Gesundheit

Mein liebes Tagebuch

Das wird ein Test-Fest: Jens Spahn kündigt kostenlose Corona-Schnelltests für alle an. Also: Schnelltests aller Art bald in aller Munde bzw. in allen Nasen. Wenn es schon mit dem Impfstoff hapert, dann sollen wenigstens die Schnelltests helfen, die Inzidenzen zu drücken. Fein, bloß wer macht die professionellen Tests? Klar, auch die Apotheken, wenn sie wollen – und können. Und einige können’s, so richtig gut. Und dann gibt’s ja bald noch die Laien- und Heimtests – auch bei Aldi, Aral und in Apotheken. Na, sag ich doch, es wird ein Test-Fest. 

15. Februar 2021

Es ist wie so oft im Leben: Wenn es irgendwo neue Geldtöpfe gibt, greift jeder gerne zu. Da machen unsere lieben Rezeptabrechnungszentren keine Ausnahme: Für die Abrechnung der Masken-Bezugsscheine, die mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung abgerechnet werden, verlangen die Abrechnungszentren von den Apotheken extra Gebühren. Klar, es sind keine Rezepte, die da bearbeitet werden, sondern die Sammelbelege der Apotheken über die Anzahl der abgegebenen Masken-Sets. Und klar, das macht zusätzliche Arbeit, kostet Personal und auch eine Anpassung der Abrechnungssoftware. Die Frage ist nur, wie hoch sollten faire Gebühren für diese Abrechnung sein? Darüber sind sich die Abrechner nicht im Klaren. Und so kalkuliert jeder seinen eigenen Betrag, der eine langt einfach mal kräftiger zu, der andere gibt sich zurückhaltender. Nur ein paar Beispiele: Das Abrechnungszentrum NARZ/AVN verlangt 0,035 Euro je Maske (fürs Sechser-Set also 21 Cent) , wobei die Gebühr auf 500 Sets je Apotheken im Monat gedeckelt ist (also maximal 105 Euro). Das ARZ Haan kassiert nur 89 Euro pro Sammelbeleg, andere Dienstleister rechnen prozentual ab mit Gebühren zwischen 0,95 und  sogar 1,25 Prozent. Jeder hat so sein eigenes Ding. Was vielen Apothekerinnen und Apotheker besonders sauer aufstößt: Die Rechenzentren ließen sie lange im Unklaren darüber, wie hoch diese Gebühren ausfallen und was da auf sie zukommt. Mein liebes Tagebuch, verständlich, dass das für Unmut bei den Apothekers sorgt. Es ist einfach kein gutes Benehmen, wenn man seine Geschäftspartner nicht rechtzeitig darüber informiert, welche Kosten da entstehen und warum. Immerhin, das ARZ Darmstadt, dessen Gebühr mit 1,25 Prozent verhältnismäßig hoch ausfiel, besserte nach und deckelte seine Gebühr auf 175 Euro – was allerdings immer noch relativ hoch ist, ähnlich wie Noventi mit einer Deckelung von 185 Euro pro Beleg. Wäre einfach nett gewesen, wenn man die Gebühren früher und offener kommuniziert hätte.

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