Gesundheit

Mir fehlen die Worte: Krankenschwester kündigt ihren Job, weil sie Corona-Leugner nicht mehr ertragen kann

Eine Krankenschwester in El Paso, Kalifornien, hat ihren Job gekündigt. Das Besondere daran: Der Grund ihrer Kündigung. Denn die junge Frau erlebte auf der Covid-Intensivstation täglich unfassbar viel Leid – aber es sind die Corona-Leugner, die sie zur Kündigung bewegt haben.

Ashley Bartholomew ist mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. In diversen Beiträgen im Kurznachrichtendienst Twitter hat sie ihre Entscheidung erklärt und Eindrücke aus ihrer Zeit auf der Intensivstation geteilt.

Sie leitet ihre Erzählung ein mit den Worten: "Ich habe meine Job letzte Woche gekündigt und ich wurde mehrmals gefragt, 'was war der ausschlaggebende Punkt?' Ich weiß keinen genauen, aber ich teile das hier mit euch." Was folgt, ist eine Geschichte in elf aufeinanderfolgenden Beiträgen, in denen sie sehr konkret wird.

Virus-Leugner zu Krankenschwester: "Ich glaube nicht, dass Covid wirklich mehr ist als eine Grippe"

Sie beschreibt drastisch, wie sie auf der Covid-Intensivstation tagtäglich mit schwerkranken Patienten zu tun hatte, die künstlich beatmet werden mussten. Sie sei immer in Schutzanzug herumgelaufen, habe viel Leid gesehen – und dennoch seien ihr auch immer wieder Patienten begegnet, die das Coronavirus verharmlosten oder sogar leugneten. Auf einen Fall geht sie dann ganz besonders intensiv ein.

Ein Patient, dem es nach seiner Infektion wieder besser ging, habe in seinem Zimmer die Nachrichten geschaut und sich über "Fake News" beschwert. "Ich glaube nicht, dass Covid wirklich mehr ist als eine Grippe", soll er gesagt haben. Auf ihre Frage, ob er nun, nach seiner eigenen Infektion, anders darüber denke, habe er geantwortet. "Nein, genauso. Ich sollte nur Vitamine für mein Immunsystem nehmen. Die Medien machen daraus eine große Sache."

Krankenschwester: "Desinformation tötet Menschen in Massen"

Das habe Bartholomew schockiert. "Desinformation tötet Menschen in Massen", schreibt sie auf Twitter und berichtet, dass sie sich in diesem Moment entschieden habe, dem Patienten zu erzählen, dass sie etliche schwerkranke Covid-Patienten betreut habe und mehr Menschen in den letzten zwei Wochen habe sterben sehen, als in den gesamten zehn Jahren ihrer Arbeit zuvor. Normalerweise würden Krankenschwestern Patienten nichts über andere Patienten erzählen, schreibt sie weiter, aber sie tat es.

Und ihre Erzählung habe den Patienten tatsächlich getroffen und sogar umgestimmt, berichtet sie weiter. "Um ehrlich zu sein, ist dies meine letzte Schicht. Sie sind der einzige Patient unter 25, der heute mit mir sprechen konnte oder sich meiner Anwesenheit überhaupt bewusst ist", erzählt die Ex-Krankenschwester ihre Worte nach, die den Patienten zum Nachdenken gebracht haben sollen.

Am Ende sei er sogar so ins Zweifeln geraten, dass er sich bei ihr für die Aufklärung bedankte und kündigte sogar an, anderen von seinen Erfahrungen zu berichten.

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