Gesundheit

Mein liebes Tagebuch

Corona-Ostern, das Zweite. Im Gegensatz zum letztjährigen Ostern sind wir zwar ein starkes Stück weiter: Wir haben Impfstoffe, wir haben Tests, wir haben Masken und wir haben eine Idee, wie der Weg raus aus der Pandemie aussehen könnte. Aber wird sind noch auf einem steinigen Weg. Zu diesem Weg gehört auch das Impfen in Hausarztpraxen. Die Apotheken liefern die Impfstoffe – das wird funktionieren. Aber bei unserer Vergütung wird’s mehr als eng – da fällt der ABDA ein uraltes Problem auf die Füße. Frohe Ostern! 

29. März 2021

Während in Österreich etwa zwei Drittel der öffentlichen Apotheken Antigen-Schnelltests durchführen, sind es in Deutschland nicht mal ein Drittel der Apotheken. Woran liegt’s? Laut einer Umfrage an Raum- und Personalproblemen unserer Apotheken, aber an erster Stelle an einer Vergütung fürs Testen, die für die Apotheke, wenn sie es nicht im Großmaßstab macht, in keiner Weise kostendeckend ist. Ja, mein liebes Tagebuch, für fünf bis zehn Tests am Tag lohnt sich der Aufwand kaum. Da muss man schon größer einsteigen, wie es beispielsweise Apotheker Björn Schittenhelm gemacht hat. Er hat es geschafft, im Landkreis Böblingen gleich fünf Testzentren (z. T. nur für Lehrkräfte und KiTa) auf die Beine zu stellen, und mehreren weiteren Testzentren stand er beratend zur Seite. Mit Unterstützung des Böblinger Landrats Roland Bernhard konnten mittlerweile schon 43 Testzentren im Kreis Böblingen aufgebaut werden. Das Konzept: Mindestens zwei Gratis-Schnelltests pro Woche pro Person, kurze Wartezeiten und ein schnelles digital übermitteltes Ergebnis. Der Erfolg: signifikant niedrigere Inzidenzwerte im ganzen Landkreis. Minister Jens Spahn hat sich das Böblinger Modell digital angesehen, das ZDF hat berichtet. Spahn interessierte sich u. a. für die technischen Lösungen, die beim Böblinger Modell umgesetzt werden. Er sagte, das Testen brauche man noch einige Monate, es sei eine wichtige Voraussetzung für alles, was noch folgt, so Spahn. Aber er hat auch gesagt: Die Dritte Welle brechen wir nicht mit Schnelltests, sondern durch Reduzierung unserer Kontakte. Mein liebes Tagebuch, wie so oft im Leben: Das eine tun, das andere nicht lassen.

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