, dass wir schon im Juni wieder unter 50 gehen.“

Er rechnet auch damit, dass ein annähernd normaler Sommerurlaub möglich sein wird. „Wenn wir dann vorsichtig bei Öffnungen vorgehen, steht einem Sommerurlaub nichts mehr im Wege, wenn auch immer noch mit bestimmten Auflagen. Er wird sich schon ziemlich normal anfühlen“, sagte Lauterbach. Wochit/Getty Images SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

Dennoch warnt der Gesundheitspolitiker vor zu schnellen Öffnungen etwa bei den Restaurants. „Das größte Risiko besteht darin, dass wir alles zu schnell wieder lockern und damit wieder gefährliche Zusammenkünfte möglich machen. Wenn das geschieht in einer Situation, in der womöglich erst 30 oder 40 Prozent geimpft sind, dann hätten wir wieder große Ausbrüche zu befürchten“, sagte Lauterbach. Auch befürchte er, „dass wir im Herbst, wenn die Impfwirkung wieder abzuebben beginnt, wieder Mutationen bekommen, die Reaktionen erfordern“.

Skeptisch sieht Lauterbach eine bevorzugte Impfung von älteren Kindern. „Wenn ein Impfstoff für die über 12-Jährigen freigegeben wird, dann wäre auch die Impfung von Kindern richtig. Ihnen aber eine Priorität zu geben, das sollte gut überlegt werden. Dafür reichen aus meiner Sicht die Gründe nicht“, sagte er.

RKI-Zahlen am Morgen: Bundesweite Inzidenz sinkt deutlich

Mittwoch, 5. Mai, 05.58 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.034 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert bei 22.231 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.451.550 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 084 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.876.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Draghi: "Es ist Zeit, Urlaub in Italien zu buchen"

22.45 Uhr: Jetzt soll es ganz schnell gehen mit Reisen nach Italien. Wie Ministerpräsident Mario Draghi ankündigt, sollen schon ab Mitte Mai wieder ausländische Touristen ins Land dürfen.

Draghi: Mit einem italienischen Gesundheitspass sollen Urlauber dann auch zwischen den verschiedenen Regionen in Italien reisen dürfen. "Die Zeit ist also gekommen, Ihren Urlaub in Italien zu buchen", kündigt der Regierungschef an.

Corona-Testbereitschaft in Tübingen bricht ein

21.50 Uhr: Nach dem Ende des "Tübinger Modells" fürchtet die Stadt einen Anstieg der unerkannten Corona-Infektionen. Angaben vom Dienstag zufolge ist die Zahl der Schnelltests in Tübingen stark eingebrochen. Wurden in der letzten Versuchswoche noch 24 000 Tests durchgeführt, waren es in der ersten Woche mit Bundes-Notbremse nur noch 8000. Tom Weller/dpa/Archiv Zwei Menschen sitzen bei gutem Wetter in einem Biergarten und stoßen mit einem Bier an.

Im Rahmen des Modellversuchs "Öffnen mit Sicherheit" hatten Bürger in Tübingen von März an gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests Außengastronomie, Einzelhandel und Kulturvorführungen besuchen können. Die Bundes-Notbremse beendete das Projekt in der vergangenen Woche. Sie setzte auch die Tübinger Regel außer Kraft, die eine Testpflicht für Arbeitnehmer in größeren Betrieben vorsah.

Laut Stadt führt die Bundesnotbremse dazu, dass in Tübingen mehr Infizierte ohne Symptome unentdeckt bleiben und weniger Infektionsketten abgebrochen werden. Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Notärztin Lisa Federle baten die Tübinger, die kostenlosen Testangebote weiter möglichst oft zu nutzen. "Je mehr wir testen, umso schneller senken wie die Inzidenz und können Schulen, Kitas und Geschäfte wieder öffnen", teilten beide mit.

Jeder vierte Landkreis hat aktuell Inzidenz unter 100

19.29 Uhr:  Jeder vierte Landkreis in Deutschland hat mittlerweile wieder eine 7-Tage-Inzidenz von weniger als 100. So lagen 103 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen unter dieser politisch gesetzten Marke. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren nur 57 Kreise unter der 100er-Schwelle. Liegt die Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greift die sogenannte Bundes-Notbremse. Damit gelten automatisch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen. dpa

Die Infektionslage ist in den Ländern recht unterschiedlich. So gab das RKI die Inzidenz in Schleswig-Holstein am Dienstag mit 57 an. Auch Hamburg und Niedersachsen lagen als Bundesland unter der Marke von 100. Thüringen (217) und Sachsen (204) lagen hingegen bei über 200. Auf Kreisebene sieht es in Flensburg (32) besonders gut aus, der Saale-Orla-Kreis (557) in Thüringen ist Schlusslicht. Bundesweit betrachtet weisen mehrere Kennzahlen zum Infektionsgeschehen in Richtung Entspannung. Das kann am Verhalten der Menschen liegen, aber auch am Fortschritt beim Impfen. Für deutliche Effekte der Bundes-Notbremse ist es wohl noch zu früh.

