Gesundheit

Neuer Mutanten-Bericht: Mehr als jeder dritte neue Corona-Fall geht auf Delta-Variante zurück

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: In Deutschland zeichnet sich weiter eine Entspannung der Lage ab – der Inzidenzwert liegt bei 5,2. Derweil breitet sich dennoch auch die Delta-Variante in der Bundesrepublik aus. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 1. Juli

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Braun: Lockdown für Geimpfte kommt "nicht in Frage"

11.13 Uhr: Bei der Festlegung von Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird sich die Bundesregierung nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) künftig nicht allein auf die sogenannten Inzidenzen stützen. Zwar würden diese weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sagte Braun am Freitag im MDR. "Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen." 

Stärker in den Mittelpunkt rücken sollen laut Braun die Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. "Die Frage ist, welcher Anteil der Inzidenz führt eigentlich zu schwereren Verläufen?" 

Auch gehe es darum, zu beobachten, wie gut die Impfungen gegen verschiedene Corona-Varianten wirkten. "Wenn auch geimpfte Menschen verstärkt ins Krankenhaus kommen, wäre das ein Signal, dass wir es entweder mit einer Variante zu tun haben oder der Impferfolg schon wieder nachlässt, und man also nachimpfen muss", sagte der Kanzleramtschef.

Mit einem erneuten Lockdown im Herbst rechnet der CDU-Politiker nicht. "Solange die Impfungen gut wirken, kommt ein Lockdown zu Lasten derer, die vollständig geimpft sind, nicht in Frage", betonte er. Viele Bereiche, die in der Vergangenheit komplett geschlossen worden waren, müssten "für diesen großen Teil der Bevölkerung geöffnet bleiben".

RKI registriert 649 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 5,0

Freitag, 2. Juli, 08.15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 649 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 07.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren 774 Ansteckungen registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,0 an (Vortag: 5,1; Vorwoche: 6,2).

Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 69 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 62 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.729.682 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 3.626.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.007.

Delta-Lage in Portugal und Großbritannien spitzt sich weiter zu

22.55 Uhr: Sowohl in Portugal als auch in Großbritannien grassiert die Delta-Variante und die nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen nehmen rasch zu. Das portugiesische Gesundheitsministerium meldet 2449 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste erfasste Wert seit dem 13. Februar. Deswegen werden in Teilen Portugals wieder nächtliche Ausgangssperren eingeführt. Die Bewohner der Hauptstadt Lissabon und 44 weiterer Kommunen sind ab Freitag aufgerufen, von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr zu Hause zu bleiben, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte.

Die britischen Behörden registrieren 27.989 Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden. Am Mittwoch waren es 26.068, am Dienstag noch 20.479. In der Zeit zwischen 25. Juni und 1. Juli hätten die Ansteckungsfälle um fast 72 Prozent zugelegt, teilt die Regierung mit. 22 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit einer Virus-Infektion, am Mittwoch waren es 14. Binnen sieben Tagen ist das ein Anstieg um knapp elf Prozent.

Razzia wegen Schnelltest-Betrug in zwei Kölner Testzentren

16.19 Uhr: Weil sie massiv bei Corona-Tests betrogen haben sollen, sind Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln am Donnerstag mit einer Razzia gegen die Betreiber zweier Testzentren vorgegangen. Die drei Verdächtigen sollen Schnelltestunterlagen gefälscht und nicht vorgenommene Tests bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Bezahlung eingereicht haben, teilten die Behörden mit. Wären die eingereichten Rechnungen richtig gewesen, hätten beide Stationen zusammen zeitweise bis zu 36 Prozent aller Tests in ganz Köln durchgeführt.

In der Domstadt gibt es rund 800 Teststationen. Das Verfahren kam nach anonymen Anzeigen ins Rollen. Dabei ging es auch um unzureichende hygienische Zustände. Eine der Teststationen befand sich in einer umgebauten Shishabar. Die Teststationen wurden bereits im Juni vom Kölner Gesundheitsamt geschlossen.

Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Eine Lösung wird auf eine Testkassette eines Corona-Schnelltests aufgeträufelt.  

Erste Ermittlungen ergaben auffällig hohe Zahlen der zur Bezahlung eingereichten Tests sowie einen im Verhältnis zur Gesamtzahl zu hohen Anteil negativer Ergebnisse. Die Ermittler verhinderten die Auszahlung von knapp zwei Millionen Euro. Wie viele Tests tatsächlich gemacht wurden, blieb unklar.

Kompletter Abiturjahrgang nach Delta-Ausbruch in Quarantäne

16.13 Uhr: Wegen der Corona-Infektion mit der Delta-Variante muss ein ganzer Abi-Jahrgang aus Solingen in Quarantäne. Das hat ein Sprecher der Stadt am Mittwoch bestätigt. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Zwei Abiturientinnen, die an Gottesdienst und Entlassfeier teilgenommen hatten, waren positiv auf die Delta-Variante getestet worden. Beide Veranstaltungen fanden im Freien statt und sahen ausreichende Abstände, aber keine Maskenpflicht vor.

Wer engeren Kontakt zu den Infizierten hatte, war bereits in Quarantäne geschickt worden. Nachdem am Mittwoch klar war, dass es sich tatsächlich um die vermutlich hoch ansteckende Delta-Variante handelt, sei die Quarantäne auf den gesamten Abi-Jahrgang ausgeweitet worden.

Mediziner: Delta-Variante ansteckender, aber Sterblichkeit geringer

15.09 Uhr: Die sich ausbreitende Delta-Variante ist nach Angaben des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck, mit Blick auf die Sterblichkeit wahrscheinlich weniger gefährlich als andere Coronavirus-Varianten. Man wisse, dass die Variante wahrscheinlich zu rund 60 Prozent ansteckender sei, sagte er am Donnerstag bei einer Expertenanhörung im Bundestag zum Thema Schule in der Pandemie. "Sie ist allerdings, was die Sterblichkeitsrate angeht, eher unterhalb der anderen Varianten anzusiedeln". Rodeck betonte, dass es sich um vorläufige Daten aus Großbritannien handele, wo die Variante sich sehr stark verbreitet hat.

Für Kinder lägen bisher nur begrenzte Daten vor, sagte er, fügte aber hinzu: "Vermehrte stationäre Aufnahmen von Kindern infolge einer Deltavirusinfektion sind in England bislang nicht beobachtet worden." Er sei vorsichtig bei "Alarm-Meldungen" über Delta-Infektionen an verschiedenen Orten in Deutschland. "Man sollte hier abwarten, bis die Datenlage ausreichend ist, um die Gefährlichkeit der Delta-Variante bei Kindern wirklich beurteilen zu können."

Österreich hebt weltweite Reisewarnung auf

15.07 Uhr: Österreich hat eine vor 15 Monaten verhängte globale Corona-Reisewarnung aufgehoben. Ab sofort sind nur noch einige Virusvariantengebiete wie Brasilien, Südafrika, Indien oder Großbritannien auf der "roten Liste", wie Außenminister Alexander Schallenberg am Donnerstag in Wien bekanntgab.

"Wir alle haben uns diese Sommerpause verdient", sagte Schallenberg bei einer Pressekonferenz. Er schloss jedoch eine neuerliche Verschärfung der Reiseregeln nicht aus und verwies zum Beispiel auf die steigenden Infektionszahlen in Russland.

Die meisten außereuropäischen Länder wurden von "rot" auf "orange" geschaltet. Reisende aus diesen Ländern dürfen nur nach Österreich, wenn sie vollen Impfschutz haben oder von Covid-19 genesen sind. Für Länder auf der "grünen" Liste reicht alternativ auch ein negatives Testergebnis für die Einreise. Dazu gehören neben den EU-Ländern die USA und viele asiatische Länder. Schallenberg zeigte sich optimistisch, dass auch Balkanstaaten noch im Juli auf "grün" geschalten werden.

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