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66-jähriger Krebspatient stirbt in Krankenwagen – weil kein Intensivbett mehr frei ist

17.02 Uhr: Zu einem tragischen Vorfall kam es im thüringischen Schleiz, wie unter anderem die "Thüringer Allgemeine" berichtet. Weil in der dortigen Klinik offenbar alle Intensivbetten belegt waren, starb ein 66-jähriger Krebspatient im Krankenwagen. Die Schwester des Mannes erklärte der "Thüringer Allgemeinen", er habe eines Nachts stark abgebaut, weshalb der 66-Jährige mit einem Krankenwagen abgeholt worden sei. Da keines der fünf Intensivbetten in der betreffenden Schleizer Klinik mehr frei gewesen sei, habe man den Krebspatienten mit einem Hubschrauber in ein anderes Krankenhaus verlegen wollen. Dorthin habe es der Mann allerdings nicht mehr geschafft.

Unklar ist, ob die mangelnden Intensivbetten mit der Corona-Situation im Landkreis zusammenhängen. Der Saale-Orla-Kreis, zu dem auch Schleiz gehört, hat eine der höchsten 7-Tage-Inzidenzen in ganz Deutschland. Aktuell belegt die Region bundesweit sogar Platz 1: Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt die 7-Tage-Inzidenz dort bei 557,8 (Stand: 4. Mai). Der Rettungsdienstzweckverband Ostthüringen sagte dem Portal "Thüringen24", dass volle Intensivbetten kein Einzelfall seien. Gründe dafür gebe es viele, beispielsweise Personalmangel.

Dass dieser in der Schleizer Klinik vorherrscht, ist schon lange bekannt. Bereits im November vergangenen Jahres hatte die "Ostthüringer Zeitung" berichtet, dass viele Pflegekräfte die Einrichtung aufgrund der extremen Belastung durch die Corona-Krise verlassen hätten. Thomas Fügmann (CDU), der Landrat des Saale-Orla-Kreises sagte dem Blatt damals: "Die Krankenhäuser sind am Limit."

Merkel spricht in interner Sitzung von "Licht am Ende des Tunnels"

15.57 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.

Die Kanzlerin verwies auf sinkende Fallzahlen und eine leichte Entspannung in der Intensivmedizin. Zugleich mahnte Merkel nach diesen Angaben, je sorgsamer man jetzt vorgehe, umso schneller würden alle von Lockerungen profitieren können.

Das Kabinett hatte zuvor im Umlaufverfahren eine Verordnung beschlossen, mit der schon ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein sollen. Die Bundesregierung machte damit den Weg frei für einen schnellen Beschluss im Bundestag an diesem Donnerstag und im Bundesrat an diesem Freitag. Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Beratungen am Donnerstag: Länder arbeiten an einem Plan für den Sommerurlaub in Deutschland

14.44 Uhr: Die Länder wollen nach Informationen des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ am kommenden  Donnerstag über Öffnungsperspektiven für den Tourismus in Deutschland beraten.

Auf der Konferenz der Chefs der Senats- und Staatskanzleien soll es dem Vernehmen nach unter anderem um die Möglichkeit bundesweit einheitlicher Regeln für den Tourismus bei Inzidenzen unter 100 gehen. Beschlüsse dazu werde es zwar nicht geben, heißt es aus einer Staatskanzlei, doch man wolle über eine mögliche gemeinsame Perspektive reden. Hauke-Christian Dittrich/dpa Ein Schild mit der Aufschrift „Lieblingsplatz Thüle“ hängt an einem Wohnwagen.

Denn bislang gibt es in den allermeisten Bundesländern noch keinerlei Planungen, ab wann Hotels, Gaststätten, Ferienwohnungen, Campingplätze und Restaurants wieder normal öffnen können. Weder gab es dazu bislang Verabredungen in einer der Ministerpräsidentenkonferenzen noch im Rahmen von Bundesregelungen.

Zuletzt hatten am Dienstag Niedersachsen und Bayern Regelungen vorgestellt, wonach spätestens zu Pfingsten wieder Tourismus möglich sein soll.

Auch im Bund nimmt der Druck zu, angesichts der nahenden Sommerferien der Tourismus-Branche eine Perspektive zu ermöglichen. Nach Informationen von Business Insider hält man in Regierungskreisen Öffnungen von Hotels und Gaststätten für Geimpfte für prinzipiell sinnvoll, allerdings nicht mehr im Mai, sondern frühestens ab Mitte Juni, wenn die bisherige Impfquote weiter gestiegen ist und dann allen Deutschen ein Impfangebot gemacht werden kann.

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